Haus Opherdicke

18.03.2020

 

Mttwoch war der erste Tag, an dem wir in der Firma nicht mehr schulen durften und zu Hause bleiben mussten. Was das bei längerem Verbot für die Firma und auch für uns bedeutete, mochte ich noch gar nicht so genau wissen. Also entschloss ich mich bei frühlingshaftem Wetter, Sonne und 16 Grad, eine Runde mit dem Rad zu fahren.

 

Mein blaues Rickert Spezial war wieder meine erste Wahl. Mit dem Rad ging es von Dortmund aus Richtung Osten.

 

Über Schleichwege fuhr ich aus Dortmund raus, fühlte mich aber irgendwie beobachtet. Hatte da etwa Jemand etwas zu meckern? Ich war doch alleine unterwegs.

 

Von Phönix-West fuhr ich rüber zum Phönixsee. Nach Unterquerung der B 236 bog ich links ab und fuhr hoch nach Schüren. Weiter ging es dann nach Aplerbeck und über die Sölder Kirchstraße. Man bemerkte in Dortmund kaum etwas von den Einschränkungen aufgrund des Virus. Anscheinend war es im Bewusstsein der Leute immer noch nicht angekommen. Auf den Hauptstraßen brummte der Verkehr, weshalb ich im Zickzack über kleine Nebenstraßen fuhr und Menschen mied. Vorbei an Sölde durchquerte ich Holzwickede und erreichte über Landstraße Opherdicke. Hier waren ganz schön viele Radfahrer unterwegs.

 

Das Tor zum Schloss Haus Opherdicke war zwar offen, aber ich blieb lieber draussen.

 

Die Ausstellungen und Veranstaltungen auf den Bannern waren Angesichts von Corona nur noch Makkulatur. Kultur war notfalls schweren Herzens verzichtbar. Das Leben von tausenden Menschen eher nicht.

 

Ich fuhr noch einen kleinen Schlenker über den Haarstrang.

 

Die Freude über den Frühling wurde aber durch die Bedrohung ziemlich getrübt. Hauptsache draußen an der frischen Luft und etwas Bewegung, bevor die Ausgangssperren uns das auch noch nahmen. Ein ganzes Stück vor Billmerich bog ich wieder Richtung Holzwickede ab.

 

Hier war weder Autoverkehr noch traf ich Radfahrer. Über ein schmales, ziemlich dreckiges Asphaltband ging es durch die Felder. Warum dann auf einem der Grundstücke ein Plastikstorch den Eingang bewachte, blieb mir aber ein Rätsel.

 

Auf einer Bank in der Sonne fand ich dann ein schönes Plätzchen für eine Pause. Danach fuhr ich am Rande von Holzwickede rüber nach Lichtendorf. Über Sölderholz ging es dann nach Aplerbeck. Die Eisdielen waren wieder gut frequentiert, auch von Älteren. Was haben die Leute an der Vermeidung von Sozialkontakten nicht verstanden? Wollten die wirklich italienische Verhältnisse mit über 400 Toten pro Tag durch Corona? Die Italiener schafften es nicht mal mehr all die Toten vernünftig zu begraben. Und der Tod ist teilweise auch sehr grausam und schmerzhaft. Ich verstehe das Verhalten der Leute nicht. So viel Ignoranz zieht leider in der Regel Folgen nach sich.

 

Loh, Brücherhof und Wellinghofen waren dann die letzten Dortmunder Stadtteile, bevor ich nach 42 km und 400 Höhenmetern wieder zu Hause in Hörde war. Mal schauen wie viel Gelegenheit ich in nächster Zeit noch für solche Touren habe. Sie lenken auf jeden Fall für eine gewisse Zeit von der Situation in der wir Alle stecken ab.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken


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