Jahresrückblick 2017

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und jetzt gibt es überall wieder Jahresrückblicke. Für mich ein Grund meinen ganzen persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben.

Januar 2017

Aus sportlicher Sicht begann das Jahr sehr bescheiden. Nachdem mich ein hartnäckiger Virus zwei Monate lahm gelegt hatte, war im Januar nicht mehr viel von meiner Fitness übrig. Die ersten Fahrten der Westfalen Winter Bike Trophy litten darunter. Teilweise musste ich die kürzeren Strecken fahren. Trotzdem fuhr ich meine ersten Punkte für die Jahreswertung ein.

Dafür wurde im Januar mein 87er Bianchi Rekord 910S fertig. Nach den ersten Probefahrten musste ich das ein oder andere noch nachbessern, doch hatte ich einen sehr sportlichen klassischen Renner in meinem Fuhrpark. Ich wollte das Rad für Klassikerfahrten einsetzen.

 

 

Februar 2017

Ich hatte noch nicht wieder zur alten Form zurück gefunden, fuhr aber wieder die längeren Strecken, auch wenn die Kraft zum Ende ganz schön nachließ. In Neuenrade kam ich dann mental und körperlich bei einer Regenfahrt auf anspruchsvoller Strecke an meine Grenzen und ein Stück darüber hinaus. Eine interessante Erfahrung, zumindest im Nachhinein.

 

März 2017

Der März begann mit einer CTF in Coesfeld. Hier wagte ich mich sogar auf die 67 km Strecke. Das war im Gelände schon eine Hausnummer. Ich meisterte die Herausforderung, wenn auch mit letzter Kraft. Aber immerhin ging es mit meiner Fitness langsam bergauf. Einen Tag später startete ich dann zum letzten Lauf der WWBT in Iserlohn. Trotz Muskelkater schaffte ich die 56 km Strecke eine Stunde vor der Zeit. Da ich alle 9 Läufe der WWBT absolviert hatte, bekam ich eine spezielle Kaffeetasse und nützliches Zubehör zur Fahrradreinigung. Außerdem kam ich aufgrund der Läufe und einiger zusätzlicher CTF mit einem 33 Punktepolster zur ersten RTF des Jahres.

Doch die erste richtige Fahrt mit dem Rennrad war direkt ein Brevet über 200 km. Ich startete in Münster und musste schnell feststellen das meine Fitness bei weitem noch nicht ausreichend war. Ich kam mit Abstand als Letzte kurz vor Zielschluss an. Und das bei einer flachen Strecke. Das Jahr zuvor war ich zur gleichen Zeit auf der fast gleichen Strecke noch deutlich schneller. So musste ich meine Brevetpläne revidieren. Es schien mir unmöglich nur zwei Wochen später einen 300er Brevet zu fahren. So konzentrierte ich mich zunächst wieder auf die RTF. Hier stand traditionell Sölde auf dem Programm. 75 km waren für den Anfang genau das Richtige. Ich fuhr mit meinem neu aufgebautem Kinesis Team Rad. Das hatte ich im Herbst zuvor als Alurahmen (90er Jahre) gekauft und während des Winters überwiegend mit neuen Teilen (Shimano 10-fach) aufgebaut. Sölde war die erste größere Tour mit dem Rad. Das sollte sich im Verlauf der RTF noch rächen, da ich Probleme mit dem neuen Sattel bekam.

Ansonsten fuhr ich im März viele RTF und holte mir langsam die Fitness die ich brauchte. Ende März machte ich dann noch einige längere Touren. Am Berg spürte ich noch die mangelnde Kraft, aber ansonsten war ich wieder im Plan. Das stimmte mich zuversichtlich.

 

April 2017

Der Monat begann hervorragend. Mein Kinesis Team Rad bekam einen bereits bewährten Sattel. Bei der RTF in Bochum konnten wir dann beide beweisen was in uns steckte. 114 km mit einem Schnitt von über 25 km/h bedeuteten einen großen Sprung nach vorne für mich. Der gelbe Renner passte jetzt hundertprozentig. Die RTFs in Düsseldorf und Haltern bestätigten dann meine gute Form. In St.Tönis dann eine 150er RTF mit viel Gegenwind. Ich fuhr in einer kleinen Gruppe und fuhr gerade bei Gegenwind oft vorne. Trotzdem kam ich auf einen Schnitt von knapp 26 km/h. Der April schien wirklich ein guter Monat zu werden.

Ende April verbrachte ich das Wochenende dann in Bielefeld beim Bianchitreffen. Hier kam mein weißes Bianchi dann endlich mal zum Einsatz. Ich schaffte es mit dem Rad sogar ohne richtige Bergübersetzung hoch zum Hermannsdenkmal. Das hätte ich im März bestimmt noch nicht geschafft.

 

Mai 2017

Der Mai begann mit einer Erkältung. Ich startete trotzdem die RTF in Dortmund, aber nur auf der 71er Strecke und mit gebremstem Elan. Eine Woche später absolvierte ich in Werne auch nur die kürzere Strecke. Das gleiche in Capelle. Eigentlich waren an beiden Tagen die 150er Strecken geplant, als Vorbereitung auf kommende Brevets. Doch da die Gesundheit nicht ganz mitspielte, hieß es Schadensbegrenzung zu betreiben. Nur keinen längeren Ausfall riskieren.

Im Mai wurde dann auch mein Randonneur fast fertig. Er basierte auf dem Rahmen eines Koga Miyata Traveller von 1992. Leider musste das gelbe Kinesis bald die 10-fach Shimano Schaltung hergeben, da ich die für das Koga brauchte. Das Kinesis sollte dann mal neu aufgebaut werden. Noch mit dem Peugeot (das Koga war noch nicht fertig) fuhr ich dann Mitte Mai noch einen 200er Brevet in Münster. Ich wollte sehen wie fit ich war. Dieses Mal lief es gut und ich konnte sehr zufrieden sein. Am Tag danach dann eine 113 km RTF in Gelsenkirchen. Hier explodierte meine Form geradezu. Die Strecke war nicht ganz flach und ich überraschte mich selber als ich an den Steigungen vorne in einer Gruppe Tempo machte. Ich musste dann später raus nehmen, da einige meiner Mitfahrer Probleme bekamen. In Witten lief es dann Ende Mai auch wieder gut auf der 150er Strecke. Gerade berghoch wurde ich stärker, solange es nicht richtig steil wurde.

Am letzten Maiwochenende fuhr ich dann zum Klassikertreffen nach Hannover. Ich hatte wieder das Bianchi dabei. Samstags gab es eine rasante Ausfahrt mit fast 28 km/h Schnitt. Sonntags fand dann ein Teilemarkt statt, wo ich so einige Teile ergattern konnte. Da das Treffen an der Radrennbahn Hannover statt fand, hatte ich auch noch die Gelegenheit das erste Mal mit einem geliehenen Faggin Bahnrad auf einer Bahn zu fahren. Nach ein bisschen Übung hatte ich den Bogen raus und fuhr eine Runde nach der anderen. Ein tolles Gefühl.

 

Juni 2017

Der Juni fing erst einmal mit Urlaub an. Natürlich nahm ich ein Rad mit. Es ging nach Workum/NL am Ijsselmeer. Hier wollte ich eine Woche auf einem Campingplatz verbringen. Und Pfingstmontag fuhr ich dann mit meinem Peugeot und einigen Mitfahrern die Fietselfstedentocht, einen 235 km Marathon. Der lief trotz teilweise Gegenwind sehr gut. Ich kam auf einen Schnitt von 25 km/h. Die Tocht in Bolsward ist für mich einer der Höhepunkte der Saison. Wieder bekam ich eine schicke Medaille.

Zurück in Deutschland fuhr ich mangels RTF dann Touren und die Klassikerausfahrt in Münster. Mitte Juni dann endlich wieder RTF. Ich fuhr die 154 km in Herbern. Es lief wieder sehr gut. Ich war also gut auf Kurs. Ich fuhr nur noch wenige RTF im Juni. Die meisten RTF waren mit sehr langen Anfahrten bei sehr früher Startzeit nicht attraktiv für mich.

 

Juli 2017

Anfang Juli startete ich in Wuppertal. Dort war leider gar nichts los. Viele waren wohl beim Start der Tour de France in Düsseldorf. Das Wetter war auch nicht toll. Es regnete den ganzen Tag ohne Unterlass. Deshalb nahm ich das Koga, wegen der Schutzbleche. Da die RTF aber auch viele Steigungen hatte, machte sich das hohe Gewicht bemerkbar. Unterwegs bekam ich dann auch noch leichte Knieprobleme. Trotzdem kam ich gut ins Ziel. Am nächsten Tag hielten sich die Knieprobleme bei der RTF in Sölde. Ich hoffte sie in der Woche danach auskurieren zu können.

Am Wochenende darauf ging es zu meinem zweiten Saisonhöhepunkt nach Nortorf bei Kiel. Hier startete ich wieder beim 24 Stunden Marathon und hatte mir einiges vorgenommen. Es lief zunächst auch gut und vor allem ohne Schmerzen. Vier Runden am Stück (112 km) in einer für mich guten Zeit. Dann eine erste kurze Pause und es ging wieder auf die Strecke. Jetzt stellten sich nach kurzer Zeit wieder die Knieprobleme ein. Ich nahm etwas Geschwindigkeit raus, aber es nutzte nichts. Nach nur zwei Runden fuhr ich wieder raus und machte eine längere Pause. Danach wieder auf die Strecke. Immer noch Schmerzen. Jetzt kamen noch Muskelkrämpfe dazu. Nach nur acht Runden und 280 km gab ich auf. Ich war ziemlich enttäuscht, aber die Vernunft siegte. Ich legte mich ein wenig hin und humpelte Morgens zum Frühstück. Dann ging es zurück nach Hause.

Nur eine Woche später startete ich dann in Boekelo/NL einen 300 km Brevet durch die Niederlande. Aufgrund meines Knies fuhr ich etwas gebremst, kam aber zwei Stunden vor der Zeit ins Ziel. Das Knie tat nur noch etwas weh.

Ende Juli war ich dann beim Bundesradsporttreffen in Hannover. Eine Woche lang nur RTF fahren. Leider waren es nur 6 RTF, da eine wegen starker Überschwemmungen ins Wasser fiel. Mein Knie hielt wieder und ich konnte an die gute Form im April anschließen. Ein echtes Highlight der Saison.

 

August 2017

Der August fing mit ein paar Radtouren an. Nach dem BRT war ich irgendwie gesättigt, was RTF anging. Erst am 20. August dann wieder eine RTF. Die 150er Strecke in Bocholt war schön, die Verpflegungssituation eher nicht. Na ja. Aber ich war fit.

Eine Woche später fuhr ich dann alleine in Moers die 156 km mit einem 27er Schnitt. Es lief gut. Einen Tag später fuhr ich dann nach Münster um meinen Neuerwerb, ein Rickert Spezial, abzuholen. Natürlich drehte ich mit dem Rennrad auch direkt eine Runde durchs Münsterland. Mein Keller füllte sich so langsam mit Rädern.

 

September 2017

Das Rickert nahm ich dann auch Anfang September zur RTF nach Oberhausen mit. Das Rad fuhr sich richtig gut und wird wohl meinem Peugeot in Zukunft bei RTF Konkurrenz machen. Das war dann für einige Zeit meine letzte RTF, da ich einen Todesfall zu betrauern hatte und mir nicht mehr der Sinn nach Punktejagd stand.

Dafür fuhr ich ab und zu die ein oder andere kürzere Tour. Und ich war bei der Klassikerbörse in Köln, wo ich ein restaurierungsbedürftiges RIH Mistral kaufte. Noch ein Rad mehr.

 

Oktober 2017

Mitte Oktober fuhr ich dann zum Saisonabschluss doch noch mal eine RTF. In Haltern fuhr ich mit Günter die 114 km in einer annehmbaren Zeit.

Danach kamen noch ein paar kürzere Touren, aber nichts was sportlich forderte.

Dafür wurde ich mit der Restaurierung des RIH fertig. Die war doch aufwändiger und teurer wie gedacht. Eine erste Probefahrt war vielversprechend. Das Rennrad von 1981 war eine gute Ergänzung zu meinem Bianchi für Klassikerfahrten. Ende des Monats führte ich dann noch die Hugo Rickert Gedenkfahrt zum 6. Todestag des genialen Rahmenbauers.

 

November 2017

Der November fing mit einer Fahrt in die Nähe von Mönchengladbach an. Etwas Geld wechselte die Besitzerin und ich war im Besitz eines 1994er GT Karakoram. Ich brauchte unbedingt ein vernünftiges MTB für den Winter. Und ich fand es in den Kleinanzeigen. Eine erste Fahrt über matschige Feldwege war vielversprechend.

Mitte November war dann Clubfest mit den Ehrungen. Ich hatte trotz meiner Probleme die meisten Punkte und wurde Vereinsmeisterin bei den RTF.

Um meine Form ins nächste Jahr zu retten, folgten einige längere Touren über 100 km, unter anderem auch in den Niederlanden.

 

Dezember 2017

Anfang des Monats war ich dann bei den Ehrungen des Bezirks. Immerhin erreichte ich wieder den 2. Platz der RTF-Wertung in meiner Altersklasse. Es gab einen schönen Pokal fürs Regal.

Ansonsten versuche ich im Dezember noch möglichst viele Kilometer zusammen zu bekommen. Denn die neue Saison fängt schon im Januar an.

Alle meine Ziele habe ich für 2017 nicht erreicht. Aber zumindest teilweise habe ich mich gegenüber 2016 verbessert. Und es ist für 2018 noch Luft nach oben. Auf jeden Fall bin ich nach der langen Saison wieder motiviert. Ich hoffe das hält lange vor.

10 alte Räder mit Baujahren zwischen 1981 und 2000 tummeln sich mittlerweile bei mir. Bin mal gespannt was 2018 noch dazu kommt.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

 

 

Wintertour Emscher Ruhr

09.12.2017

Es ging auf Mitte Dezember zu und der erste richtige Schnee fiel in Dortmund, und blieb auch vorerst liegen. Das bot mir Samstag Gelegenheit für eine Schneetour. Dafür war das GT mit seinen Stollenreifen prädestiniert. So fuhr ich gegen Mittag bei leichten Minusgraden los. Wie so oft startete die Tour auf Phönix-West.

 

Das alte Stahlwerk im Schneemantel. Ein schöner Anblick. Ich war gespannt wie sich mein GT Karakoram unter diesen Umständen schlug.

 

Auf Schnee und vereistem Schneematsch ging es über die Trasse des „Feurigen Elias“ rüber zum Phönixsee, früher Phönix-Ost. Auch hier sah es schon sehr winterlich aus. Die Traktion der Reifen war gut auf dem schwierigen Untergrund.

 

Weiter ging es an der Emscher entlang.

 

Ein schmaler holpriger und glatter Pfad führte mich dann nach Aplerbeck.

 

Vor dem alten Rathaus in Aplerbeck war der Nikolausmarkt bereits in vollem Gange. Doch mir war zu kalt für eine längere Pause und so folgte ich weiter der Emscher. Kurz vor Holzwickede verließ ich dann den Emscherweg und bog direkt rechts Richtung Emscherquelle ab.

 

An einer Bahnschranke hieß es dann warten bis der Zug kam. Wusste gar nicht das die Bahn auch im Winter fahren kann, wo der Wintereinbruch jedes Jahr doch immer so überraschend kommt.

 

Noch ein bisschen den Berg hoch und ich hatte den Emscherquellhof erreicht. Bisher hatte ich nur wenige Spaziergänger, meistens mit Hund gesehen. Radfahrer waren fast gar nicht unterwegs. Eine ruhige Fahrt also.

 

Von Holzwickede fuhr ich dann über Hengsen Richtung Schwerte. Es fing an zu schneien. Zum Glück war ich passend angezogen. Nur die Überzieher für die Schuhe hatte ich vergessen. Und so spürte ich meine Füße nach einiger Zeit nicht mehr. Egal, einfach weiter. Die würden schon wieder auftauen.

Dann folgte ich einem holprigen Pfad durch den Bahnwald zwischen Holzwickede und Schwerte.

 

Kurz hinter Schwerte erreichte ich dann die Ruhr, die ordentlich Wasser führte. Der Ruhrtalradweg, dem ich nun folgte, war schön leer. Ein paar Jogger und wenige Spaziergänger, aber größtenteils hatte ich den Weg für mich alleine.

 

Über diese Brücke bin ich schon öfters bei der WWBT (eine Winter Mountainbike Serie) gefahren. Davon gibt es auch einige Fotos. Dieses Mal fuhr ich zur Abwechslung mal unter der Brücke hindurch. Danach ging es auf gefrorenem Schneematsch steil berghoch auf den Höhenweg entlang der Ruhr. Ich war erstaunt wie gut das GT diese Aufgabe meisterte. Nicht einmal drehte das Hinterrad auf dem glattem Untergrund durch. Das MTB begeisterte mich immer mehr.

 

Das Haus Ruhr wurde passiert. In früheren Touren kam ich hier schon einige Male vorbei.

 

Auf dem gemütlichen Rastplatz direkt an der Ruhr machte ich dann eine kurze Pause. Der Wettergott meinte es wirklich gut mit mir. Was sarkastisch klingt, meine ich wirklich ernst. Ich hatte irgendwie voll Bock auf Winter. So oft schneit es hier ja nicht.

 

Unterhalb der Hohensyburg angekommen, verließ ich die Ruhr und fuhr hoch zur Burg. Um etwas Abwechslung zu haben, wechselte ich von der Straße auf einen steilen Pfad durch den Wald. Gespickt mit Steinen und Wurzeln und dazu noch ziemlich glatt, kam ich Kräfte mässig bald an meine Grenzen. Das MTB bot aber gute Traktion. Schließlich erreichte ich einen breiteren Weg und bog rechts ab.

 

Der Weg führte zu einem alten Bergbaustollen aus dem 19. Jahrhundert. Überall gab es hier solche alten Stollen, die aus Sicherheitsgründen gesperrt waren. Ich kehrte zur Straße zurück, wo ich nach ein paar hundert Meter den Abzweig zur Hohensyburg erreichte. Jetzt wurde es noch einmal etwas steiler. Ich fuhr zunächst zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

 

Von hier oben hatte man einen wunderbaren Ausblick auf die Ruhr. Na gut, dieses Mal war der Blick vielleicht etwas getrübt. Aber auch so gefiel es mir hier. Jede Menge Fußgänger waren hier oben, aber alle schön bequem mit dem Auto angereist und oben auf dem Berg geparkt. Radfahrer habe ich keine gesehen. Dann ging es vorbei an rodelnden Kindern und einigen Schneemännern rüber zur Burg.

 

Im Schnee wirkten die Burgruinen irgendwie noch morbider. Von hier oben hatte man die Ruhr früher schon gut im Blick und unter Kontrolle.

Dann sah ich eine Pflanze die wohl etwas zu optimistisch war. Blüten im Schnee bekam man ja nicht so oft zu Gesicht. Ab jetzt ging es erst einmal abwärts. Ich durchquerte Syburg und erreichte unterhalb das Wannebachtal, dem ich aber nur ein kurzes Stück folgte. Dann fuhr ich wieder bergauf, vorbei am Golfplatz. Das einzige was mir hier begegnete waren protzige SUV. Es lebe die Dekadenz. Gut das mein GT ohne Sprit fuhr.  Oben angekommen bog ich rechts auf die Wittbräucker Straße ab. Nach der Überquerung der A45 ging es links bergab nach Wellinghofen.

 

Dass Freibad in Wellinghofen konnte eindeutig über Besuchermangel klagen. Woran das wohl lag?

 

An der alten Kirche fuhr ich dann rechts runter nach Hörde. Aber vorher mal endlich ein Foto von dem alten Gebäude. War hier schon oft vorbei gekommen, aber Fotos habe ich kaum von dem alten Gemäuer. Am Nachmittag kam ich dann nach ca. 4 Stunden wieder zu Hause an.

 

Meine Füße spürte ich nicht mehr und kam mit dem Rad kaum die Kellertreppe runter. Die Tourdaten waren nicht so beeindruckend. Knapp 46 km und ein Schnitt den ich lieber nicht erwähne, sind kaum der Rede wert. Aber bei den Bedingungen ging das für mich in Ordnung. Es ging mehr ums durchhalten und weniger um sportliche Höchstleistungen (die ich bei den Bedingungen eh nicht leisten kann). Aber selten hat mir so ein Wetter einen solchen Spaß gemacht. Ach ja, ca. 500 Höhenmeter hatte ich auch noch zu verbuchen. Insgesamt musste ich schon sehr konzentriert fahren, um nicht zu stürzen. Das gelang mir auch. Fast. Auf dem engen Waldpfad unterhalb der Hohensyburg kam ich unfreiwillig zum stehen und klickte den rechten Fuß aus. Leider kippte das Rad nach einem kurzen Moment dann nach links und ich fiel in Zeitlupe in den hohen Schnee. Weder mir noch dem Rad passierte dabei etwas.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Channel Challenge 2017

02.12.2017

Die Idee zur Channel Challenge hatte Alex aka Mr. Sakura bereits 2016. Er wollte den Datteln-Hamm-Kanal von einem Ende zum anderen fahren, und wieder zurück. November 2016 bestritten wir die erste Channel Challenge. Die Herausforderung war einmal die größtenteils gerade Strecke immer am Kanal entlang und dann die niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dieses Jahr kam dann noch viel Matsch dazu.

 

Mein neu erworbenes 94er GT Karakoram durfte sich dieses Jahr seiner ersten Herausforderung stellen. Wir trafen uns Samstag Morgen in Herringen. Wir waren Mr. Sakura, Spike, Patate und ich. Mr. Sakura pilotierte seinen modernen Cyclocrosser, Spike und Patate Eigenbauten mit dicken Reifen. Es war neblig und schön kalt. Zunächst fuhren wir zum Kanal und dann Richtung Osten.

 

Jetzt war erst einmal warm fahren angesagt. Aber von der nebligen Landschaft war ich sehr fasziniert.

 

Gespenstisch wirkte der Hammer Hafen im Nebel. Die Welt sah ganz anders aus als gewohnt.

 

Nach ca. 20 km tauchte das Kraftwerk Westfalen in Uentrop am Horizont auf.

 

Wir hatten das Ende des Weges und des Kanals erreicht. Eine kurze Fotopause und wir machten uns auf Richtung Westen.

 

Der Nebel am Hafen hatte sich etwas gelichtet.

 

Die neue Brücke bei Herringen wurde überquert um eine erste Pause zu machen.

 

Ich nutzte die Zeit um Fotos von meinem GT zu machen. Es gefällt mir nicht nur gut, sondern es fährt sich mit seinen nur 11 kg auch sehr gut. Die Pause war vorbei und wir fuhren weiter Richtung Westen.

 

Da wo seit 1912 der Kanal ist, stand früher die Burg Homburg aus dem 11. Jahrhundert. Heute erinnert nur noch dieser Gedenkstein daran.

 

Wir passierten die Marina Rünthe. Hier wurde schon fleißig für den Bootsführerschein geübt. Ein paar Fahrschulboote waren in Betrieb. Erinnerte mich an meine Fahrschulzeit im Düsseldorfer Hafen Anfang der 90er Jahre. Navigieren nach Karte im Düsseldorfer Hafen. Auch meine Prüfung für den See und Küstenschein fand dort statt.

 

Stellenweise wurde es wieder nebliger. Die Kälte spürte ich gar nicht mehr so. Hoffentlich ein gutes Zeichen.

 

Am Horstmarer Meer plantschten bei den Temperaturen nur die Enten. Im Sommer war es hier richtig voll. Viel war eh nicht los. Kaum Radfahrer und ab und zu mal ein Spaziergänger mit Hund. Alles sehr friedlich und geradezu gemütlich.

 

Doch dann drohte doch noch Gefahr. Ein Hai im Preußenhafen! Schreck lass nach. Doch der war zum Glück ganz friedlich am Steg vertäut. Wir legten eine erneute Pause ein. Dieses Mal gab es statt Bütterken leckere frische Pommes und einen heißen Kaffee. Einige Freizeitschiffer und Hundeausführer trafen auch noch ein. Für einen kalten Dezembertag war ganz schön was los hier. Nach der Pause ging es weiter dem Anfang des Kanals zu.

So manche Brücke passierten wir dabei.

 

Und nicht nur wir trotzten Nebel und Kälte, einige Ruderer waren auch beim Training. Wer im Frühjahr fit sein will, muss jetzt was tun.

 

Wir erreichten den Anfang des Datteln-Hamm-Kanals am Dortmund-Ems-Kanal. Lands End sozusagen. Ein Foto mit Rädern und dann traten wir den Rückweg an. Zurück im Preußenhafen gab es eine letzte Pause. Für mich dieses Mal heiße Waffel mit Kirschen und Sahne und einen Pott schön heißem Kaffee. Ich schaute den Hunden beim spielen zu. Danach traten wir die letzten ca. 20 km nach Herringen an.

Es ging ganz gut voran, auch wenn sich der Nebel anscheinend nicht komplett lichten wollte.

 

Viele Gravelroads lagen auf unserem Weg. Manche waren schwarz wie Kohle. Unsere Räder sahen trotz Schutzblechen entsprechend aus. Aber wenigstens war ich einigermaßen sauber geblieben. Vom Kanal ging es dann wieder Landeinwärts nach Herringen. Kurz zuvor verabschiedeten wir uns von Spike und Patate, die noch etwas weiter Richtung Osten mussten. Alex und ich fuhren noch eine extra Runde um Herringen um die 110 km voll zu bekommen. Der Schnitt lag bei 18,5 km/h.

Es war wieder eine schöne Runde, gerade wegen dem Nebel. Ich erlebte den Kanal, den ich ansonsten sehr gut kenne, mal in völlig anderem Licht. Wir waren uns einig das es auch wieder eine Channel Challenge 2018 geben wird. Für mich ist das so ein bisschen das Einstimmen auf die Wintersaison.

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

 

 

Duisburg-Niederlande Brevet

25.11.2017

An einem Samstag Ende November wollte ich an einem privat organisierten 208 km Brevet teilnehmen. Der Start war in Duisburg-Rheinhausen und es sollte durch die Niederlande bis zum Kloster Achel in Belgien gehen. Am Start fanden sich über 30 Mitfahrer/innen ein.

Kurz nach 9 Uhr fuhren wir los.Das Tempo war von Anfang an hoch. Schnell rissen im Stadtverkehr erste Löcher auf. Ich fuhr relativ weit hinten, wie meistens, und versuchte die Löcher wieder zuzufahren. Das gelang mir am Anfang auch, kostete aber viel Kraft.

 

Irgendwann konnte ich an der Hauptgruppe nicht mehr dran bleiben. Wir waren jetzt nur noch eine kleine Gruppe. Andere versuchten jetzt das Loch zuzufahren, aber ich hatte bereits nicht mehr genug Kraft das Tempo zu halten. Nach einigen Kilometern fuhr ich dann alleine weiter.

Zunächst sah ich weit vor mir noch einzelne Fahrer, dann niemand mehr. Ich fand mein Tempo und versuchte nicht zu viel Zeit zu verlieren.

 

Dafür war es trocken und der Himmel zeigte immer mehr blau.

 

Alleine war wenigstens Zeit für einen kurzen Fotostopp.

 

Über eine Bahntrasse ging es nach Kempen, wo die erste Kontrolle war.

In der City von Kaldenkirchen kam ich dann mit zwei Mitfahrern, ebenfalls aus Dortmund an. Wir beschlossen ohne Pause weiter zu fahren.

Kurz darauf erreichten wir bereits die Grenze zu den Niederlanden. Von hier war es nicht mehr so weit zur Maas.

Bei Steyl nahmen wir die Fähre über die Maas.

Weiter führte uns die Route nach Helden und Panningen. Teilweise erwartete uns matschige Gravelroad. Mein Koga Miyata kam da mit den breiten aber profillosen Rennreifen und den engen Schutzblechen bereits an die Grenzen. Aber es ging noch.

Zumindest war es in Panningen ganz hübsch. Typisch Niederländisch eben. Meine Mitfahrer zogen das Tempo etwas an und ich verabschiedete mich von ihnen. Weiter ging es wieder alleine.

In einem Kreisverkehr dann die Frage: Sind das Klassiker oder können die weg? Kunst geht manchmal schon interessante Wege.

Auch dieser alte Bauernhof war ein toller Klassiker. Da wäre bestimmt viel Platz für alte Räder und eine gemütliche Werkstatt.

In der Nähe von Neederwert stand ich dann vor der Frage umkehren, oder weiter fahren? Links führte der Track weiter nach Belgien, rechts sah ich eine Möglichkeit in einem Bogen wieder zurück zu kommen. Bis zu diesem Punkt hatte ich knapp 80 km auf dem Tacho. Es wären noch ca. 25 bis 30 km bis zum Kloster und dann kam noch der Rückweg. Leider waren meine Kraftreserven etwas beschränkt. Ich war in den letzten Monaten einfach zu wenig gefahren. So beschloss ich den Rückweg anzutreten. Ich traf noch auf einen Mitfahrer, der sich gerade gestärkt hatte und ebenfalls umkehren wollte. So fütterte ich mein Garmin mit der Adresse in Duisburg.

Leider stimmte etwas mit der Einstellung der neuen Karte auf dem Navi nicht. Das Navi folgte auffallend oft sehr matschigen Wegen, die aber als Radroute ausgeschildert waren. Mittlerweile schliff der Matsch in meinen Schutzblechen ordentlich. Leider bekam ich den nicht so ohne weiteres heraus. Hätte bei den Wegen auch nicht lange etwas gebracht. Vor Venlo verabschiedete ich mich von meinem Mitfahrer, der Richtung Niederrhein musste.

Schön waren die Strecken die mein Navi aussuchte und vor allem sehr autofrei.

Ich genoss jetzt einfach die Herbststimmung und achtete nicht mehr auf das Tempo.

Bald kam ich wieder an der Maas an und fuhr mit der selben Fähre wie auf dem Hinweg nach Steyl rüber.

Jetzt setzte so langsam die Dämmerung ein. Ich schaltete das Licht ein und die Warnweste an.

Dann genoss ich den Sonnenuntergang. Ab jetzt ging es im Dunklen weiter. Über Grefrath und Kempen fuhr ich vorbei an Krefeld und Moers und erreichte um 20 Uhr das Ziel in Duisburg-Rheinhausen. 174 km standen auf dem Tacho. Der Schnitt war mit 19 km/h eher niedrig. Auch wenn ich die Strecke nicht ganz gefahren bin, war es eine schöne Tour, die mir meine momentane Grenze aufgezeigt hat. 34 km weniger waren auch nicht die Welt. Aber es wäre schon ziemlich spät geworden. Am nächsten Tag hatte ich ziemlichen Muskelkater am ganzen Körper. Es war klar das ich über den Winter wieder mehr fahren muss, um im Frühjahr fit zu sein.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

Preußisch Münsterland

19.11.2017

Am Sonntag war ich mit Spike und Patate am Preußenhafen verabredet, zu einer Tour durchs südliche Münsterland. Vor 7 Uhr machte ich mich noch im Dunkeln auf Richtung Lünen. Nach gut 20 km war ich am Preußenhafen. Es war sehr frisch, aber zumindest trocken. Während ich zusah wie es immer heller wurden trafen meine Mitfahrer ein.

Der Preußenhafen ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Doch bei der Kälte machten wir uns lieber auf den Weg. Am Kanal entlang ging es nach Lippholthausen.

Dort machten wir einen kurzen Fotostopp an der Schlossmühle Buddenburg. Das dazugehörige Schloss stand leider schon lange nicht mehr. Und so fuhren wir weiter.

Wir bogen auf die Straße nach Vinnum ab. Wie oft ich diese Straße in beide Richtungen wohl im Laufe der letzten Jahre gefahren bin? Sicher unzählige Male bei diversen Touren und RTF. Weiter ging es Richtung Selm.

Von dort aus erreichten wir dann Schloss Nordkirchen. Hier machten wir frühe Mittagspause. Ich lehnte mein Rad an das Denkmal des hochnäsigen Hundes. „Wie der Herr so´s Gescherr. “

Dafür macht das Schloss immer noch einen feudalen Eindruck. Hier befindet sich unter anderem die Landesfinanzschule. Nach der Pause fuhren wir über Ascheberg nach Drensteinfurt.

Hier trafen sich zwei Metallrösser. Während meine Chimäre eher gemütlich war, strotzte das westfälische Pferd nur so vor Temperament.

Natürlich machten wir Station im Eishaus. Doch statt Eis gab es bei den Temperaturen Kaffee und eine heiße Waffel für mich.

Nun ging es nach Süden Richtung Hamm. Wir durchquerten auf kleinen Straßen die Ortschaften Mersch und erreichten schließlich Hövel. Dort trennte ich mich von meinen Begleitern und machte mich auf den Weg nach Dortmund. Wir freuten uns das wir trocken geblieben waren.

Doch zunächst fuhr ich am Hammer Hafen vorbei. Es wurde immer bewölkter, aber die Sonne ging eh bald unter. Es hatte dann doch noch angefangen zu regnen. Und es regnete sich ein. Na ja, zu Hause warteten die Heizung und trockene Klamotten. Und als Krönung ein heißer Tee und das warme Bett.  Schnell ging es weiter nach Herringen und dann Richtung Bergkamen. Dann sah ich am Horizont das Lanstroper Ei (ein alter eiförmiger Wasserturm). Dortmund war nahe, juchhuh. Zufällig führte ein asphaltierter Feldweg genau darauf zu. Der Weg führte mich genau vor einen Zaun und dahinterliegendem Gewässer. Doch dank einer Spaziergängerin fand ich dann doch noch den Weg nach Lanstrop.

Unterwegs traf ich dann weitere Eingeborene.

Ich versuchte mich ein bisschen in Smalltalk, aber anscheinend fühlte man sich beim Abendessen gestört. Na gut, ich merke wann ich nicht erwünscht bin. Arrogantes Volk.

Also trollte ich mich nach Hause wo ich mit der Dunkelheit eintraf. Eine anstrengende, aber sehr schöne Tour ging zu Ende. 133 km kamen immerhin zusammen. Und ich war ziemlich groggy.

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

Auf die Hardt(e) Tour

05.11.2017

Über ebay Kleinanzeigen entdeckte ich ein Mountainbike von GT (Gary Turner). Das Karakoram von 1994 mit Stahlrahmen war damals für mich ein aus finanziellen Gründen unerfüllter Traum. Jetzt als gut erhaltenes gebrauchtes MTB ging dieser Traum 23 Jahre später doch noch in Erfüllung. In der Nähe von Mönchengladbach holte ich das Rad Nachmittags ab. Noch genug Zeit für eine erste kurze Tour. Ich parkte mein Auto in Mönchengladbach Hardt und fuhr einfach der Nase nach.

Der Weg führte mich nach Süden aus Hardt heraus. Die Felder wurden bald durch einen matschigen Waldweg abgelöst.

Ich folgte einigen Waldwegen Und kam schließlich wieder an eine Straße. Ich überquerte sie und fuhr auf der anderen Seite wieder durch den Wald. Noch war es hell genug. Ich genoss die Tour mit dem MTB.

Als ich das Waldgebiet verließ kam ich an den alten Ehrenfriedhof. Hier waren unzählige gefallene Soldaten begraben. Arme Schweine. Kriege sind so sinnlos und unmenschlich.

Dann ging es auf Pfaden durch den Vorster Busch.

Hier ließ es sich gut biken und auch Hunde ausführen, wie ich feststellen musste. Weiter führte mich der Weg vorbei am Borussia-Park.

Es wurde langsam dunkel und ich wollte mich auf den Rückweg machen. Auf dem Navi konnte ich sehen wo ich gestartet war und wusste so die Richtung. Da schien ein Feldweg genau richtig zu sein. Von weitem sah ich das Andreaskreuz und wühlte mich durch den schlammigen Weg. Dann die Überraschung. Nicht nur das die Bahnlinie längst stillgelegt war, auf der anderen Seite des Andreaskreuzes war überhaupt kein Weg.

Und die Strecke schien wirklich schon länger nicht mehr befahrbar zu sein. Also wieder zurück auf die Straße.

Noch einmal kreuzte ich die Bahnlinie. Die schien wirklich schon sehr sehr lange außer Betrieb zu sein. Jetzt fuhr ich über Straße nach der Karte meines Navis zum Auto zurück. Das dreckige Rad wurde verstaut, ich zog mich um und trat im Dunkeln den Heimweg an. Knapp 22 km gaben einen ersten Eindruck vom Rad. Und der war durchweg positiv.

Auch aus heutiger Sicht ist das MTB noch gut und vor allem leicht. 11 kg bestätigte mir später die Waage. Es macht einfach Spaß mit dem GT zu fahren. Und die Farbe gefällt mir auch sehr gut. Auch wenn ich jetzt schon einige blaue Räder habe.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Hugo Rickert Gedenkfahrt

31.10.2017

 

Hugo Rickert galt als einer der besten Rahmenbauer Deutschlands. Natürlich lebte und arbeitete er in Dortmund. Nach mehreren Schlaganfällen war er einseitig gelähmt und musste mit über 70 den Rahmenbau aufgeben. Er zog nach Frömern, wo er im Oktober 2011 starb. Da ich selber seit kurzer Zeit ein Rad von Rickert fahre, kam die Idee auf mit einigen Gleichgesinnten den alten Meister zu ehren und eine Rickert Gedächtnistour zu seinem 6. Todestag zu fahren. Es sollten die beiden Wirkungsstätten in Dortmund angefahren werden und anschließend das Grab in Frömern besucht werden. So trafen wir uns Sonntags auf Phönix-West.

 

Zunächst ging es eine Runde auf die Dortmunder Niere. Das ist eine Radrennstrecke neben Phönix-West. Diese Strecke wurde 1980 von Dortmunder Radsportvereinen gebaut und hat die Form einer Niere. Hier werden bis Heute Vereinsrennen, unter anderem von „Sturm“ Hombruch veranstaltet. Früher sicher auch oft auf Rickert Rädern. Alleine in meinem Verein hat fast jedes ältere Mitglied noch ein Rickert im Keller.

Weiter ging es Richtung Innenstadt. Wir fuhren durchs Kreuzviertel und erreichten schließlich Hugo Rickerts ersten Laden in der Weißenburger Straße. Vorher wurden die Rahmen seit 1950 in der Garage des Schwiegervaters gelötet.

Mittlerweile ist in dem alten Laden eine Fahrschule ansässig. Doch es gibt noch Fotos mit Rickert und seiner Frau Doris vor dem Laden in der Innenstadt. Jahre später zog es Rickert dann nach Dortmund-Eving. In der Nähe der Zeche Minister Stein entstand der neue Laden mit Werkstatt.

So erreichten wir die Dammstraße, wo unsere Rickerts gebaut wurden. Hinten war die Werkstatt. Mein Rad war mit Baujahr 2000 eines der letzten die dort entstanden. Heute erinnert hier leider nichts mehr an den seinerzeit berühmten Rahmenbauer.

Nun kam der längere Teil der Tour nach Frömern. Auf dem Weg standen auch einige Höhenmeter, da wir auf den Haarstrang mussten. Zunächst führte die Route nach Scharnhorst und weiter nach Kurl. Über Wickede ging es dann am Dortmunder Flughafen vorbei.

Wir passierten Holzwickede am Rande und kamen schließlich am Bismarckturm in der Nähe von Strickherdicke vorbei.

 

Nur ein kurzer Fotostopp und weiter ging es. Schließlich erreichten wir Frömern.

Wir legten eine Gedenkminute am Grab ein und zündeten eine Kerze für Hugo Rickert an. Ich hoffte das ihm unsere Räder gefielen.

Der Rückweg führte uns am alten Bahnhof von Frömern vorbei. Er ist jetzt in Privatbesitz.

Zurück fuhren wir über Ardey, Dellwig und Altendorf. Danach durchquerten wir Hengsen und erreichten in Sölde wieder Dortmunder Gebiet. Vorbei an der Aplerbecker Mark erreichten wir schließlich nach 67 km wieder Hörde und Phönix-West. Ich verabschiedete mich von meinem letzten Mitfahrer und trat den kurzen Heimweg an.

Auch wenn der Sonntag ein wenig kälter wie noch der Samstag war, war es eine schöne Tour. Wir hatten auch Glück und blieben trocken. Und es war schön diese Tour mit einem meiner Lieblingsräder zu fahren. Ohne Hugo Rickert gäbe es dieses Rad und viele andere nicht. Ich hoffe er blickt aus dem Radlerhimmel mit Wohlwollen auf uns hier unten. Und ich hoffe er weiß es zu schätzen das wir seine Räder und ihn in Ehren halten.

Jennifer aka Sonne-Wolken