Flucht vor dem Sturm

13.05.2018

Am zweiten Sonntag im Monat sollte eigentlich in Münster wieder eine Klassikerausfahrt statt finden. Leider wurde diese Morgens wegen Sturm- und Unwetterwarnung abgesagt. Tom und ich entschlossen uns daher bereits um 10 Uhr in Lünen eine Ausfahrt zu starten. Tom fuhr mit seinem 90er Jahre Rickert, ich nahm mein Ende 80er Jahre Mücke. Das hatte ich am Samstag erst von Schalt/Bremshebel auf Unterrohrschalthebel umgebaut.

 

Die Steine an der Einfahrt zum Naturfreundehaus waren plötzlich ziemlich bunt. Keine Ahnung warum man die so grell anmalte. Wir überquerten die Lippe und passierten den Rand von Wethmar.

 

Dann kam schon Schloss Cappenberg in Sicht. Es war sommerlich warm und sonnig. So fuhren wir in kurz/kurz. Kein Gewitter in Sicht.

 

In flottem Tempo ging es vorbei an Bork. Radsportler des örtlichen Vereins kamen uns kurz darauf entgegen. Es wurde freundlich gegrüsst.

 

Richtung Norden erreichten wir Nordkirchen. Doch dieses Mal ohne Abstecher zum Schloss.

 

Die Landschaft präsentierte sich herrlich grün und duftend. Da konnte ich auch den starken Pollenflug ertragen. Zudem war es bereits windig.

 

Einen kurzen Halt nutzte ich dann für ein paar Fotos vom Mücke.

 

Die klobigen STI-Hebel werden noch gegen schlankere Aerohebel ausgetauscht. Geschaltet wird ja jetzt am Unterrohr. So sieht das Rad wieder etwas klassischer aus. Das kommt dem Baujahr Ende der 80er Jahre mehr entgegen.

 

Immer wieder ging es auch bergauf. Die meisten Steigungen waren aber flott zu fahren. Allerdings merkte ich das meine Kräfte langsam nachließen. Zeit für eine Essenspause. Doch die sollte noch etwas warten müssen. Zunächst erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Route hinter Ascheberg.

 

Radfahrer waren nur sehr wenige unterwegs. Anscheinend ließen sich die meisten vom Wetterbericht einschüchtern. So hatten wir die Straßen und Wege die meiste Zeit für uns. So kamen wir durch Capelle.

 

Endlich kam Südkirchen und damit die ersehnte Pause in Sicht.

 

Nach 65 km hatte ich mir eine Stärkung redlich verdient. Ein leckeres belegtes Brötchen und etwas zu trinken sollten neue Energie geben. Leider waren die riesigen Schweineohren ausverkauft und so gab ich mich mit einer Nussecke als Nachtisch zufrieden. Der Himmel hatte sich sichtlich zugezogen und es wurde richtig windig. So hielten wir unsere Pause etwas kürzer und machten uns bald auf den Rückweg. Zum Glück war Lünen nicht mehr so weit weg.

 

Der Wind blies ordentlich. Es sah nach Sturm und Gewitter aus. Mit etwas Glück würden wir es noch trocken zurück schaffen.

 

Tom gab ordentlich gas und ich konnte kaum noch folgen. So ganz die alte Geschwindigkeit hatte ich noch nicht wieder.

 

Doch bald hatten wir den Datteln-Hamm-Kanal erreicht. Über die Brücke ging es auf die andere Seite des Kanals.

 

Direkt um die Ecke kamen wir dann zum Preußenhafen. Nach knapp 82 km und ca. 450 Höhenmeter erreichten wir trocken unser Ziel. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei über 22 km/h. Als ich dann auf dem Weg mit dem Auto nach Dortmund war, fing es an zu regnen und die Temperatur fiel auf 15 Grad. Da hatten wir ja richtig Glück.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

„Friday on my mind“

11.05.2018

Mit Mr. Sakura (Alex) fuhr ich am Freitag von Hamm nach Salzkotten. Es ging durch die Soester Börde. Geplant war eigentlich eine Tour bis nach Paderborn. Wir hatten uns bei der Strecke über den alten Hellweg (mittelalterlicher Handelsweg zwischen Duisburg und Paderborn) aber mit der Entfernung verrechnet. Es sollten ca. 85 km sein. Das das nicht hinhaute merkten wir aber unterwegs. Doch zunächst trafen wir uns bereits um 7:30 Uhr in Herringen. Das Wetter war etwas diesig, aber trocken und mit zumindest zweistelligen Temperaturen. So fuhr ich erstmal mit langer Hose und Jacke. Nach der Begrüßung ging es dann auch bald los. Von Hamm fuhren wir erst einmal über Bönen Richtung Süden, um vor Werl auf den Hellweg zu kommen. Ich pilotierte mein Mücke, das jedoch bald wieder Probleme machte. Die Schalthüllen der Schalt/Bremshebel waren durch die Lenkertasche bereits wieder so geknickt, das ich vorne nur auf dem 39er Kettenblatt fahren konnte. Aber wir hatten es eh nicht so eilig.

 

So ging es über Radwege, alte Bahntrassen und kleine Landstraßen relativ verkehrsfrei los.

 

Hinter Westhemmerde erreichten wir dann den Hellweg, den wir bis Soest schon kannten. Leider mussten wir feststellen das die Ausschilderung eher schlechter geworden war. Einige Schilder fehlten mittlerweile. Weiter ging es dann nach Hemmerde. In Büderich machten wir dann nach 10 Uhr eine Frühstückspause in einer Bäckerei. Ein leckeres belegtes Brötchen und Kaffee gaben Energie für die nächsten Kilometer. Durch die Baustelle mit der aufgerissenen Straße mitten im Ort kamen wir auch noch gut durch.

 

Kurz darauf erreichten wir schon Werl. Hier hielten wir uns nicht auf, sondern durchquerten es rasch.

 

Das teilweise grobe Kopfsteinpflaster schüttelte unsere Knochen allerdings ordentlich durch.

 

Hübsche alte Häuschen fanden sich auf dem Land allenthalben.

 

Teilweise führten die Wege mitten über einige Bauernhöfe. Doch viel war für einen normalen Freitag nicht los.

 

Der Landstrich war eindeutig durch die Landwirtschaft geprägt. Über das platte Land wehte auch noch ein ordentlicher Gegenwind.

 

Der Schwan bei Haus Lohe passte gut auf sein Nest aus. Also lieber nicht zu nahe kommen.

 

Weiter ging es durch Westönnen und Ostönnen. Die Strecke war teilweise sehr winkelig mit vielen Richtungsänderungen. Das machte uns etwas langsamer.

 

Ganz so platt war das Land dann doch nicht. Die ein oder andere Steigung sorgte für Abwechslung. Schließlich erreichten wir Soest. Leider kam ich auf die nicht so tolle Idee der Radwegausschilderung zu folgen. So ging es zwar auf Radwegen weiter, aber leider direkt neben einer viel befahrenen Straße. Was für ein Kontrast zu den schönen einsamen Sträßchen zuvor. Doch dann erreichten wir hinter Soest wieder eine Radroute, die verkehrsarm war.

 

Die führte uns durch einen Tunnel, der fast wie eine Höhle wirkte. Sitzgelegenheiten aus Stein und Holz und einige Feuerstellen verbreiteten den Eindruck einer modernen Steinzeithöhle.

 

Frische Erdbeeren gab es leider nicht, also fuhren wir weiter.

 

In Bad Sassendorf gab es dann viele Hinweise auf die Salzproduktion. Salz war in dieser Gegend mal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bereits im frühen Mittelalter begann die Salzproduktion.

 

Am Rande von Schmerlecke spielten unter anderem Pferde eine wichtige Rolle. Generell ist Westfalen ja bis Heute sehr den Pferden verbunden.

 

In Erwitte verloren wir dann die Wegweiser des Hellweg. Nach ein wenig suchen fanden wir aber zumindest eine Pizzeria. Mit Thunfisch/Zwiebelpizza und Pizzabrötchen plus einem alkoholfreiem Bier sorgte ich für mein leibliches Wohl. Es war schon später Mittag und allerhöchste Zeit. Leider fanden wir den Hellweg nicht wieder und fuhren auf dem Seitenstreifen der viel befahrenen B55 aus Erwitte hinaus. Ganz wohl war mir dort nicht, da teilweise LKW auf dem Seitenstreifen fuhren. Wenn uns da mal einer übersah. Nach ein paar Kilometern bogen wir dann rechts nach Bad Westerkotten ab. Dort fanden wir unseren Hellweg wieder. Allerdings mussten wir am Rande des Kurparks fahren, wo entsprechend viele Fußgänger auf dem kombinierten Rad/Fußweg waren. Weiter ging es nach Störmede und Geseke. Uns war längst klar das Paderborn nicht mehr wirklich gut erreichbar war. Uns lief die Zeit weg. Mir reichte Salzkotten als neues Ziel durchaus aus. Alex hatte auch nicht unbedingt den Ehrgeiz Paderborn noch zu erreichen. Wir würden eh erst im Dunkeln wieder in Hamm ankommen. Mit Paderborn wären es noch mal zwei Stunden im Dunkeln mehr.

 

In Salzkotten stießen wir dann noch auf die Hinweispfeile einer RTF. Die war wahrscheinlich am Wochenende. Wir erreichten den Marktplatz und setzten uns draußen vor eine Eisdiele. Ein leckeres Spaghettieis genossen wir, bevor es an die Rückfahrt ging.

 

Neben dem Marktplatz befand sich der Küftfelsen. Hier wurde seit dem Mittelalter eine Solequelle durch ein Brunnenhaus geschützt. Im Laufe von Jahrtausenden entstand das Felsplateau durch Ablagerungen des Quellwassers. Erst gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Über 100 km hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Tacho.

 

In Erwitte fanden wir dieses Mal, aus der anderen Richtung kommend, die Hinweisschilder und passierten den Stadtgarten und das Schloss Erwitte. Witzigerweise kamen wir direkt an einer Seitenstraße neben der Pizzeria raus. Hätten wir das geahnt, wäre uns die B55 erspart geblieben. Mittlerweile war auch klar das wir auf jeden Fall ins Dunkle kamen. Zum Glück hatten wir Beide Licht an unseren Rädern.

Nachdem der Nachmittag sonnig und warm war, wurde es am späten Nachmittag wieder bewölkter und etwas kühler. Statt der Jacke reichten mir aber die Armlinge. In Soest fuhren wir dieses Mal direkt durch die Stadt. Das war angenehmer und deutlich kürzer. Vor Haus Lohe machten wir noch mal eine letzte Verpflegungspause auf einer Bank. Zwei Bananen und ein paar vegetarische Frikadellen sollten bis zum Schluss reichen. Schnell hatten wir dann über den Hellweg auch wieder Werl erreicht. Hinter Werl fuhren wir über Lenningsen auf einen alten Bahndamm und dann nördlich nach Bönen.

Mittlerweile war es dunkel geworden und wir machten noch mal eine kurze Pause. Dann fuhren wir über Nordbögge, vorbei an Pelkum zurück nach Herringen. Dort kamen wir um 22:30 Uhr nach 206 km und ca. 1.000 Höhenmeter mit einem Schnitt von knapp 20 km/h wieder an. Eine lange, aber interessante Tour ging zu Ende. Wir hatten zwar Paderborn nicht erreicht, aber doch einiges gesehen und erlebt. Und Paderborn läuft uns sicher nicht weg. Nachdem ich in letzter Zeit etwas geschwächelt hatte, lief es wieder ganz gut. Zumindest bekam ich auch an den Steigungen keine Kreislaufprobleme mehr. Und ich schaffte problemlos wieder 200 km. Das machte mich wieder zuversichtlich bei den Strecken die mir in den nächsten zwei Monaten noch bevor stünden. Das Mücke baute ich dann direkt am Samstag auf Unterrohrschalthebel um. Das Experiment Shimano STI war für mich zumindest bei Randonneuren gescheitert. Die Schaltzüge werden durch die Lenkertasche einfach zu sehr geknickt. Also back to the roots. Hatte ich doch an den meisten meiner Rennräder Unterrohrhebel.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Kaffeeklatsch bei Schauff

10.05.2018

Am Feiertag lud Jan Schauff alle Freunde der Firma Schauff und alter Rennradklassiker zum Kaffee trinken und vor allem Fachsimpeln in die Halle der Firma nach Remagen. Mit Tom und Phillip folgte ich dieser Einladung nur zu gerne. Schauff hat eine sehr lange Radsportgeschichte. Bereits 1932 wurden in der Nähe der Radrennbahn Köln Renn – und Bahnräder gebaut. Auch unterstütze Schauff Radsportvereine und professionelle Teams. Und das nicht nur im Rennradbereich, sondern auch bei BMX, Mountainbike und anderen Radsportdisziplinen.

 

Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreichten wir Remagen. Wir wurden direkt von einem alten Teamfahrzeug stilgerecht empfangen.

Der Citroen CX aus den 80er Jahren besitzt bereits ein H-Kennzeichen. Hoffentlich bleibt er noch lange erhalten.

 

Die Verkaufshalle hatte Jan mit seinen Mitarbeitern am Vortag leer geräumt und dann liebevoll mit Rädern seiner Sammlung ausgestattet. Das Schauff von 1938 gefiel mir nicht nur wegen des Alters. Der Besitzer hatte es 1938 gekauft und war dann über 40 Jahre damit gefahren, bevor Jan es zurück bekam. Damals schaltete man noch am Oberrohr. Ansonsten hatte das 80 Jahre alte Rad schon viel Technik die durchaus Heute noch üblich ist.

 

Das Aerorad mit ovalen Stahlrohren war Anfang der 80er Jahre sehr modern. Die Aerobremshebel AX von Shimano mit innen verlegten Zügen waren damals so innovativ das sie sich zunächst nicht durchsetzten. Erst Ende der 80er Jahre war dann die Kundschaft wirklich bereit für diese Neuerung.

 

Ein vier Sterne Querfeldeinrad. Vier Sterne bekamen nur die besten Modelle von Schauff. Dieser Crosser (wie man Heute sagt), hatte es mir angetan. Ein schönes Rad um mal abseits befestigter Wege zu fahren.

 

Schauff baute auch Räder die wie hier mit Rudi Altig gelabelt waren. Dieses schicke Bahnrad würde mir auch gefallen. Aber die meisten Rudi Altig Räder wurden für Kaufhäuser gebaut. In meiner Grundschulzeit Anfang der 70er Jahre wollte Jeder so ein Rad haben. Rudi Altig war im Radsport einfach ein Begriff. Genau wie Hennes Junkermann und Eddy Merckx. Auch Räder mit diesen Namen wurden von Schauff produziert.

 

Dieses Rad gehörte nicht zu der Sammlung von Jan Schauff, sondern wurde von einem der Besucher mitgebracht. Es war gerade neu aufgebaut worden, aber noch nicht ganz fahrfertig. Mich sprach es aufgrund der schönen Farbe und der Rahmengröße von 64 cm an. Außerdem war es komplett mit Campagnolo Record aufgebaut. Glücklicher Besitzer.

 

Ein sehr spezielles Bahnrad erregte auch meine Aufmerksamkeit. Der Lenker war direkt am Gabelkopf befestigt, bzw. ein Teil mit dem Gabelkopf. Eine Spezialität von Schauff. Dadurch wurde die Sitzposition natürlich extrem, brachte aber eine gute Aerodynamik und damit hohe Geschwindigkeit.

 

Aber nicht nur Räder gab es zu sehen. Jede Menge Teile zum Rahmen- und Radbau waren ebenfalls versammelt. Dazu gehörten natürlich auch diverse Steuerkopfschilder.

 

Bei den Rahmen bekam sicher so mancher feuchte Hände. Das Kindertandem erfreute sich bei zwei Jungs großer Beliebtheit.

 

Ein Tandem ganz anderer Art hing an der Decke. Mit diesem Tandem wurde 1979 ein neuer Weltrekord mit 145 km/h aufgestellt. Das Kettenblatt besitzt 122 Zähne. Damit kann man nicht anfahren, sondern muss angeschoben werden.

 

Eine ganze Sammlung von Rahmen präsentierte sich auf diesem Ständer. Einer war ebenfalls für einen Weltrekord gebaut worden. Er war so schwer, das ich dachte er wäre mit Blei ausgegossen. Das Gewicht diente der Fahrstabilität bei sehr hoher Geschwindigkeit.

 

Ein BMX-Rad mit Seitenwagen hatte ich vorher auch noch nie gesehen. Echt ungewöhnlich.

 

Das Mountainbike von Schauff besitzt eine sehr frühe hydraulische Scheibenbremse von Shimano. Heute bei MTB ganz normal, damals etwas Besonderes.

 

Dieser schöne goldfarbene Bahnrahmen hatte es mir sehr angetan. Zum Glück (oder leider) hatte er nicht meine Größe.

 

Ein alter Rahmen mit Nervex Muffen. Ich nenne sie immer Teddyohren, da die Umrisse der Muffen wie der Kopf eines Teddybärs aussehen. Zu gerne hätte ich ein Rad mit diesen Muffen aus den 50er oder 60er Jahren. Aber leider gab es damals nicht so große Rahmen. Ich bräuchte mindestens einen 62er.

 

Auch Werkzeug und Maschinen aus der Produktion gab es zu bestaunen. Hier eine Rohrbiegemaschine von 1936. Leider etwas groß und schwer für den eigenen Keller.

 

Aus den 60er Jahren dann eine Speichenspannmaschine. Laufradbau leicht gemacht. Leider nichts für die eigene viel zu kleine Werkstatt.

 

Hier wurden dann die Rahmen gebaut. Echt faszinierend zu sehen wie früher Räder gebaut wurden. Und manches kommt sicher auch teilweise Heute noch zum Einsatz.

 

Das Peleton war bereits unterwegs. Stilvolle Wanddeko.

 

Schauff war mit seinen Teamfahrzeugen auch bei vielen bekannten Radrennen dabei.

Zwischendurch gab es eine kleine Kaffeepause mit leckerem Kaffee und selbst gebackenen Rhabarberkuchen (ich liebe Rhabarberkuchen, da vergesse ich sogar meine Diät). Vielen Dank für die nette Bewirtung. Und Danke an Jan für die Einladung.

Jede Menge Gespräche führte ich mit einigen bekannten Forumsmitgliedern des Klassikforums und auch mit einigen neuen Gesichtern. Immer wieder schön die Leute zu treffen die hinter den ganzen Nicknamen stecken. Auch Jan Schauff hatte wieder jede Menge zu erzählen. Viel zu schnell ging der Nachmittag rum. Erst um 19 Uhr verabschiedeten wir uns von Jan und fuhren nach Hause. Ich nahm jede Menge Eindrücke mit nach Hause. Ein Schauff habe ich schon länger auf meiner internen Liste. Eines Tages wird mir ein vier Sterne Modell in der richtigen Rahmengröße über den Weg laufen. Bestimmt.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

 

Montagstour

07.05.2018

Da ich langes Wochenende hatte, fragte ich Tom Montagmorgen ob er nicht Lust auf eine kleine Klassikertour hatte. Ich wollte mein neu aufgebautes Raleigh endlich mal fahren. Das Wetter war geradezu sommerlich bei 25 Grad und wolkenfreiem Himmel. Wir fuhren zunächst mit dem Auto nach Unna, wo unsere Tour über den Haarstrang im Süden der Stadt am Kortelbach startete. Zunächst fuhren wir nach Süden, vorbei an der Jacobs-Quelle. Kurz hinter der Quelle bogen wir nach Osten ab und erreichten Kessebüren.

 

Hier ging es schon ordentlich auf und ab. Anfangs konnte ich auch noch einigermaßen mit Tom mithalten.

Die Aussicht auf die hügelige Landschaft des Haarstrangs, einer Hügelkette am Rande des Sauerlandes, war immer wieder schön. Bei dem Sommerwetter machte es natürlich doppelt Spaß hier zu fahren. Teile der Strecke kannte ich bereits von der RTF-Strecke meines Vereins.

Ich fühlte mich jedenfalls auf meinem Raleigh sehr wohl und hatte dieses Mal auch keine Probleme mit Rückenschmerzen. Die Sitzposition empfand ich als sportlich, aber noch bequem. Das Rad passte einfach. Passend zum Alter des Raleigh trug ich dann auch ein älteres Trikot meines Vereins. Das Design hatten wir fast unverändert seit den 50er Jahren bis in die 90er Jahre hinein. Weiter ging es über Ostbüren und Bausenhagen.

Überall auf dem Haarstrang und auch unten in der Soester Börde wuchsen die Windräder aus dem Boden. Auch wenn sie die Landschaft natürlich veränderten, kann man sich daran gewöhnen.

Irgendwie müssen wir ja den Strom für unseren großen Energiehunger produzieren. Und das Atomkraftwerke nicht wirklich sicher sind, sollte jedem eigentlich seit Tschernobyl und Fukushima klar sein. Und Kohlekraftwerke werden auch nicht mehr ewig betrieben werden können.

 

Kurze Pause oben auf dem Haarstrang an einem der Windkraftanlagen. Tom fuhr wieder mit seinem schönen 90er Jahre Rickert.

 

Dann führte uns die Route über Schlückingen nach Vierhausen. Manches altes Gemäuer war leider schon so baufällig das es eingezäunt werden musste. Hoffentlich rettete es Jemand bevor es zu spät war. Nächster Ort war Bremen. Und damit war nicht die Hansestadt oben im Norden gemeint. Unser Bremen war dann doch „etwas“ kleiner und weniger interessant. Bei Neheim ging es dann das erste Mal über die Ruhr. Wir folgten der Ruhr durchs Ruhrtal nach Westen.

Kurz vor Wickede querten wir ein zweites Mal die Ruhr. Dieses Mal mit Blick auf das Stauwehr.

Die Fahrt über die alte Eisenbahnbrücke hatte auch etwas Historisches.

Auf der Hauptstraße von Wickede legten wir dann eine Rast ein. Auf der Terrasse einer Bäckerei gab es für Tom Kaffee und Kuchen und für mich ein belegtes Brötchen und Apfelschorle. Na gut, ein Schweineohr gab es trotz Diät auch noch. Ich bemerkte wieder leichte Kreislaufprobleme und brauchte dringend etwas Energie. Nach der Pause fuhren wir dann weiter.

Westlich verließen wir Wickede und fuhren über Wiehagen, vorbei an Gut Scheda wieder nach Bausenhagen.

Jetzt ging es über den Hinweg wieder auf und ab Richtung Unna. An den längeren Steigungen hatte ich jetzt jedoch erhebliche Probleme Toms Tempo zu halten. So musste er immer wieder auf mich warten. Irgendetwas steckte mir immer noch in den Knochen. Noch drei Wochen vorher kam ich solche Steigungen gut und mit Tempo hinauf. Um meinen Körper nicht zu überfordern, wählte ich ein verträgliches Tempo. Spaß machte es mir trotzdem.

Zwischendurch noch mal ein Foto vom Raleigh. An die weicher zu bedienende Suntour-Schaltung gewöhnte ich mich langsam, nur die manchmal quietschenden Bremsen mussten wohl noch mal nachgeschaut werden.

 

Von Kessebüren war es nicht mehr weit nach Unna. So erreichten wir am Nachmittag nach knapp 60 km mit gut 800 Höhenmeter wieder unseren Ausgangspunkt. Mein Schnitt war mit 20 km/h für meine Verhältnisse eher lahm, aber dafür war es eine schöne sommerliche Tour über den Haarstrang. Solchen Wochenanfang hatte ich gerne. Leider musste ich am nächsten Tag wieder arbeiten. Und mein Raleigh? Der Lord bereitet mir viel Freude. Die Konkurrenz für mein Rickert und das Bianchi ist schon groß. Hoffe ich vernachlässige meine anderen Räder nicht zu sehr.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

Hausrunde

06.05.2018

Geradezu sommerliches Wetter brachten mich am Sonntag doch noch aufs Rad. Am frühen Abend pumpte ich die Reifen des zu kleinen Bottecchias für eine Runde durch die Umgebung auf. Das Rad bekam ich vor ein paar Wochen geschenkt. Es ist mir deutlich zu klein, aber eine kleine Runde wollte ich wenigstens damit fahren.

Bei 25 Grad und Sonne fuhr ich zunächst nach Phönix-West.

 

Das Stahlwerk Phönix-West hielt mit seinen Hochöfen mal wieder als Kulisse her.

 

Obwohl das Bottecchia dringend mal geputzt werden müsste, glänzte es mit seiner Team-Lackierung in der Sonne.

 

Weiter ging es zum Phönixsee. Hier war es vor allem am Südufer sehr voll. Trotzdem gelang mir ein Foto auf der Brücke ohne Menschen.

 

Über das Nordufer erreichte ich den kleinen Hafen an der Hörder Burg.

 

Die Hörder Burg versprühte ein bisschen historischen Charme im Neubaugebiet.

 

Die Insel mit der alten Thomasbirne lag schön in der Sonne.

 

Und ich gönnte mir, passend zum italienischen Rad, ein leckeres italienisches Eis. Die Diät hatte mal Pause.

Danach ging es über die Trasse des feurigen Elias zurück nach Phönix-West und dann nach Hause. 13 km kamen nur zusammen. Aber ich habe jeden Meter genossen. Das Bottecchia fuhr sich gar nicht so schlecht. Schade das es mir deutlich zu klein ist. Gefallen würde es mir gut.

 

Jennifer aka Sonne-Wolken

Bergische Talsperren Tour

05.05.2018

Am Samstag wollte ich eigentlich in Wuppertal beim 600er Brevet starten. Die Woche davor erwischte mich jedoch eine Erkältung. Auch wenn diese bereits wieder am abklingen war, sagte ich meine Teilnahme am Freitag ab. Ich fühlte mich noch etwas zu schlapp für 600 km in knapp zwei Tagen. Bereits beim 400er hatte ich gesundheitliche Probleme und erholte mich danach nur schlecht.

Da das Wetter aber sehr frühlingshaft werden sollte, mit 20 bis 23 Grad angenehm warm und ich einer Freundin versprochen hatte vor meinem Start am Samstag nach ihren Haustieren und Pflanzen in Lennep zu schauen, fuhr ich trotzdem ins Bergische Land. Im Kofferraum hatte ich mein Mücke dabei. Idee war eine kleine Genusstour am Nachmittag durch die Umgebung zu machen. Da ich in Lennep auch arbeitete, kannte ich mich in der Gegend ganz gut aus. So startete ich in kurz/kurz (das erste Mal dieses Jahr) gegen 14 Uhr, nachdem Tiere und Pflanzen versorgt waren, vom Hasenberg aus Richtung Radevormwald.

Zunächst führte mich der Weg durch das Bachtal aus Lennep heraus.

 

Kurz darauf erreichte ich bereits die Wuppertalsperre.  Im Hintergrund die Autobrücke nach Rade.

 

Ich suchte mir einen schöneren, aber auch hügeligeren Weg nach Rade. Da musste ich hoch. Es war steiler als es aussah und so kam mein Berggang (39/32) zum Einsatz.

 

Hier hatten selbst die Vogelscheuchen Stil. Aber kein Vogel wollte sich auf ein Tänzchen einlassen.

 

Nur den Kühen war es egal. Kein Wunder bei so saftigen Weiden hatten sie besseres zu tun. Guten Appetit.

 

Nun fuhr ich auf die Bahntrasse, die von der Krähwinkler Brücke nach Radevormwald führte.

 

Dann  erreichte ich den Markt in Radevormwald mit seiner typischen Kirche.

 

Weiter ging es entlang der Hückeswagener Straße nach Hückeswagen.

 

Als ich rechts nach Kormannshausen abbog, entdeckte ich auf einem Privatgelände englische Autos in verschiedenen Zuständen (bis hin zum Wrack). Der Reliant Scimitar GTE aus den 80er Jahren sah noch ganz gut aus. Bereits 1968 kam dieser doch recht ansehnliche Sportwagen auf den Markt. Für mich ein Beweis das die Briten doch mal Autos bauen konnten.

 

Weiter ging es sehr hügelig in einem Bogen nach Hückeswagen. Hier war kaum Verkehr. Nur eine Gruppe Rennradfahrer überholte mich. Allerdings hielten diese öfters an Abzweigungen an, um mich später, größer geworden, wieder zu überholen. Anscheinend wurden erst einmal die Mitfahrer eingesammelt.

 

Ich erreichte die Bevertalsperre, wo bereits einige Segelboote unterwegs waren. Mein Kreislauf schwächelte etwas und ich merkte das es Zeit war fürs Mittagessen. Es war bereits Nachmittag und das Frühstück schon lange her.

 

Über die alte Bahntrasse zwischen Marienheide und Bergisch Born fuhr ich nach Hückeswagen rein. Auf Höhe des alten Bahnhofs (da steht jetzt ein Einkaufszentrum) verließ ich die Trasse um in der Innenstadt etwas essbares zu finden.

 

Zu meiner Überraschung war gerade Bierfest, direkt unten am Schlossberg. Was wollte ich mehr.

 

Eine große Portion Thunfischpizza und eine halbe Maß alkoholfreies Münchner Bier sollten meinen Hunger und Durst stillen. Es war bereits 16 Uhr und aller höchste Zeit.

 

Und um die Pause perfekt zu machen spielte auf der Bühne die Coverband „We Two“ Musik von Paolo Conte, Eros Ramazzotti, Paul Young, Paul Simon, Bob Dylan und vielen anderen tollen Musikern. Und die kleine Band machte ihre Sache richtig gut. So blieb ich eine ganze Stunde dort und genoss die sommerlichen Temperaturen und die Musik. Gegen 17 Uhr musste ich dann aber doch wieder los.

 

Da ich gerade am Schlossberg war, musste ich da natürlich auch hoch. So folgte ich der steilen Kopfsteinpflasterstraße hoch zum Schloss. Bereits die Altstadt war sehenswürdig.

 

Das Schloss lag ruhig in der Sonne. Es hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Burg, als mit einem Schloss. Das  lag wahrscheinlich daran das sie bereits im 12 . Jahrhundert als Burg erreichtet wurde. Erst später wurde die Burg zum Schloss.

 

Nach der Abfahrt vom Schlossberg erreichte ich wieder die Bahntrasse und setzte meinen Weg nach Bergisch Born fort. Unterwegs erhaschte ich noch mal einen Blick auf die Wuppertalsperre.

 

In Bergisch Born dann noch mal eine kleine Trinkpause bevor ich über die Balkantrasse zurück nach Lennep fuhr.

 

Am späten Nachmittag erreichte ich die Panzertalsperre am Hasenberg. Sie ist Deutschlands zweitälteste Trinkwassertalsperre und wurde bereits 1893 vom Ingenieur Albert Schmidt fertig gestellt. Sie wird vom Panzerbach gespeist. Sie versorgte Lennep bis 1990 mit Trinkwasser. Vor ein paar Jahren wurde sie umfangreich restauriert und dient nun als Naherholungsgebiet. Nach einer letzten kleinen Pause in der Sonne legte ich die letzten Meter zum Startpunkt zurück. Doch die waren nicht ohne. Sehr steil ging es in Kurven hinauf zum Hasenberg. Nach 43 km und gut 700 Höhenmeter kam ich glücklich wieder an. Eine richtig schöne Genusstour mit viel Landschaft und Sehenswürdigkeiten hatte ich hinter mir. Genau das Richtige wenn der Körper noch nicht wieder richtig fit war, aber das tolle Wetter einen raus lockte.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

 

 

 

Revierparktour Herne

28.04.2018

 

Letzten Samstag stand ich relativ früh auf und wollte RTF in Herne fahren. Nach dem Aufstehen kamen mir aber Zweifel ob meines Vorhabens. Irgendwie fühlte ich mich müde und kaputt. Ich schloss einen Kompromiss und fuhr später los, um dann nur die 71er Strecke zu fahren. Hauptsache mal etwas Bewegung. Da es trocken bleiben sollte, wählte ich mein Raleigh als Begleiter aus.

 

Auch wenn mein Lord sehr italienisch aussieht, ist er Brite durch und durch. Gegen 20 nach 10 Uhr machten wir uns auf den Weg.

 

Es ging direkt sehr flott los und so stand bald ein 27er Schnitt auf dem Tacho. Von Herne führte uns die Strecke vorbei an Castrop-Rauxel und Henrichenburg.

 

Es war bewölkt, aber trocken und mit Temperaturen um die 15 Grad nicht so kalt.

 

Keine Ahnung wie oft ich schon an Schloss Bladenhorst vorbei gefahren bin. Seit dem 13. Jahrhundert ist an dieser Stelle bereits eine Burg erwähnt, die immer wieder um- und aufgebaut wurde. Heute ist das Schloss in Privatbesitz.

 

Leider bekam ich nach ca. 15 km überraschend Rückenschmerzen und musste Tempo raus nehmen. Ich fuhr jetzt meistens in Oberlenkerhaltung. Anscheinend war ich die sportliche Geometrie eines richtigen Renners nicht mehr so gewohnt, da ich dieses Jahr bereits ein paar Tausend km auf meinem Randonneur zurück gelegt hatte. Dort ist der Sattel ungefähr auf Lenkerhöhe, was eine entspannte Sitzposition selbst in Unterlenkerhaltung ergibt. Dazu kamen leichte Kreislaufprobleme, die ich auf meine Diät schob.

 

So quälte ich mich dann durch die schöne Landschaft des Münsterlandes. Zum fotografieren reichte es dann aber doch noch. An den Kontrollen machte ich dann mal wenigstens kurze Pausen.

 

Der Weg führte dann über den Rhein-Herne-Kanal nach Beckum. In Horneburg dann die Schlosskapelle. Dahinter lag das Schloss Horneburg, in dem sich ein Förderschulinternat befand.

 

Zwischendurch mal wieder ein Foto vom Lord vor ländlicher Kulisse. Das Kreuz befand sich auf einer kleinen Kreuzung, inmitten von Feldern und Wiesen.

 

Hier war dann auch die Streckenteilung. Vorbei ging es an Datteln und über den Wesel-Datteln-Kanal nach Olfen. Dort war dann der Wendepunkt der Tour. Nun ging es gegen den Wind.

 

Nein, der Lord war kein Spargeltarzan, sondern ein richtiges Racebike. Er konnte ja nichts dafür das ich dieses Mal nicht so fit war. Durch die Oberlenkerhaltung wurden aber zumindest die Rückenschmerzen erträglicher. Bei Schloss Sandfort in Vinnum hatten wir dann schon über die Hälfte der Strecke geschafft.

 

Richtung Waltrop gab es dann ein paar schöne Zufahrten zu den Höfen.

 

Dann erreichten wir das Schiffshebewerk in Henrichenburg. Der Lord war ganz begeistert von deutscher Ingenieurskunst. Doch wir mussten leider weiter.

 

Das maritime Motiv auf einer Hauswand erinnerte den Lord dann wieder an die glorreichen Zeiten der britischen Seefahrt. Was sollte ich ihm erklären das das wohl eher ein deutscher Schoner war.

 

Noch einmal etwas maritim wurde es am Rhein-Herne-Kanal. Jetzt waren es nur noch ca. 10 km bis ins Ziel.

 

Doch vorher stoppte mich noch eine geschlossene Schranke. Zeit für eine kleine Pause. Kurz vor dem Ziel traf ich dann noch Gabi, die ebenfalls die 71er Strecke fuhr. Nach ca. 77 km und 400 Höhenmeter kam ich mit einem Schnitt von 22,3 km/h ins Ziel. Die Strecke war ein paar km länger als angegeben. Das gab es ab und zu bei RTF. Kurz nach Gabi und mir kam auch Günter von der 111er Strecke ins Ziel. Ich fühlte mich ziemlich erledigt und stärkte mich mit einem Käsebrötchen und alkoholfreiem Weizen. Erstaunlicherweise machte sich meine Formschwäche nicht berghoch bemerkbar. Dort war ich oft fast genau so schnell, wie auf den geraden Stücken. Ich hoffte das ich mich bis zum meinem 600er Brevet eine Woche später noch erholen würde. Jedenfalls müsste ich meine Diät mal etwas abmildern.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken