„Vereinsausflug“

18.06.2017

Am Sonntag war RTF von Sölde und ich bekam Mail vom Verein das dort eine gemeinsame Ausfahrt geplant war. Gerd versuchte eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Ich war gespannt wieviele Vereinsmitglieder dem Aufruf gefolgt waren. Ich fuhr mit meinem frisch aufgebauten Koga Miyata Traveller rüber nach Aplerbeck, wo der Start war. Das waren gerade mal 6 Kilometer, also zu wenig für eine Sternfahrt. Nach und nach trafen ein paar Vereinsmitglieder ein. Gerd, Andreas unser 1. Vorsitzender, Uwe und Matthias fanden sich ein. Wir starteten zunächst nur zu viert, da Matthias noch auf seinen Bruder wartete. Das Wetter war sonnig mit ein paar Schleierwolken und die Temperaturen wurden schnell sommerlich. Uwe hatte mit seinem Singlespeed Colnago natürlich ein Handicap sobald die ersten Steigungen kamen. Wir fuhren am Anfang sehr langsam damit er mithalten konnte.

[​IMG]

Er bog jedoch bald auf die 40 km Route ab, während wir uns die 112er vorgenommen hatten. Jetzt zogen wir das Tempo deutlich an, aber ich konnte mit Gerd und Andreas im Flachen und auch auf kürzeren Steigungen noch gut mithalten.

[​IMG]

Zwischendurch fuhr ich auch mal vor um Fotos zu machen.

[​IMG]

So fuhren wir über Sölde und Holzwickede südlich von Unna Richtung Haarstrang.

[​IMG]

Lange gerade Sträßchen durch flache Landschaft waren ein Genuss bevor die Plackerei los ging.

[​IMG]

Dann kam die erste Kontrolle in Hemmerde. Das Gruppenfoto fiel noch etwas spärlich aus. Vielleicht gibt es zukünftig mehr Teilnehmer bei regelmäßigem Aufruf zu gemeinsamen Fahren.

[​IMG]

Kurze Pause dann ging es weiter nach Büderich.

[​IMG]

Hinter Büderich fingen dann die ersten richtigen Steigungen an. Am Anfang hatte ich noch die Kraft das Tempo mitzugehen, aber dann musste ich doch bei längeren Steigungen abreißen lassen und mein eigenes Tempo fahren.

[​IMG]

Wie immer fuhr ich gerne über den Haarstrang. Der weite Blick über die Landschaft war einfach grandios. Links die Soester Börde, rechts die ersten Ausläufer des Sauerlandes. Die Strecke wurde zu einem Auf- und Ab und ich sammelte Höhenmeter. Vorbei an Bremen (nein, nicht die Hansestadt), ging es über den Höhenweg des Arnsberger Waldes.

[​IMG]

Hier traf ich auf einen der berühmten Bismarcktürme. Doch mehr als ein kurzer Fotostopp war leider nicht drin.

[​IMG]

Auf dem Höhenweg konnte ich wieder etwas Gas geben um den Abstand zu den Mannschaftskollegen nicht zu groß werden zu lassen.
Dann kam die zweite Kontrolle einige Kilometer vor Echtrop auf dem Haarweg. Hier warteten Andreas und Gerd schon. Schnell zog ich noch mal ein paar Schrauben an meinem Koga nach, das sich bisher allerdings gut geschlagen hatte. Ich verpflegte mich, füllte die Trinkflaschen auf und gerade als wir losfahren wollten, kam Matthias mit seinem Bruder. Ich fuhr dann schon mal vor, da sie mich eh wieder einholen würden.

[​IMG]

Die Route verließ nun den Haarweg und führte in einem Bogen nach Stockum und damit zum Möhnesee. Die Anderen hatten mich mittlerweile eingeholt, aber ich folgte ihnen nicht, da ich unbedingt noch ein paar Fotos mit Seeblick machen wollte.

[​IMG]

Über den Möhnesee habe ich ja schon einiges geschrieben und ich freute mich immer wieder wenn ich dort war. Bei der Hitze hätte ich auch gerne mal ein kleines Bad genommen.

[​IMG]

Am See gab es ja durchaus den ein oder anderen netten Strand der sehr einladend wirkte. Aber ich musste leider weiter, da das Ziel wartete. Irgendwann hieß es dann auch Abschied vom See zu nehmen. Die Strecke führte nun durch Niederense. Und weiter nach Neheim zur Ruhr.
Nach 85 km kam dann in Echthausen die dritte Kontrolle. Gerd und Andreas saßen unter einem Baum im Schatten. Ich verpflegte mich und fuhr dann wieder vor. Das Terrain war wieder relativ flach und ich war nach einer Erholungsphase in meinem Element. Als die Anderen mich einholten konnten wir wieder ein ganzes Stück als Gruppe fahren. Matthias und sein Bruder waren auch hinter mir. So ging es durch Wickede und Fröndenberg an der Ruhr entlang. Hinter Halingen überquerten wir die Ruhr und fuhren auf die letzte größere Steigung bei Dellwig zu. Auf den zwei Kilometern Berghoch musste ich wieder abreißen lassen. Doch auf dem flachen Stück hinter Billmerich kam ich wieder an die Gruppe ran.

[​IMG]

Nach 118 km kamen wir mit einem Schnitt von über 25 km/h ins Ziel. Ca. 700 Höhenmeter waren vor allem am Haarstrang und im Arnsberger Wald zu bewältigen. Nach der Verabschiedung genehmigte ich mir noch ein kühles Radler, bevor ich mich um 14 Uhr auf den Nachhauseweg machte. Mit An- und Abfahrt kam ich dann auf 130 km mit dem Koga.

[​IMG]
Noch ein paar Worte zu meinem Koga. Insgesamt war ich mit dem Rad sehr zufrieden. Ein paar kleine Verbesserungen wie z.B. an dem Bremsdreiecken und dem Sattel werde ich sicher noch vornehmen. Die Bremsen funktionieren zumindest in Unterlenkerhaltung durchaus ausreichend. Die Übersetzung mit dem 48er Kettenblatt erwies sich als durchaus gut. Eine Änderung auf ein 50er Blatt scheint mir nicht nötig zu sein. Auch mit dem 38er Blatt kam ich prima klar. Das 28er benötigte ich noch gar nicht. Da sind also am Berg noch Reserven. Die Kassette hinten mit 11-32 hatte sich ja schon auf dem Yellow Bird bewährt. Die Sitzposition ist sportlich, aber bequem. Jetzt fehlen noch Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung zum perfekten Randonneur. Über die Conti Ultra Sport II kann ich zumindest unter trockenen Bedingungen nichts Negatives sagen. Bin mal gespannt wie sie sich dann bei Nässe verhalten. Insgesamt hat das Koga Miyata auf jeden Fall das Potential zu meinem neuen Lieblingsrad. Hoffe das Peugeot wird da nicht eifersüchtig.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Die Phönix-Runde

17.06.2017

Freitag und Samstag meines langen Wochenendes verbrachte ich überwiegend in meiner Werkstatt. Aus dem Koga-Miyata Rahmen sollte ein fahrbereites Rad werden. Am Samstag Nachmittag war es dann soweit. Das Rad war erst einmal bereit zum Einsatz. Bevor es am Sonntag auf einer RTF eingesetzt werden sollte, war natürlich eine Probefahrt nötig. So machte ich mich bei stark bewölktem Himmel und ca. 20 Grad auf eine Runde in meiner Gegend. Und was lag da näher als über das Gelände der beiden ehemaligen Stahlwerke Phönix-West und Phönix-Ost in Hörde zu fahren. Quasi mit dem Stahlrenner auf den Spuren des Stahls.

Vorbei am Hörder Neumarkt und der Herz-Jesu-Kirche erreichte ich an der Halde Entenpoth das Gebiet von Phönix-West. Die Phönixhalle ließ ich rechts liegen und fuhr zwischen den Gerippen der alten Kühltürme und des Gasometers auf die Konrad-Adenauer-Allee. Hier hatten sich schon viele neue Firmen angesiedelt und kühles Grau dominierte. Der ideale Hintergrund für meinen zwaarten Zwaan.

[​IMG]

Doch dann ging es weiter zu den Resten der Hochofenanlage. Rostiges Eisen bildete einen schönen Kontrast zu dem glänzenden Schwarz des Kogas.

[​IMG]

Dann nahm ich die alte Trasse des „Feurigen Elias“ Richtung Phönix-Ost. Auf dem Gelände des zweiten Stahlwerkes entstand in den letzten Jahren der Phönixsee.

[​IMG]

Aus dem alten Magazin des Stahlwerkes wurde ein Apartmenthaus. Alles hatte sich verändert. Alles wurde schicker und auch teurer.

[​IMG]

Am Ostufer des Sees dann wieder eines der typischen Fotos mit Rad auf der Brücke. Glaube ich habe mittlerweile jedes meiner Räder hier schon abgelichtet. Im Hintergrund der See und noch weiter hinten der Florian, unser Funkturm.

[​IMG]

Am Südufer passierte ich dann den kleinen Yachthafen. Hier war auch ein Segelclub aktiv. Passend zu dem See war auch die Größe der kleinen Segelboote.

[​IMG]

Dann ein Blick von der Kulturinsel, die durch eine Brücke mit dem Ufer verbunden ist. Wie man an den Baukränen sah, wurde noch immer fleißig rund um den See gebaut.

[​IMG]

Auf der Insel stand dann eine sogenannte Thomasbirne. Mit diesem Konverter von 1954 wurde Rohstahl veredelt.

[​IMG]

Die Hörder Burg war im Mittelalter wirklich mal eine richtige Burg. Doch bis auf die Grundmauern und Teile des Turms war nichts mehr original. Der Rest wurde immer wieder umgebaut und diente als Sitz der Verwaltung der Phönix Stahlwerke. Nach der Schließung des Stahlwerkes wurde die Burg restauriert und diente zeitweise als Heimatmuseum. Mittlerweile befindet sich die Sparkassen-Akademie in der Burg.

[​IMG]

Vor der Burg fließt der Hörder Bach und man fand Teile des Innenhofes aus dem Mittelalter.

[​IMG]

Neueren Datums ist der Yachthafen an der Burg. Links von dem Hafen befindet sich die Restaurantmeile des Sees. „Schöne“ neue Welt. Vielleicht alles etwas steril. Vor allem wenn man die Geschichte des Geländes bedachte.

[​IMG]

Über die Bahntrasse kehrte ich zurück nach Phönix-West. Das Gasometer war schon von Weitem zu sehen.

[​IMG]

Nach nur etwas über 14 km mit einem Schnitt von knapp 20 km/h endete meine kleine Probefahrt wieder zu Hause. Alles verlief problemlos und zufriedenstellend. Das Koga Miyata war einsatzbereit. Die RTF am nächsten Tag konnte kommen.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Die „verdammten“ Baumberge

15.06.2017

Donnerstag war Feiertag und die Wettervorhersage verhieß sommerliche Temperaturen. Da schien mir eine RTF durchs schöne und flache Münsterland genau das Richtige. Also machte ich mich Morgens auf den Weg nach Herbern. Im Gepäck meinen Yellow Bird. Es sollte die letzte Fahrt werden, da der gelbe Vogel als Teilespender für meinen neuen Koga Miyata Traveller herhalten sollte. Mittlerweile sieht er eher wie ein gerupftes Huhn aus. Ich beschloss die 150 km Strecke zu fahren. Eine flache schnelle Tour, genau das Richtige für den Yellow Bird, so dachte ich.

[​IMG]

So startete ich viertel nach Acht und fand nach kurzer Zeit eine flotte Gruppe. So ging es mit einem Schnitt von fast 30 km/h durchs Münsterland.
Zunächst führte die Strecke nach Bakenfeld und dann nach Ascheberg, wo wir wohl einen Abbiegepfeil übersehen hatten. Nach ein bisschen hin und her fahren trafen wir dann aber wieder auf die richtige Route.

[​IMG]

An der ersten Kontrolle nach nur ca. 20 km in Ottmarsbocholt am Backhaus ließ ich nur abstempeln und fuhr direkt alleine weiter. Die Temperatur stieg langsam während ich durch die typische Münsterländer Landschaft fuhr. Schleierwolken milderten das Sonnenlicht nicht wirklich.

[​IMG]

Die kleinen Landstraßen und asphaltierten Feldwege waren immer wieder schön zu fahren. Wenig Verkehr und weite Landschaft. Ich fand dann eine neue Gruppe.

[​IMG]

Ab und zu mal eine kleine Ortschaft oder ein Gehöft. So konnte es von mir aus ewig weiter gehen. Wir passierten Senden nördlich und erreichten über Appelhülsen schließlich Nottuln. Hier dämmerte mir bereits die Erkenntnis das ich mir die Streckenführung besser vorher angesehen hätte. Von wegen flach und so.

[​IMG]

Wir waren auf direktem Wege in die Baumberge. Schon an der ersten richtigen Steigung verlor ich den Anschluss an die Gruppe. Jetzt ging es wirklich nur noch darum oben anzukommen. Schnell gingen mir die Gänge aus und ich kämpfte mit aller Kraft um die steileren Rampen zu schaffen. Wie zum Hohn tauchte rechts von mir der Longinusturm auf. Verdammte Baumberge.

[​IMG]

Die Steigung schien sich schier endlos zu ziehen, wurde nach oben hin aber weniger steil. Dann ging es in kleinen Serpentinen bergab um darauf den nächsten kürzeren Anstieg zu präsentieren. Hätte ich mir das Streckenprofil vorher angeschaut, wäre mir sicher aufgefallen das der mittlere Teil der Route ein einziges auf und ab war. So musste ich die Erfahrung vor Ort machen.

[​IMG]

Flach war hier rein gar nichts mehr. Eher war es so eine Art Achterbahn. Und das mitten im Münsterland. So viel zu der These das Münsterland wäre flach. Ich durchquerte Darup und geriet mit einem Mitfahrer in eine Fronleichnam-Prozession, die wir aber über den linksseitigen Radweg passieren konnten.

[​IMG]

Mittlerweile war es so warm geworden das selbst die Tiere am Wegesrand den Schatten suchten.

[​IMG]

Ein Stück hinter Darup erreichten wir die zweite Kontrolle auf einem Bauernhof. Hier herrschte der pure Luxus. Es gab frisch gemahlenen und gebrühten Kaffee. Da ließ ich mich nicht zweimal bitten. Ein guter Kaffee ging immer, auch bei der Hitze.

[​IMG]

Auch die frisch gebackenen Waffeln fanden meine Zustimmung. Das gab Kraft für die nächsten Anstiege. Trotzdem hielt ich die Pause kurz.

[​IMG]

Weiter ging es auf der Achterbahn. Ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden das es nicht so flach wie gehofft war und dachte es könnte nicht mehr schlimmer kommen und passierte Hanrorup. Am Horizont sah ich Kloster Gerleve.

[​IMG]

Vorbei am Kloster und dann ging es wieder den Berg hoch. Zum Glück wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht das mir noch einige Steigungen bevor standen.

[​IMG]

Aber wenigstens gab es zwischendurch auch mal ein paar sanftere Wellen. Die konnte ich wenigstens mit etwas Tempo fahren.

[​IMG]

Am östlichen Rand von Coesfeld wendete sich die Strecke dann nach Billerbeck. Machte aber vorher noch einen nördlichen Schlenker nach Darfeld.

[​IMG]

Hinter Billerbeck erreichte ich dann wieder, bereits ziemlich durchgeschwitzt, die Gegend um den Longinusturm. Dieses Mal von der anderen Seite. Am Wegesrand dann die dritte Kontrolle. Hier gab es unter anderem Joghurt, der sehr erfrischend war. Die ebenfalls angebotenen Nudeln verschmähte ich, da ich keinen richtigen Hunger hatte. Vielleicht ein Fehler. Aber ich dachte das ich zu dem Zeitpunkt das Gröbste hinter mir hatte.

[​IMG]

Das Schlimmste stand mir aber noch bevor. Vor Schapdetten kam nach einer Linkskurve eine zweistellige Steigung die mit meiner Übersetzung nicht mehr fahrbar war. Mir fehlte einfach die Kraft. Also schieben, dachte ich. Aber auch das erwies sich als nicht so einfach, da meine Rennschuhe mit den Cleats auf dem steilen und heißen Asphalt einfach wegrutschten. Ich kam praktisch nicht vorwärts. Erst als ich rechts auf der Grasnarbe ging, schaffte ich die Steigung stark schwitzend zu Fuß. Man sollte nie zu voreilig denken das es nicht mehr schlimmer kommen konnte. Jetzt hatte ich das Gröbste aber wirklich geschafft. Nach 50 km in den Baumbergen sammelte ich meine letzten Kräfte und endlich kam die Fahrt wieder in Schwung und ich war flott unterwegs. Die letzten 50 km würde ich auch noch schaffen. Keine Frage.

[​IMG]

Am Rande des Venner Moors ging es durch Venne. In der Kreuzbauernschaft erreichte ich dann die vierte und letzte Kontrolle. Kurz darauf übersah ich einen Abbiegepfeil und fuhr ein paar Kilometer Richtung Amelsbüren, bevor ich meinen Irrtum bemerkte und umkehrte. Auch gut, ein paar Extrakilometer. Ich lag noch immer gut in der Zeit. Nach 154 km erreichte ich dann das Ziel in Herbern.

[​IMG]

880 Höhenmeter hatte die Route durch die Baumberge. Gar nicht so schlecht für das „flache“ Münsterland. Ich fühlte mich etwas groggy, aber ok. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug trotz der Höhenmeter noch 25 km/h. Knapp 1200 Teilnehmer „quälten“ sich bei Temperaturen bis 30 Grad über die verschiedenen Strecken. Nach der Abmeldung gönnte ich mir ein selbstgemixtes Radler ohne Alkohol und eine Pommes. Gegen 16 Uhr fuhr ich dann zufrieden nach Hause. Mit meinem Yellow Bird war es vorerst die letzte Fahrt. Aber spätestens im Winter wird das Rad dann mit Campagnolo-Teilen neu aufgebaut. Bis dahin habe ich ja noch genug andere Räder.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Klassikerausfahrt Münster

11.06.2017

Am Sonntag hatte ich die Wahl früh morgens nach Bielefeld zu fahren und am Radsportfest NRW teilzunehmen, oder ich konnte ausschlafen und Mittags in Münster an der Klassikerausfahrt teilnehmen. Ausschlafen klang irgendwie besser und so war ich gegen 12 Uhr in Münster, wo schon eine ganze Gruppe Fahrer/innen alter Stahlrennräder wartete. Sogar der Rickert-Rentner Hartmut war extra mit einem 1958er Rickert ohne Schaltung zur Begrüßung erschienen. Leider fuhr er nicht mit. Ich war relativ spät dran und die Gruppe wartete wohl nur noch auf mich. Von der Gruppe kannte ich sonst nur Christian und Daniel. So ging es mit zwölf Leuten los. Wir verließen unseren Treffpunkt am Aasee Richtung Mecklenbeck.

[​IMG]

Vorbei am Venner Moor erreichten wir Ottmarsbocholt. Über kleine Straßen fuhren wir weiter nach Lüdinghausen. Der Verkehr hielt sich trotz der warmen Temparaturen von fast 30 Grad noch in Grenzen. So erreichten wir die Burg Vischering, die immer noch renoviert wurde. Schien also eine größere Maßnahme zu sein. Aber als Kulisse für mein Bianchi reichte die Burg trotzdem. Meine Donna Bianca warf sich so richtig in Pose.

[​IMG]

An der Burgmauer lehnten eine ganze Reihe schöner alter Stahlrenner. Radklassiker vor dem architektonischen Klassiker.
Wir besorgten uns Getränke und Kuchen und setzten uns in das Burgcafe im Vorhof. Für mich gab es lecker Eistorte und einen großen Kaffee.

[​IMG]

Jede Pause findet mal ein Ende und so brachen wir wieder auf, um den Rückweg anzutreten. Die Bewölkung nahm langsam zu und gegen Abend sollte es regnen.

[​IMG]

Zurück ging es erst einmal durch den Berenbrock und weiter zum Dortmund-Ems-Kanal. Der wurde natürlich überquert und jetzt drohten die Wolken ganz unverhohlen. Aber es war noch immer sehr warm. Über Daldrup erreichten wir Hiddingsel. In Kanalnähe fuhren wir dann bis Senden.

[​IMG]

Auf den kleinen Landstraßen war relativ wenig los. Das Tempo war jetzt recht hoch, da Jeder im Trockenen ankommen wollte.

[​IMG]

Eine besondere Obstplantage tat sich dann am Wegesrand auf. Die Erdbeeren steckten nicht direkt im Feld, wie üblich, sondern in langen mit Erde gefüllten Wannen auf einem hohen Gestell mit Sonnenschutz. Keine Ahnung was das für eine Funktion hatte. Sah auf jeden Fall recht interessant aus.

[​IMG]

Vorbei an Albrachten erreichten wir schließlich wieder Münster und den Aasee. Noch war es trocken. Unterwegs nach Münster rein hatten sich die Ersten schon verabschiedet. Der Rest fuhr dann nach einem kurzen Klönsnack um Aaseeufer seiner Wege. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit dem Fahrer eines seltenen englischen Jack Taylor. Dann trafen uns die ersten Tropfen und wir verabschiedeten uns ebenfalls. Eine schöne, wenn auch etwas flotte Radtour ging zu Ende.

[​IMG]

Knapp 69 km waren eigentlich eine gemütliche Nachmittagsrunde, allerdings war die Geschwindigkeit von 26 km/h im Schnitt für die alten Räder schon fast etwas flott. Für mich war das schon ein recht sportliches Tempo, auch wenn mein Bianchi das klaglos mitmachte Am Vortag war ich alleine noch deutlich gemütlicher unterwegs. Dem hohen Tempo sind dann auch die wenigen Bilder geschuldet. Gerade beim Fahren in Gruppen bin ich da immer etwas vorsichtig, da ich mit der Kamera in der Hand nicht so gut bremsen kann. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Soester Börde

10.06.2017

Am Samstag wollte ich eigentlich bei den Burning Roads, einem Marathon mitfahren. Obwohl ich mich rechtzeitig anmeldete und auch das Geld direkt überwies, stand ich leider nicht auf der Startliste. Da ich erst am Donnerstag aus dem Urlaub zurück kam, konnte ich mich nicht vorher um das Problem kümmern. Auf meine Mail bekam ich dann keine Antwort mehr. Damit war die Veranstaltung für mich gestorben. Leider war in der Nähe auch keine RTF, so das ich mal wieder einfach so eine Tour fuhr. Ich plante von Soest eine Route durch die Soester Börde bis nach Lippstadt. Mein 1987er Bianchi kam mal wieder zum Einsatz. Es hatte sich schon beschwert das es nicht mit nach Workum/NL durfte.

Von Soest fuhr ich bei schönstem Wetter und ca. 25 Grad zunächst nach Bad Sassendorf und weiter ins benachbarte Lohne.

[​IMG]

Der Verkehr auf den kleinen Landstraßen hielt sich sehr in Grenzen. Ab und zu mal ein paar Besonderheiten wie die ländliche Feuerwehr.

[​IMG]

Die Gassen zwischen den einzelnen Höfen und Häusern waren teilweise eher schmal. Aber ich hatte die Straßen fast für mich alleine.

[​IMG]

Weite Ebene und wenige sanfte Steigungen kennzeichneten die Landschaft. Einfach zum genießen.

[​IMG]

Ab und zu mal ein idyllisches Dorf, welches verlassen in der Sonne zu liegen schien. Schallern wurde passiert.

[​IMG]

Dann sah ich die Silhouette von Horn am Horizont. Charakteristisch der Kirchturm des kleinen Ortes.

[​IMG]

Dann wieder einsame Landstraße die sich schier endlos gerade bis zum Horizont zog. Ich genoss die Wärme und schaltete mental ab. Entspannung pur.

[​IMG]

In Overhagen kam ich dann am Wasserschloss Overhagen vorbei, welches mittlerweile eine Schule beherbergte.

[​IMG]

Dann kamen mal ein paar kurze Stücke Strade Bianche und brachten etwas Abwechslung.

[​IMG]

Dann erreichte ich Lippstadt. Hier war ordentlich was los. Die Leute bummelten durch die Sonne oder erledigten ihre Einkäufe. Ich fuhr am Marktplatz mit seiner imposanten Marienkirche vorbei. In der folgenden Geiststraße war vom selbigen aber nichts zu spüren. Und so machte ich mich auf den Weg zur Lippe.

[​IMG]

[​IMG]

Über die Lippe führten ein paar interessante Brücken. Während ich die Hängebrücke noch rechts liegen ließ, überquerte ich die nächste Brücke mit massivem Unterbau. Überall gab es hier Biergärten und Liegewiesen, die entsprechend stark frequentiert waren. Ich beschloss auf eine Pause zu verzichten und die Stadt wieder zu verlassen.

[​IMG]

Das tat ich dann auch Richtung Bad Waldliesborn, welches ich jedoch nur am Rande passierte. Hinter dem Ort, auf der Waldliesborner Straße fiel mir dann ein besonderes Wegekreuz auf. Nicht wie sonst aus Holz oder Stein geschaffen, war es aus Schrottteilen zusammengeschweißt. Das musste ich mir näher ansehen.

[​IMG]

Unter dem Kreuz eine eiserne Tafel mit einer Inschrift in Gedichtform des Künstlers:

„HOERT LEÜE!
LAOT DAT RAOSEN SEYN!
DAT GIFF MÄN SCHROTT
UN DERBE PEYN.
DE HÄERGUOTT,
DE AN´T KREÜß HÄT HANGEN,
DE HÄT NAO JOU
NO KEYN VERLANGEN.“

Übersetzt ins Hochdeutsche:

„Hört Leute!
Lasst das rasen sein!
Das gibt meinem Schrott
einen derben Schmerz.
Der Herrgott,
der am Kreuz gehangen hat,
der hat nach euch
noch kein Verlangen.“

Fürchte nur das die Meisten achtlos vorbei rasen werden.

Nachdenklich fuhr ich weiter und erreichte Liesborn. Beim fahren hatte ich das Gefühl das irgendetwas mit meiner Tretkurbel nicht stimmte. Bei einem Stop in Liesborn stellte ich dann fest das sich die rechte Lagerschale des Innenlagers gelockert hatte. Dieses Problem war mir neu, hatte bisher doch die linke Schale Probleme gemacht. Aber dort war nach dem Einsatz von Loctite Ruhe. Leider hatte ich kein passendes Werkzeug dabei und ein Radladen gab es in den kleinen Orten auch nicht. So fuhr ich vorsichtig weiter.

[​IMG]

Ein weiteres Mal überquerte ich die Lippe, die hier ein wenig wilder war. Mittlerweile konnte ich die ersten Gewindegänge der losen Lagerschale sehen. Doch noch konnte ich weiter fahren. Nach Oestinghausen machte ich noch einen Schlenker nach Hultrop.

[​IMG]

Ich näherte mich einer abgemähten Wiese und entdeckte zwei Störche die auf der Suche nach was essbarem über selbige staksten. Der Eine Storch kam der Straße sehr nahe, entfernte sich jedoch langsam wieder als ich anhielt und den Fotoapparat zückte, Trotzdem gelang mir eine Aufnahme.

Über Wiltrop und Katrop erreichte ich Meckingsen und fuhr dann in einem Schlenker zurück nach Soest. Dort musste ich erst durch die ganze Stadt um meinen Ausgangspunkt zu erreichen. Das Innenlager hatte zum Glück durchgehalten und würde zu Hause wieder richtig befestigt.
Ich lud das Rad ins Auto und fuhr noch schnell einkaufen. Eine schöne Nachmittagstour ging zu Ende.

73 km mit einem Schnitt von 22 km/h kamen so zusammen. Die Tour hatte flache 160 Höhenmeter.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Fietselfstedentocht 2017

06.06.2017
Auch dieses Jahr wollte ich mit einer kleinen Gruppe wieder an dem beliebten Radmarathon in Friesland teilnehmen. Die Zahlen des größten Sportereignisses Frieslands sprechen für sich: 15.000 Teilnehmer und über hunderttausend Zuschauer an der 235 km langen Strecke durch die elf friesischen Städte. Die Tocht gibt es seit 1912, hat also Tradition. Ein echter Klassiker eben.
Für uns hieß die Startzeit um 5:32 Uhr sehr früh aufstehen. Wir das waren Welli, Toto, Agathe, Andy, Daniel, Marcus, Gino und ich. Treffpunkt war eine Tankstelle an einem der Kanäle in Bolsward. Nach dem Aufstehen Mitten in der Nacht um 3:15 Uhr beeilte ich mich, wenn man das geschlurfe mit fast geschlossenen Augen im Dunkeln so nennen konnte. So kamen Agathe, Andy, Daniel und ich auch erst kurz nach 4:30 Uhr vom Campingplatz in Workum weg. Ich natürlich mit einem Klassiker, meinem pink/lila farbenen 1989er Peugeot Cologne.
[IMG]
Es war schon sehr schön wie es am Horizont langsam heller wurde und die Sonne durch die Wolkenlücken aufging. Es war noch etwas frisch. Da wir Rückenwind hatten fuhren wir recht flott und brauchten nur etwas über 30 Minuten für die 15 km zum Start nach Bolsward.
[IMG]
An der Tankstelle trafen wir dann Welli, Marcus und Gino. Toto war schon unterwegs. Aber den holten wir sicher noch ein. Erst einmal hieß es aber Schlange stehen. Unsere Startgruppe um 5:32 erreichten wir nicht mehr, weil wir nicht durch das Gedränge kamen. Aber das machte nichts, wir kamen in die Gruppe um 5:40 Uhr. Da war man ziemlich locker was das angeht. Vom eigentlichen Startpunkt dem Rathaus waren es noch ca. 300 Meter bis wir wirklich starten konnten. Das ist nichts für Menschen mit Platzangst. Aber trotzdem ging es einigermaßen gesittet zu. Ein Moderator auf der Rathaustreppe hielt die Menge bei Laune.
[IMG]
Gegen viertel vor sechs Uhr rollten wir dann endlich los. Juchhu!!!! Wir fuhren! Doch ich war immer noch viel zu müde um mich so zu begeistern. Ersteinmal den Kreislauf in Schwung bringen. Die endlose Schlage von Radfahrern bis zum Horizont war schon beeindruckend.
[IMG]
Erstes Ziel sollte Harlingen sein. Der Himmel war zwar sehr bewölkt, aber wir waren guter Hoffnung das es trocken blieb. Unsere kleine Gruppe kam ganz gut voran. Mir war es aber Recht das wir etwas ruhiger anfingen als letztes Jahr, auch wenn ich deutlich stärker war. Nicht direkt alle Energie am Anfang verschwenden. Wir hatten bis Harlingen Rückenwind, was aber bedeutete das der zweite Teil der Schleife gegen den Wind gefahren wurde.
[IMG]
Dann ging es durch Harlingen. Kurz stoppen und ein paar Meter schieben um sich den begehrten Stempel zu holen. Pause war nach so kurzer Zeit noch nicht nötig. Wir verabredeten das Einzelne aus der Gruppe ruhig mal vorfahren konnten, aber an dem nächsten Kontrollpunkt warten würden um die Gruppe einigermaßen zusammen zu halten. Das funktionierte dann ganz gut. Aber ich hielt mich noch zurück und blieb meistens hinten. Meine Zeit kam dann mit dem Gegenwind.
[IMG]
Die Temperatur stieg langsam aber beständig. Ich entledigte mich schon mal meiner Armlinge. Nach Harlingen hatten wir dann zunächst Seitenwind. Ich ordnete mich dann weiter vorne an, um Windschutz zu bieten.
[IMG]
Dann kam Franeker in Sicht. Nach nur 8 km die zweite Kontrolle. Hier wartete bereits Toto auf uns. Wir sammelten unsere Gruppe ein und machten Kaffeepause. In einer Scheune gab es leckeren selbstgemachten Apfelkuchen und frischen Kaffee. Einige von uns hatten noch nicht gefrühstückt.
[IMG]
Danach ging es zu acht weiter zur Stempelkontrolle. Unser Toto musste gezwungenermaßen einen Helm tragen, aber fühlte sich sichtlich unwohl. Der Gesichtsausdruck erinnerte irgendwie an einen grimmigen tasmanischen Teufel aus einem Zeichentrickfilm.
[IMG]
Nach der Kontrolle saßen wir wieder auf und weiter ging es. Da wir jetzt alle wach waren, wurde das Tempo etwas flotter.
[IMG]
Holwerd war dann der nördlichste Punkt der Strecke. Es ging durch die schönen kleinen Gassen und wir holten uns einen weiteren Stempel. Ab hier war Gegenwind angesagt. Ich versuchte die anderen in meinem Windschatten mitzuziehen, aber das klappte nicht ganz so. Vor allem Agathe und Toto mit seinem MTB litten nun. Ich fand es in Unterlenkerhaltung gar nicht so schlimm. Aber ich war auch Sturm erprobt. Doch wir kamen alle weiter.
[IMG]
Auch die Klappbrücke in Dokkum konnte uns nicht wirklich aufhalten. Ein Drittel der Stempel und mit ca. 80 km ein Drittel der Strecke hatten wir jetzt hinter uns. Das war doch schon mal ein guter Erfolg.
[IMG]
Jetzt kam offene Landschaft. Gino und Welli waren mit einer schnelleren Gruppe weg und ich machte mich auf die Verfolgung um mal zu sehen was sie machten. Die meiste Zeit fuhr ich alleine im Wind, die Anderen fuhren entsprechend langsamer. Ich fuhr wie entfesselt. Das fahren gegen den Wind machte Spaß und ich schien noch reichlich Reserven zu haben. So holte ich mit 30 km/h Gruppe für Gruppe ein und erreichte schließlich Welli in einer anderen Gruppe. Ich schoss vorbei und machte weiter Jagd. Doch so sehr ich auch Gas gab musste ich schließlich einsehen das Gino weg war. Den sahen wir leider auch nicht wieder. Ich ließ mich wieder zurück fallen und von Welli und den Anderen einholen. Die kleine Jagd zwischendurch hatte richtig Spaß gemacht, zeigte sie mir doch wie stark ich geworden bin. Und gerade gegen den Wind konnte ich meine Masse und meine Kraft in die Waagschale werfen.
[IMG]
Schließlich erreichten wir Leeuwarden. Hier hatten wir bereits 100 km auf dem Tacho. Sogar Handbiker waren auf der Strecke unterwegs. Alle Achtung!
[IMG]
Während wir anhielten und die letzten 200 Meter schoben entdeckte ich die beiden Damen die auf niederländisch ein Lied sangen: „Dat is het Leven“. Das hätte auch gut in den Kölner Karneval gepasst. Genau wie der Aufzug der Mädels. Einfach nur cool und verrückt. Ich liebe die Niederländer. So etwas hebt ungemein die Laune und wir sangen fast mit.
[IMG]
Nach den Stempeln fanden wir eine lauschige Wiese. Es war mittlerweile sonnig und schön warm und so entledigte ich mich auch meiner Beinlinge, während das Peugeot in der Sonne döste. Da es sowieso gerade Zeit für eine Mittagspause war, machten wir es uns gemütlich. Das Radlerleben konnte so schön sein. Kaffee gab es auch.
[IMG]
Der schiefe Turm von Leeuwarden war leider nicht annähernd so berühmt wie der aus Pisa. Keine Ahnung warum das so war.
[IMG]
Wir mussten dann aber weiter fahren. Nächste Station war wieder Bolsward. Das erreichten wir am Ende der ersten Schleife. Jetzt hatten wir bereits 138 km absolviert. Das hieß die zweite Schleife nach Süden war mit 97 km deutlich kürzer. Natürlich fing es wieder mit Gegenwind an. Aber wir hatten Hoffnung die letzten Kilometer bei Rückenwind zu fahren. Das war psychologisch ein echter Vorteil.
[IMG]
Kurz darauf hatten wir trotz dem Wind Sneek erreicht. Wieder einen Stempel mehr und ein paar Kilometer weniger. Die Laune war gut, das Wetter auch.
[IMG]
Nur einen Steinwurf weiter kam die nächste Kontrolle in Ijlst. Jetzt ging es wirklich Schlag auf Schlag. Gut für die die schon etwas kaputt waren, schlecht für mich, da kaum längere Strecken zum schnellen rollen da waren. Aber so war es jetzt auch einfacher die Gruppe zusammen zu halten.
Die Landschaft wurde jetzt abwechslungsreicher. Viele Städte, dann wieder Waldgebiete und offenes Feld.
[IMG]
Kurz hinter dem nächsten Kontrollpunkt Oudemirdum kam dann der Wendepunkt wieder Richtung Norden und damit Rückenwind. Zumindest so halber Rückenwind. Es waren nur noch 47 km zu bewältigen. Dafür führte die Strecke jetzt am Ijsselmeer entlang und die ein oder andere Deichauffahrt wartete. Mit etwas Tempo und im Wiegetritt konnte man diese Rampen wunderbar erobern.
[IMG]
Welli und ich fuhren jetzt meistens etwas weiter vorne. Irgendwie zog es uns jetzt magisch ins Ziel. Aber ab und zu ließ ich mich zurück fallen um nach den Anderen zu sehen. Nicht das uns jetzt noch Jemand schlapp machte. Das wäre schade gewesen. Aber es sah ganz gut aus, auch wenn nicht mehr alle vor Energie sprühten.
[IMG]
In Stavoren dann noch mal eine Pause. Zur Stärkung bekamen wir Milch gereicht. Läppische 31 km trennten uns vom Ziel. Doch ich wusste nur zu gut wie es sich anfühlte wenn man nicht mehr so fit war. Da waren 31 km so viel wie 200. Doch dieses Pfingsten war ich fit. Ich hatte immer noch Reserven und fühlte mich gut. Ich hatte keinen Zweifel das wir alle ins Ziel kamen.
[IMG]
Ein paar Kilometer weiter dann in Hindeloopen ein kleiner Stau an einer steilen Brücke. Trotz Querhölzer war es gar nicht so einfach da mit den Radschuhen drüber zu kommen. Dann wieder übers offene Land nach Workum, der letzten Station vor dem Ziel. Welli und ich gaben auf den paar Kilometern noch mal richtig Gas. Köter und seine Familie erwarteten uns bereits als Begrüßungskommando. Wir warteten bis alle eingetroffen waren und brachen zur letzten Etappe auf. Nur noch 12 km vom Zentrum Workums bis ins Ziel.
[IMG]
Welli und ich fuhren locker unser Tempo. Andy und Daniel waren kurz vor uns, Agathe, Toto und Marcus nebst Freundin fuhren hinterher.
[IMG]
Nach 20 Uhr trafen wir auf der Zielgeraden ein. Im Zielbereich war das Zelt wo man den letzten Stempel und die Medaille bekam. Wir sammelten uns nachdem alle erfolgreich eingetroffen waren zu einem Gruppenfoto.
[IMG]
Da das Gruppenfoto nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, nur eines von mir mit der Medaille. Und ja, es fiel mir noch leicht zu lächeln. Als Brevet wäre ich die Strecke am liebsten noch einmal in der Nacht gefahren.
[IMG]
Hier noch einmal die Medaille in Groß. Jedes Jahr kommt eine anderer Stadt mit Wappen darauf. Letztes Jahr war es Stavoren, nächstes Jahr wird es Workum sein. Ich freue mich schon darauf.
[IMG]
Wir verabschiedeten uns von Toto und Welli und fuhren zurück nach Workum, wo es Abends noch eine große Portion Nudeln gab.
Ich hängte noch ein paar Tage Urlaub dran, aber Köter und Andy und Daniel reisten am nächsten Morgen ab. Agathe blieb noch bis Mittwoch. Leider wurde das Wetter dann schlechter mit Regen und Windstärken bis zu 9. Aber mein Zelt hielt den Dauersturm aus. Ich hoffe das wir nächstes Jahr wieder so eine tolle Gruppe zusammen bekommen.
Noch die Daten der Tour: mit An- und Abfahrt waren es 265 km mit einem Schnitt von knapp 25 km/h. Da sind allerdings die Pausen und die Schiebepassagen nicht drin, sondern nur die reine Fahrtzeit.
Jennifer aka Sonne_Wolken

Harlingen

05.06.2017

Pfingstsonntag fuhr ich mit Andy und Daniel hoch nach Harlingen. Vom Campingplatz in Workum aus ging es immer entlang des Ijsselmeers , von dem wir jedoch „dank“ der Deiche zunächst nicht viel sahen. Dafür gab es Schafe, die natürlichen Bewohner der Deiche. So fuhren wir immer weiter Richtung Norden. Die Sonne schien und es war angenehm warm und etwas windig.

[​IMG]

Und ab und zu ein Gehöft oder ein Dorf.

[​IMG]

Vorbei ging es an dem kleinen Ort Gaast und weiter nach Piaam. Bei freier Sicht sah man am Horizont Segelschiffe vorbei ziehen.

[​IMG]

Dann erreichten wir Makkum und seinen Hafen. Hier schaukelten die Fischerboote auf den Wellen. Und ging es etwas geschäftiger zu, während wir vorher die Straße fast für uns alleine hatten.

[​IMG]

Wir fuhren weiter die Küste entlang und machten einen kleinen Abstecher nach Cornwerd. Man fühlte sich glatt an Südengland, z.B. Cornwall erinnert. Vielleicht war die Namensähnlichkeit ja kein Zufall?

[​IMG]

Jedenfalls würde Cornwerd jeden Wettbewerb um das schönste Dorf sicher gewinnen. Wunderschön und sehr ruhig lag es in der Sonne.

[​IMG]

Schweren Herzens verließen wir dieses gemütliche Kleinod wieder. Harlingen wartete auf uns.

[​IMG]

Doch zunächst ging es hinter dem Ijsselmeer-Damm auf den Deich. Hier wehte ein ordentlicher Wind. Gut für die ganzen Segler. Das Ijsselmeer war ursprünglich eine Meeresbucht und wurde 1932 durch einen künstlichen Damm vom Meer getrennt. Durch diverse Zuflüsse verdünnte sich das Salzwasser immer mehr, so das man Heute von einem Süßwassersee spricht. Durch den Damm wurde die Gefahr von Sturmfluten gebannt und große Gebiete konnten zur Landgewinnung trocken gelegt werden.

[​IMG]

Von hier waren es nur noch wenige Kilometer nach Harlingen. Wir trafen auf den Seehafen und machten eine kleine Besichtigungsfahrt mit den Rädern.

[​IMG]

Im Hafen lag das alte Feuerschiff Elbe V, mit dem mittlerweile Charterfahrten unternommen werden.

[​IMG]

In dem alten Hafenkran wurde oben eine Wohnung eingerichtet. Sicher interessant in einem Kran zu übernachten, auch wenn der Weg nach oben sicher mühselig wäre.

[​IMG]

Das Peugeot und ich genossen die frische Meeresbrise und die Sonne. Einem Segeltörn wären wir auch nicht abgeneigt gewesen, auch wenn ich nicht wüsste ob das Peugeot wirklich seefest wäre.

[​IMG]

Weiter ging es über die Promenade Richtung Fährhafen. Hier gab es so einige markante Gebäude zu bestaunen.

[​IMG]

Dann ging es über die Schwenkbrücke über den Kanal, der zu den Innenhäfen führte.

[​IMG]

Hier hatte man einen guten Blick in die Innenhäfen und das alte Amtsgericht. Unsere Fahrt richtete sich jetzt in das Innere der Stadt und so fuhren wir durch kleine Gassen, vorbei an alten Schiffen und alten Handelshäusern Richtung Süden. Nun ging es Stadtauswärts und wir stießen umgekehrt auf die Markierungen für die Route am Pfingstmontag.

[​IMG]

Über Kimswerd erreichten wir Arum, wo uns zwei mehr als schöne Häuser auffielen.

[​IMG]

Die Häuser wirkten schon fast so perfekt wie eine Filmkulisse, nur das hier tatsächlich Menschen lebten und alles nicht nur Schein war.

[​IMG]

Dann wieder die weite der Landschaft und fast leere Straßen. Ab und zu begegneten uns mal andere Radsportler. Der Autoverkehr hielt sich auch sehr in Grenzen.

[​IMG]

Wir erreichten den Norden von Bolsward und schauten noch mal ins Zentrum. Hier war es ruhiger als erwartet. Die ersten Tretrollerfahrer wurden erst Stunden später erwartet. Wir machten uns wieder auf den Weg

[​IMG]

Über den nun schon vom Vortag bekannten Weg rollten wir zurück nach Workum. Auf dem Campingplatz war dann abendliches Grillen angesagt.

[​IMG]

Wir fuhren 64 km mit einem gemütlichen Schnitt von 20,5 km/h. Genau die richtige Tour um sich für den Marathon am nächsten Tag einzurollen.

Jennifer aka Sonne_Wolken