Traildorado

04.03.2017

Samstag fuhr ich nach Coesfeld um an der dortigen CTF teilzunehmen. Am Rande von Coesfeld stellte eine Firma in einem kleinen Industriegebiet ihr Gelände als Startort zur Verfügung. Bereits eine Stunde vor dem Start traf ich ein, also genug Zeit zum klönen und für einen Kaffee. Um 10 Uhr machte ich mich mit Ralf auf die lange Strecke, die einmal rund um Coesfeld führen sollte.

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Über 60 km schienen mir etwas ambitioniert für meinen Trainingszustand, aber die 40er war mir auch zu kurz. Zumal die Strecke gar nicht so wenige Höhenmeter haben sollte. Zunächst lief es aber gut und wir machten ordentlich Strecke im Flachen Richtung Maria Veen.

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Die ersten Waldwege ließen nicht lange auf sich warten, waren aber relativ trocken und gut fahrbar.

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Wald und Felder wechselten sich ab und sorgten für Kurzweil. Steigungen waren zunächst Mangelware.

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Schnell war die erste Kontrolle erreicht. Ich ließ nur Stempeln und machte mich mit Ralf, der kurz vor mir hier eintraf und sich schon verpflegt hatte, auf den Weg.

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Nach der Kontrolle in der Nähe des Golfplatzes ging es dann in ein Waldgebiet voller schmaler Trails. Mal links, mal scharf rechts, mal hoch, mal in rasanter Fahrt über Wurzeln und Steine runter empfing uns die Achterbahn der Mountainbikewelt. Ein echtes Traildorado für alle die gerne mal ein wenig Spaß im Gelände haben wollen. Das habe ich in der Intensität bisher bei keiner CTF erlebt. Einfach genial die Choreographie. Leider konnte ich dort keine Fotos machen. Anhalten war schwierig und ich brauchte beide Hände am Lenker.

Nach den Trails kam bald auch die 2. Kontrolle. Hier verpflegte ich mich mit einem Stück Banane und holte mir den Stempel. Ralf war mittlerweile etwas schneller, aber an den Kontrollen traf ich ihn immer wieder. Aber selbst ich war für meine Verhältnisse nicht so langsam unterwegs. 19 km/h waren auf 44 km ein guter Schnitt. Allerdings waren erst etwa 150 Hm von gut 500 absolviert. Auf den letzten 23 km sollte mich also noch einiges erwarten.

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Doch zunächst blieb es flach und ich konnte wieder mit Ralf mithalten. Als es hügeliger wurde fehlte mir dann die Kraft und ich suchte mein Tempo.
Hauptsache ins Ziel kommen. Mein Zeitpolster war mehr als ausreichend.

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Auf den asphaltierten Straßen lief es noch ganz gut, allerdings spürte ich schon ein leichtes Ziehen in den Muskeln. Kraft mäßig hing ich gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Landschaft konnte ich dennoch genießen. Wir kamen durch keine größere Ortschaft und fuhren selten auf Straße. Meistens waren es asphaltierte Feldwege und Waldwege.

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Dann kamen sie, die matschigen Feldwege bergauf und natürlich mit Gegenwind. Hier wurde ich richtig langsam. Das zerrt an der Kondition und an dem inneren Schweinehund der ständig flüstert: „Gib auf, gib auf“. Stoisch kämpfte ich mich weiter, registrierte aber einen starken Abfall meiner Durchschnittsgeschwindigkeit. Das Ziehen in den Muskeln wurde etwas stärker, aber war noch nicht gefährlich.

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Am Fuße einer stärkeren Steigung standen ein paar kleine Kinder die mir ihre Hände entgegen hielten um abgeklatscht zu werden. Vorsichtig fuhr ich heran und passte auf die kleinen Händchen nicht zu verletzen. Das kannte ich bisher nur von Radsportveranstaltungen in den Niederlanden. Die Kleinen haben sich jedenfalls gefreut und ich quälte mich anschließend frohgemut die Steigung hoch.

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Die 3. Kontrolle kam dann direkt nach der Steigung. Hier machte ich jetzt doch mal Pause und stärkte mich mit Zitronentee und holländischer Sirupwaffel. Ralf war bereits dort. Von hier sollten es nur noch ca. 14 km ins Ziel sein. Locker, dachte ich. Wenn ich da schon gewusst hätte. Es sollten die längsten 14 km meines Lebens werden. Ralf und ich fuhren zusammen los, aber bald schon konnte ich das Tempo nicht mehr halten und ließ abreißen.

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Die Landschaft war schön. Gar nicht so flach wie man es vom Münsterland erwartet.

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Immer wieder ging es auf matschigen Feldwegen mit Gegenwind bergauf. Da rollte nichts. Mühsam kämpfte ich mich weiter, das Ziel bereits vor dem inneren Auge. Und so kam ich gegen 20 vor 15 Uhr kaputt aber glücklich im Ziel an. Ralf wartete bereits. Ich meldete mich ab, reinigte mein Bike und wir quatschten noch eine Weile bis wir uns auf den Nachhauseweg machte. Ich hatte es nach Dortmund etwas weiter, aber das war mir egal. Die Fahrt nach Coesfeld hatte sich gelohnt.

Es war trocken, wenn auch sehr bewölkt, aber teilweise kam fast die Sonne durch die dünneren Wolken. Beim Start waren es bereits 10 Grad und die Temperaturen erreichten bis zum Mittag dann frühlingshafte 16 Grad. Also optimales Wetter zum Rad fahren, wäre da nicht teilweise der sehr böige Gegenwind gewesen. Mein Schnitt lag nach 67 km nur noch bei 16,5 km/h. Etwas über 500 Höhenmeter zeigte mein Navi im Ziel an.
Hätte ich vorher gewusst was mich erwartet, wäre ich vielleicht nicht auf der Strecke gestartet. Das wäre schade gewesen. Ein bisschen quälen und kämpfen gehört beim Radsport einfach dazu. Und mir wäre eine wirklich tolle CTF entgangen. Jetzt wo ich weiß was mich erwartet und das ich es schaffe, bin ich nächstes Jahr bestimmt wieder dabei. Vielen Dank an den Radsportverein Coesfeld für die schöne CTF.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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