Sternfahrt

02.04.2018

Ostermontag war mit „Sturm“ Hombruch eine Sternfahrt (gemeinsame Anfahrt zu einer RTF) nach Waltrop geplant. Treffpunkt war die Dortmunder Niere (Radrennstrecke) um 8 Uhr.

 

Schon um 7:30 Uhr fand ich mich am Treffpunkt ein. Natürlich war so früh noch Niemand hier. Das ließ mir Zeit für ein paar Aufwärmrunden auf der Niere.

 

Es war noch etwas diesig und nur ca. 3 Grad kalt. Ich genoss es wie sich die Sonne langsam in den Tag kämpfte. Runde um Runde glitt ich über den Asphalt. Dann traf Matthias ein. Wir unterhielten uns ein wenig bis Andreas als Dritter im Bunde ankam. Kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging es vorbei am Westfalen Park nach Norden. Dann ging es westlich der Innenstadt nach Kemminghausen.

 

Hier wurde es ländlich. es war immer noch trüb, aber wenigstens trocken. Nach Brechten hielten wir uns Richtung Brambauer.

 

Es ging jetzt vor allem über kleine Landstraßen und asphaltierte Feldwege. Hier kündigte sich schon der Übergang zum Münsterland an. Dann fuhren wir ein Stück durch Waltrop und erreichten kurz nach 9 Uhr den Startort. Matthias wollte erst einmal frühstücken und dann die 41er Runde fahren. Andreas und ich starteten direkt nach der Anmeldung zunächst gemeinsam auf der 71er Strecke.

 

Bereits kurz nach dem Start bildete sich eine flott fahrende Gruppe, mit der wir dann fuhren. So führte uns die Route zunächst nach Bork. Hinter Bork, nach ca. 15 km, kam dann eine etwas längere Steigung mit 8 %. Hier konnte ich das Tempo der Gruppe nicht mehr halten und fiel zurück. Andreas zog an mir vorbei, aber wartete oben. Bei den leichteren Steigungen vorher hatte ich keine Probleme, aber für 8 % war ich doch noch nicht fit genug um so schnell zu fahren. Wir fuhren dann zu zweit weiter, die Gruppe aber noch in Sichtweite.

 

So erreichten wir die erste Kontrolle. Wir hielten nur kurz und dann ging es weiter.

 

Durch Südkirchen und dann in einem Bogen um Nordkirchen.

 

Nach 35 km hatten wir einen 27er Schnitt, als uns eine schnellere Gruppe überholte. Andreas gab Gas um sich dort dran zu hängen. Als er merkte das ich nicht mithielt, ließ er sich wieder zurück fallen. Ich sagte ihm das er sich wieder an die Gruppe anhängen sollte, ich käme schon klar und würde lieber mein Tempo fahren. Wir verabschiedeten uns und ich fuhr nur etwas langsamer weiter. Mittlerweile wusste ich ganz gut wo meine Grenzen aktuell lagen und wann ich besser nicht mehr forcierte.

 

Bevor es über den Dortmund-Ems-Kanal ging, stieg es noch einmal etwas länger bergan. Das Münsterland ist halt welliger als man so denkt. Kurz vor der zweiten Kontrolle traf ich dann noch Gabi aus Essen. Wir quatschten ein wenig an der Kontrolle und dann fuhr ich alleine weiter. Mein Tempo hatte sich mittlerweile gut eingependelt und ich fühlte mich fit. Kurz vor Seppenrade führte die Strecke dann wieder nach Süden.

 

Ab und zu traf ich auf andere Fahrer, aber viel war auf der Strecke nicht los. Von Olfen ging es nach Vinnum.

 

So langsam kam jetzt das Schlussstück zurück nach Waltrop. Ich streifte noch Datteln und dann kam die letzte Steigung die zum Ziel führte. Hier war ich schon im Laufe der Jahre einige Male hochgekurbelt und es wurde von Jahr zu Jahr leichter. Nach 71 km kam ich mit einem Schnitt von 26 km/h ins Ziel. Andreas musste schon nach Hause, aber Matthias war noch da. Außerdem traf ich jede Menge andere bekannte Fahrer. Peter aus Gelsenkirchen hatte ich schon eine Weile nicht mehr gesehen. Dann saß da noch Tom und wir quatschten eine ganze Weile über unsere Rennradprojekte. Wir sammeln beide alte schöne Rennräder. Tom ist da genau so verrückt wie ich.

Irgendwann mussten wir uns dann aber doch auf den Rückweg machen. Es war mittlerweile Nachmittag und hatte 12 bis 13 Grad. Das war schon wenigstens ein kleiner Vorgeschmack auf den Frühling nach dem langen Winter.

Den Rückweg hatte ich etwas länger geplant, da ich die Innenstadt komplett umfahren und von Westen aus nach Dortmund kommen wollte.

 

Kaum aus Waltrop raus, fuhren wir über den Dortmund-Ems-Kanal. Hier waren wieder fleißige Schiffer unterwegs.

 

Wir blieben in der Nähe des Kanals und ich entdeckte so manches Kleinod, wie die Kapelle Leveringhausen. Idylle am Kanal. Man musste nur auf dem Fahrrad die Augen aufhalten.

 

Zum Glück drohten die Wolken nur, aber wir hatten oft Gegenwind. Bei dem Wetter waren nicht so viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Bei schönem und warmen Wetter war hier die Hölle los. Im Sommer badeten auch viele im Kanal. Ein einziges riesiges Freibad und das komplett für umme. Leider mussten wir den Kanal dann Richtung Mengede verlassen. In Nette verabschiedete sich Matthias dann um noch zur Familie zu fahren.

 

Ich setzte meinen Weg fort und entdeckte noch eine alte Mauer die einen guten Hintergrund für meine Mücke abgab. Von Kirchlinde fuhr ich dann über Marten nach Oespel. Weiter ging es nach Barop und Hombruch.

 

Gegenüber dem Rombergpark fuhr ich dann eine der alten Bahntrassen nach Phönix-West. Der Anblick vom Florian (unserem Funkturm) löste dann heimatliche Gefühle aus. Bald war ich zu Hause.

Auf Phönix-West fuhr ich am alten Stahlwerk vorbei. Einer der liebsten Plätze von mir in Dortmund. Stolz reckten die alten Hochöfen ihre rostigen Leiber in den Himmel, als wenn ihnen bewusst wäre was sie schon alles geleistet hatten. Für mich immer wieder ein toller und erhabener Anblick. Fördertürme und Hochöfen sind die Schlösser des Ruhrgebiets. Nach 131 km erreichte ich die heimatliche Stahlarbeitersiedlung. Ein schöner Tag auf dem Rad ging mal wieder zu Ende. Danke auch an Matthias und Andreas für die Begleitung.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken