RTF Herne

27.04.2019

Nach den warmen Tagen sollte es am letzten Aprilwochenende mit 8 bis 10 Grad nicht nur kühler, sondern auch regnerischer werden. Trotzdem machte ich mich Samstag Morgen auf den Weg nach Herne. Geplant war die 112er Strecke zu fahren. Für die längeren Strecken fühlte ich mich immer noch nicht fit genug. Als ich gegen 8:20 Uhr in Herne ankam war es gerade mal trocken. Der große Parkplatz war fast verwaist. Das ließ nichts Gutes ahnen. In der Sporthalle, wo sich die Anmeldung befand, war es erstaunlich leer. Nur wenige bekannte Gesichter sah ich dort. Unter anderem Günter und Christian.

 

Mitgebracht hatte ich mein Mücke aus Krefeld von ca. 1989. Mit 65 cm mein höchster Rahmen, den ich Anfang letzten Jahres für Brevets aufgebaut hatte. Das Schutzblech vorne musste ich aus Zeitgründen improvisieren. Das Schaltauge war immer noch etwas verzogen. Es schaltet sich etwas hakelig. Da muss ich wohl noch mal bei.

 

Hier sollte eigentlich alles voller Räder stehen. Echt traurig der Anblick des leeren Platzes. Das kannte ich ganz anders.

 

Kurz nach 9 Uhr startete ich alleine. Die paar anderen Fahrer/innen waren bereits vor mir gestartet. Die ersten Tropfen fielen auch bereits wieder. Wäre zu schön gewesen wenn es eine Weile trocken bliebe. Nach den ersten Ampeln kam ich so langsam in Schwung und holte die vor mir gestarteten Teilnehmer nach und nach ein. An einer Bahnschranke traf ich dann auch Günter wieder. Ich nahm etwas Tempo raus und wir fuhren zusammen weiter.

 

Wir überquerten zweimal den Rhein-Herne-Kanal und kamen dann durch Habinghorst. Während der Regen stärker wurde, kamen wir durch Becklem und Horneburg.

 

Dann hatten uns die kleinen Landstraßen wieder. Bisher gab es nur kleinere Steigungen. In den Kurven war ich bei der Nässe sehr vorsichtig. Bloß keinen Sturz riskieren.

 

Datteln passierten wir westlich. Tendentiell ging es aber immer weiter nach Norden. Ab und zu fragten wir uns aber schon warum wir hier durch den Regen fuhren.

 

Nach der Überquerung des Wesel-Datteln-Kanals kam nach ca. 28 km die erste Kontrolle in einer offenen Scheune. Viel war hier nicht los. Aber Günters Sohn Jürgen holte uns ein. Wir machten kurz Pause und stärkten uns, dann fuhren wir weiter.

 

Der Regen war mal etwas schwächer und dann wieder stärker. Ein paar kurze Augenblicke hörte es sogar auf zu regnen. Immerhin! Hinter Olfen kamen dann die ersten längeren Steigungen, die aber kein Problem darstellten. Aber immerhin wurde das Streckenprofil jetzt welliger. So fuhren wir auch mal wieder durch Seppenrade.

 

Und es wurde noch ein Kanal überquert. Dieses Mal war es der Dortmund-Ems-Kanal.

 

Auf dem Weg nach Nordkirchen wurde es wieder richtig nass. Bisher hatten wir nicht viele Fahrer/innen auf der Strecke gesehen. Nach 63 km erreichten wir die zweite Kontrolle in Capelle. Vor dem Sportplatz drängten sich die Helfer unter ein Vordach. Nachdem ich mich ein wenig verquatscht hatte, drängte Günter zum Aufbruch. Über die Hälfte der Strecke hatten wir hinter uns und einige Höhenmeter auch. Südkirchen war dann die nächste Station unserer „Reise“. Bei dem Regen sah irgendwie alles grau aus. Und das Wasser lief mir von oben in meine wasserdichten Schuhe. Was solls. Stoisch kurbelten wir Kilometer um Kilometer. Gesprochen wurde auch nicht viel. So erreichten wir Selm. Das viele Wasser von oben hob unsere Laune nicht gerade. Es war bestimmt eine schöne Strecke, aber einen Sinn dafür hatten wir nicht bei dem Wetter. Es ging einfach nur ums durchhalten.

 

Wir striffen Vinnum, überquerten den Datteln-Hamm-Kanal (die wievielte Kanalüberquerung war das an dem Tag?) und erreichten Waltrop. Nach 89 km erreichten wir die dritte Kontrolle auf einem Bauernhof direkt am Kanal. Eine letzte Stärkung und dann ging es zum Endspurt. Wir durchquerten Waltrop, überquerten den Dortmund-Ems-Kanal und erreichten Henrichenburg, nachdem wir mehrfach den Rhein-Herne-Kanal überquert hatten. Dann ging es nochmal über den Rhein-Herne-Kanal. Ich hatte längst den Überblick verloren, folgte einfach nur Günter und den Pfeilen. An einer Steigung hatten wir dann starken Gegenwind der uns den prasselnden Regen ins Gesicht peitschte. Keine Ahnung wo ich die Motivation hernahm bei solchem Wetter zu starten. Immer klappte das ja auch nicht.

 

Dann kam wieder Schloss Bladenhorst in Sicht. Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer ins Ziel. Allerdings auch noch eine längere Steigung.

 

Die letzten Kilometer forderten noch einmal heraus. Eine längere Steigung, die ich noch gut kannte. Doch dieses Mal hatte ich genug Reserven um dort flott hochzufahren. Nach zwei Kilometern hielt ich an und wartete auf Günter. So ging es das letzte Stück ins Ziel, wo wir nach 110 km und knapp 800 Höhenmeter mit einem Schnitt von 24 km/h ankamen. Günter erholte sich kurz und fuhr dann nach Hause. Ich blieb noch ein wenig. Wie ich erfuhr waren nur 80 Teilnehmer/innen auf den beiden Marathonstrecken und gerade mal 73 Teilnehmer/innen auf den diversen RTF-Strecken. Die letzten Jahre waren die Teilnehmerzahlen um ein Vielfaches höher gewesen. Echt ein Dilemma, das sich hoffentlich nicht wiederholte.

Edit: 11 mal überquerten wir übrigens insgesamt 4 Kanäle. Ich habe es im Nachhinein mal auf der Karte gezählt. Es war also eine echte Kanaltour.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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