Tour de Luedinghausen

20.04.2019

 

Karsamstag Mittag traf ich mich mit Tom um mal wieder unsere schönen alten Rickerts auszuführen. Tom fuhr sein oranges 60er Jahre Plaketten-Rickert und ich mein FBL-Rickert. Mit 22 bis 25 Grad und ganz viel Sonne gab es schon mal einen Vorgeschmack auf den Sommer. Natürlich fuhren wir in kurz/kurz. Ich hatte mich für meinen alten Renner extra in Schale geschmissen und mein ältestes Trikot aus den 70er Jahren an, in das ich mittlerweile zum Glück gut rein passte. Vor einem Jahr sah das mit gut 20 kg mehr auf den Rippen noch anders aus. Auch an den Steigungen sollte sich mein geringeres Gewicht als Glücksfall entpuppen. Vor einem Jahr hätte ich bei gleicher Kraft die ein oder andere Rampe schieben müssen.

 

Das FBL Torino Champion du Monde wurde um 1959 herum von Hugo Rickert in Dortmund gelötet und von Gunther Heidhus in Bielefeld aufwändig lackiert. Das Rad ist noch weitestgehend original und wurde vom Vorbesitzer nur behutsam aufgearbeitet. Der von mir für die Tour montierte Flaschenhalter aus verchromtem Stahl gehörte eigentlich eher in die End60er/Anfang70er Jahre. Aber bis ich ein zeitgemäßes Exemplar habe, darf er erst einmal bleiben, genau wie die Silca Pumpe. Die Übersetzung ist mit vorne 47/50 und hinten 13-21 eher gewöhnungsbedürftig. An größeren Steigungen wurde sie sogar zur Herausforderung.

 

Von Lünen-Süd fuhren wir an der Preußenhalde vorbei und weiter Richtung Eving. Hinter Kemminghausen schwenkten wir nach Norden und erreichten Brambauer. Dank Tabletten konnte mir dieses Mal auch die Pollenallergie nichts anhaben. So konnte ich die blühende Landschaft in vollen Zügen genießen. Tom hatte natürlich wieder die schönsten Strecken parat. Das war halt sein Revier.

 

Die nächsten Stationen waren Alstedde und Bork. Einige Wellen und Hügelchen hatten wir bereits hinter uns, aber noch war ich gut bei Kräften. Dafür gab es zwischendurch mal wieder ein bisschen Wind.

 

Hinter Vinnum überquerten wir den Datteln-Hamm-Kanal. Da mein Rad natürlich keinen Tacho hatte, hatte ich keine Ahnung wieviel Kilometer wir bereits hinter uns hatten. Das konnte ich mir dann hinterher auf dem Navi in der Trikottasche ansehen.Wir passierten Olfen und fuhren weiter Richtung Norden.

 

So langsam hatte ich das Gefühl mal eine Pause zu brauchen. Leider hatte die Bäckerei in Seppenrade gegenüber der Kirche bereits zu. So fuhren wir direkt weiter nach Lüdinghausen und machten dort in der üblichen Bäckerei am Industriegebiet Pause. 48 km hatten wir laut meinem Navi bereits zurück gelegt. So blieben wir eine ganze Stunde auf der Terrasse der Bäckerei und stärkten uns. Dann rafften wir uns endlich zur Weiterfahrt auf.

 

Auf der Brücke über die Stever machten wir dann ein kleines Fotoshooting mit unseren Rädern. Die beiden Rickerts machten wirklich eine gute Figur auf unserer Tour. Da sich das Schalten vorne kaum lohnte, fuhr ich die meiste Zeit mit dem 47er Kettenblatt. Zum 50er Blatt war da auch kein großer Unterschied, Halfstep halt.

 

Die Stever glitzerte in der Sonne. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne wärmte uns ausreichend. So passierten wir das Emener Holz und erreichten Selm.

 

Nächster Ort war dann Bork. Es wurde wieder hügeliger und ich musste dann doch das ein der andere Mal in den Wiegetritt gehen, was wieder Kraft kostete.

 

Nach ca. 70 km kamen wir am Rande eines Waldgebietes an dieser kleinen Andachtstelle vorbei. Zeit noch einmal eine Pause zu machen. Nach ein paar Fotos machten wir dann Rast auf den Sitzbänken am Rande des kleinen Platzes. Hier genoßen wir die Sonne und versuchten wieder zu Kräften zu kommen. Mich schlauchte die Übersetzung des FBL so langsam aber sicher. Das Rad war wirklich eher für die Ebene geeignet. Gut das ich vorher nicht wusste was da auf mich zukam.

 

Tom´s Rickert war ca. 10 Jahre jünger als meines und hatte hinten einen Gang mehr. Vorne besaß es ein 44er Kettenblatt für die Steigungen. Die Zeit war technisch nicht stehen geblieben. Das Orange des Rahmens fand ich bildschön.

 

Nach der Pause standen die nächsten Steigungen an. Im Wiegetritt meisterte ich die auch. So ging es hoch und runter und wieder hoch nach Cappenberg.

 

Hinter Langern gab es dann einen schönen Weitblick auf die gegenüberliegenden Anhöhen. Kurz darauf erreichten wir Wethmar.

 

Das Stauwehr Westfalia an der Lippe kündigte die letzten Kilometer der Tour an. Kurz darauf überquerten wir auch den Datteln-Hamm-Kanal und nahmen Kurs auf Lünen-Süd. Dort kamen wir nach knapp 86 km und ca. 600 Höhenmeter mit einem Schnitt von 20 km/h an. Für mich war es wieder eine sehr schöne Tour, aber mit der Übersetzung meines FBL auch eine Herausforderung an manchen Steigungen. Aber jetzt weiß ich wenigstens was mein FBL-Rickert und ich können.

 

Zu einem so alten Rad gehörte auch das richtige Outfit. Meines war zwar nicht ganz aus der Zeit, kam dem aber optisch durchaus nahe. Das „Sturm“ Hombruch Trikot hatte ich letztes Jahr NOS aus den Restbeständen des Vereins bekommen. Bereits Mitte der 50er Jahre gab es dieses Design im Verein. Nur der Schriftzug fehlte damals. Stattdessen gab es ein aufgenähtes Wappen des Vereins. Die Mütze gab es mal zum Jubiläum der vereinseigenen RTF. Da das Trikotdesign bis in die 90er Jahre fast identisch war, passte die Mütze gut zu dem alten Trikot. Die Radhose war eine moderne mit dickem Polster in neutralem schwarz. Hier geht für mich die Bequemlichkeit vor. Die Mavic-Radschuhe waren ebenfalls schwarz und geschnürt, aber ansonsten leider etwas zu modern. Hoffe das ich da mal noch passendere Schuhe finden werde. Die Sonnenbrille aus den 70er Jahren werde ich bei Gelegeneheit noch durch eine im Stil der 50er/60er Jahre tauschen (Schmetterlingsbrille).

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

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