Der Herbst der ein Sommer war

06.10.2018

 

Letzten Samstag stand ich extra früh auf, um zur RTF nach Ahlen zu fahren. Doch leider musste ich feststellen das mir das frühe aufstehen gesundheitlich gar nicht gut bekam. Mein Körper empfand das klingeln des Weckers um 5:30 Uhr als puren Stress. Doch statt mich wieder hinzulegen, frühstückte ich und machte mich zur Abfahrt bereit. Da sendete mir der Körper so deutliche Signale das ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Statt also das Rad ins Auto zu packen, legte ich mich aufs Sofa und sah etwas fern. Danach ging es mir schon besser und ich fing an an meinem Rickert zu schrauben. Das tat richtig gut und war Entspannung pur. Gar nicht Rad fahren war natürlich auch keine Lösung und so beschloss ich Nachmittags eine Runde zu fahren. Praktischerweise hatte Tom die gleiche Idee und wir verabredeten uns zu einer Tour durchs Münsterland. 13:30 Uhr sollte Abfahrt sein. Da hatte ich noch genug Zeit das Rickert fertig zu stellen und einzukaufen. So machte ich mich gegen 13 Uhr mit meinem umgebauten Rickert auf nach Lünen.

 

An meinem Rickert ersetzte ich die klobigen Shimano STI Schalt/Bremshebel am Lenker durch schmale Aerobremshebel und Shimano Dura Ace 9-fach Unterrohrschalthebel. So sah das Rad mit Baujahr 2000 deutlich klassischer aus und ließ sich wie alle meine Klassiker bedienen. Mit den STI Hebeln war ich nie warm geworden.

 

So fuhren wir am frühen Nachmittag bei sommerlichen 25 Grad in der Nähe des Preußenhafens in Lünen los. Am Rande von Wethmar führte Tom uns nach Werne.

 

In nördlicher Richtung passierten wir Südkirchen etwas weiter östlich. Wir genossen die Sonne und den warmen Wind. Wer hätte gedacht das man im Oktober noch mal kurzärmlig fahren konnte. Die kleinen Straßen und Wege waren fast ohne Verkehr. Keine Ahnung ob und wo die Leute alle das gute Wetter genossen. Auf unserer Route jedenfalls nicht. Gut so.

 

Ab und zu gab es durchaus mal einen Anstieg. Aber nichts was uns den Angstschweiß auf die Stirn trieb. So fuhren wir zwischen Nordkirchen und Capelle weiter nach Norden.

 

Irgendwann erreichten wir dann Davensberg. Kurz hinter dem Ort passierten wir nach 38 km dann die Almhütte, wo wir schon einige Male Rast gemacht hatten. Doch an diesem Tag war es noch zu früh für eine Pause.

 

Am Rande des Davert ging es dann Richtung Ottmarsbocholt.

 

Durchs Venner Moor erreichten wir dann Senden, wo wir den Dortmund-Ems-Kanal überquerten. Von hier ging es dann nach Osten. Über die Feuerstiege erreichten wir den Rand von Münster. Kurz vor Amelsbüren machten wir nach 59 km bei einer Bäckerei in einem Industriegebiet Pause. Bei dem schönen Wetter saßen wir natürlich bei Kaffee und Kuchen draußen.

 

Nach der Pause ging es weiter nach Ameslbüren. Hier fuhren wir wieder Richtung Süden. An einer Obstwiese machten wir einen kurzen Fotostopp. die großen roten Äpfel sahen wirklich verführerisch aus. Aber da wir keinen Ärger wollten, begnügten wir uns mit ein paar Fotos von unseren Rädern. Mein Rickert Spezial aus dem Jahr 2000 wurde mit einer 9-fach Shimano Ultegra Schaltung und kompletter Ultegra Ausstattung bestückt. Für mich ein absoluter Traum.

 

Tom´s RoKaDo war ein ganz besonderes Rickert. Hugo Rickert lötete diesen Rahmen Anfang der 70er Jahre für das RoKaDo Team und einen Dortmunder Radsportverein. Sponsor war ein Möbelhersteller aus der Nähe von Dortmund. Ausgestattet wurde das Rad mit Campagnolo Record, bzw. Nuovo Record. Ein echt seltenes Rad und dazu noch richtig gut erhalten. Eines in meiner Größe zu finden dürfte wohl aussichtslos sein. Es gibt nur noch ganz wenige Exemplare.

 

Nach der kurzen Fotoschau fuhren wir weiter Richtung Ascheberg.

 

Die Schatten wurden länger und die Sonne verlor etwas an Kraft. Ich fand es aber immer noch warm genug.

 

Dafür schoben sich jetzt ab und zu Wolken über die Sonne. Aber das gab auch interessante Lichteffekte.

 

An einem kleinen Rastplatz machten wir noch einen Stop. Natürlich durften es sich unsere Räder auf der Sonnenliege bequem machen.

 

Die genossen die Sonderbehandlung sichtlich. Aber es half nichts, wir mussten weiter und hatten noch einige Kilometer vor uns.

 

Dafür ergaben sich unterwegs noch ein paar schöne Bilder. Der Nachmittag der langen Schatten. Wir mussten uns beeilen damit wir noch vor dem Dunkeln ins Ziel kamen. So erreichten wir im Eiltempo Werne.

 

Von Werne ging es parallel zur Lippe Richtung Lünen, dem Sonnenuntergang entgegen.

 

Noch ein paar schöne Häuser unterwegs, dann hatten wir Lünen fast erreicht.

 

Die letzten Sonnenstrahlen wurden von den Wolken geschluckt, die sich am Rande von Lünen in der Lippe spiegelten. Wir hatten es fast geschafft. Aber die dunkle Radbrille musste ich bereits abnehmen, um noch etwas im Restlicht zu sehen.

 

Nach Sonnenuntergang, aber noch am Anfang der Dämmerung erreichten wir nach 112 km wieder den Preußenhafen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 24 km/h. Ein toller Sommertag im Herbst ging zu Ende. Mir ging es richtig gut. Das hatte ich nach dem Formtief am Morgen nicht erwartet. Vielleicht machte ich mir mit den diversen Radsportveranstaltungen, an denen ich immer unbedingt teilnehmen wollte, einfach selber zu viel Druck. Die besten Radtouren sind immer noch die ganz spontanen.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

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