Die Fahrt des Grauens – Der Sonntag

17.06.2018

 

Der Sonntag begann eher schleppend. Niemand wollte sich beeilen, schließlich galt es Abschied zu nehmen. Die Fahrt des Grauens näherte sich ihrem Ende. So saßen wir beim Frühstück noch einmal alle zusammen. Alex mahnte uns das das Haus pünktlich um 10 Uhr geräumt werden müsste. Das wollten wir jedoch gar nicht hören. Und so ließen wir den Morgen eher gemütlich beginnen. Gegen 11 Uhr hatten wir das Haus dann wirklich geräumt. Niemand hat sich beschwert das es eine Stunde später war. Unsere Wochenend-Klassiker-WG hatte wirklich gut funktioniert. Schade das die Zeit immer so schnell vorbei ging. Doch zumindest bestand Aussicht auf das nächste Treffen. Jens kündigte das nächste Treffen für Thüringen in Jena an. Da konnte man sich schon wieder auf etwas freuen.

 

Einige von uns wollten sich noch im Nachbarort Pfaffenwiesbach treffen und von dort auf den Großen Feldberg fahren. Da ich nach der Fahrt am Samstag schon etwas angeschlagen war, nahm ich das Mountainbike, wegen der kürzeren Übersetzung am Berg. Auch hatte ich so die Option von der Straße runter zu können, wenn es mir zu anstrengend würde. Zunächst fuhren wir nach Usingen. Es war relativ viel Verkehr.

 

Der erste der sich dann hinter Usingen aus unserer Gruppe ausklinkte, war Klaus. Ihm ging der viele Autoverkehr auf den schmalen Straßen einfach auf den Wecker. Mir ehrlich gesagt auch, aber ich blieb zunächst dabei. Wir wollten uns um 15 Uhr wieder in Pfaffenwiesbach treffen.

 

Wir fuhren weiter, jetzt auf schmaleren Straßen. Knapp überholt wurden wir hier erst recht. Ich fühlte mich nicht richtig wohl. Von NRW war ich gewohnt mit dem Rad relativ Autofrei auf kleinen Straßen unterwegs zu sein. Wir erreichten Neu-Anspach.

 

Danach erwartete uns eine lange Steigung nach Rod am Berg. Hinter dem Ort wurde es sogar mit über 16 % noch steiler. Ich kurbelte mich mit dem kleinen Kettenblatt da hoch. Nachdem ich die Anderen, die oben auf mich warteten erreicht hatte, trennte auch ich mich von der Gruppe. Ich war am Berg einfach zu langsam und das war weder für mich, noch für die Gruppe schön. Außerdem hatte ich Zweifel ob ich so auf den Großen Feldberg käme.

 

Ich bog links auf einen Waldweg ab und folgte einfach meiner Nase. Hauptsache Schotter und kein Autoverkehr mehr. Das war wie eine Befreiung. Und ich konnte so langsam fahren wie ich wollte. Ab und zu ließ sich auch die Sonne blicken. Es wurden so um die 24 Grad. Da war es wieder, das Urlaubsgefühl. Und das Gefühl etwas verpasst zu haben, weil ich so lange nicht mehr mit dem MTB unterwegs war. Gut das ich das GT mit eingepackt hatte.

 

Durch den Wald und über die Felder erreichte ich Anspach.

 

In einiger Entfernung blickte ich auf den Großen Feldberg. Die sanfteren Steigungen rund um Anspach gefielen mir aber besser.

 

Die ländliche Gegend bekam durch die Wolken eine besondere Dramatik. Doch es blieb trocken.

 

Dann kam ich an der Ziegelei zwischen Neu-Anspach und Wehrheim vorbei. Hier wurden keine Ziegel mehr gebrannt, sondern Konzerte veranstaltet.

 

Einige der Coverbands auf dem Plakat kannte ich sogar. Die traten auch schon mal in NRW auf.

 

Entlang der Bahnlinie erreichte ich dann Wehrheim. Leider musste ich durch den Ort durch und wurde in einer Engstelle fast von einem ungeduldigen Traktorfahrer massakriert. Er musste unbedingt in der Engstelle überholen, statt noch die 10 Meter zu warten, wo es wieder breiter wurde. Anscheinend vergaß er das sein Ackergerät breiter war, wie der Traktor. Ich wich ein paar cm nach rechts bis zur Bordsteinkante aus und drehte den Oberkörper ebenfalls nach rechts. Knapp gingen die Messer des Geräts an mir vorbei. Das brauchte ich echt nicht.

 

Hinter dem Ort fuhr ich ins Bizzenbachtal. Endlich wieder autofreie Straßen. Und ein paar Bergbewohner, die ich eher in größeren Höhen vermutet hätte. Aber die ließen sich von mir gar nicht stören. Anscheinend waren die Gräser und Kräuter zu schmackhaft.

 

Kurz darauf stieß ich auf militärisches Sperrgebiet. Mir blieb nichts anderes übrig, als links an dem Zaun entlang zu fahren. Zum Glück ging dann am Ende wieder ein Weg nach rechts, in meine ursprüngliche Richtung. Durch diesen Wald ging der römische Limes.

 

Nach einer längeren mäßigen Steigung erreichte ich das Römerkastell Kapersburg. Zunächst kam ich am Badehaus vorbei. Ein Bad wäre wirklich fein gewesen. Leider hatten die Römer beim Auszug das Wasser abgestellt. Also kein Bad.

 

Dann kam ich ins Kastell. Damit wurde früher der Limes, also die Grenze, überwacht. Ich fuhr mit meinem GT über die alte Römerstraße, die durch die Anlage führte. Auch las ich etwas über das Leben in der Befestigungsanlage. Einige Infotafeln brachten einem das Leben im 2 und 3. Jahrhundert näher. Nach der kleinen Bildungspause fuhr ich weiter.

 

in der Nähe des Lagers fand ich dann ein paar schöne Pflanzen. Ob die wohl schon zur Römerzeit hier waren? Als Insekt wäre ich jedenfalls vorsichtig. Sah doch sehr nach Falle aus.

 

Weiter ging es in einem großen Linksbogen durch den Wald. Manchmal wurde es richtig holprig, was aber mit den dicken Stollenreifen kein Problem war. Nur selten begegneten mir Wanderer oder andere Mountainbiker. Es war eine schön einsame Fahrt durch tolle Landschaft.

 

Doch dann kam bald der Rand von Pfaffenwiesbach in Sicht. Langsam bekam ich auch Hunger. Am Ortsrand fragte ich zwei Frauen nach einer Wirtschaft oder einem Imbiss. Ich bekam zwei Tipps. Der eine hatte leider zu, und den anderen fand ich gar nicht erst.

 

So fuhr ich auf der anderen Talseite noch einmal berghoch, über einen asphaltierten Feldweg.

 

Von oben hatte ich einen schönen Blick auf das Dorf. Über einen Wiesenweg ging es wieder hinunter ins Tal. Kurz darauf stieß ich auf die freiwillige Feuerwehr, direkt an einer Dorfhalle. Als ich um die Halle herum fuhr entdeckte ich ein griechisches Restaurant, und es hatte offen. Ich ließ mich auf der Terrasse nieder, bestellte etwas zu Trinken und einige fleischlose Vorspeisen um meinen Hunger zu stillen.

 

Danach fuhr ich zurück zum Treffpunkt, wo ich viertel vor 15 Uhr nach 36 km und guten 700 Höhenmeter eintraf. Klaus war schon da. Während wir etwas quatschten trafen nach und nach die Anderen wieder ein. Nun galt es endgültig Abschied zu nehmen.  Ich verabschiedete mich von Klaus, Andreas, Nick und dem Rest der Verbliebenen. Drei schöne Tage waren zu Ende. Jetzt blieb nur noch die Heimfahrt mit dem Auto. Ich verstaute mein GT und machte mich auf den Weg zur Autobahn. Am späten Nachmittag kam ich gut zu Hause an. Was bleibt ist die Erinnerung und die Vorfreude auf die nächste Fahrt des Grauens.

Vielen Dank auch noch einmal an Alex für die Organisation des Treffens und die tolle Unterbringung. Das Ferienhaus war Klasse. Und vielen Dank an alle Teilnehmer das ich euch wieder treffen, bzw. kennen lernen durfte. War eine tolle Zeit mit euch.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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