Frühlings RTF Hamm

10.03.2018

 

Die erste RTF 2018 fuhr ich Samstag in Hamm. Das Wetter versprach Temperaturen zwischen 11 und 16 Grad und auch etwas Sonne. Der Frühling kam an. Eine Woche zuvor war ich noch im Schnee gefahren. Start war relativ spät um 10 Uhr. Ich war rechtzeitig mit meinem Mücke Randonneur vor Ort und meldete mich für die 110 km Strecke an. Wenig bekannte Gesichter sah ich, so das ich beschloss alleine zu starten. Insgesamt um die 330 Starten gingen auf die drei RTF und zwei CTF Strecken. Start war an der Schule am Maximilianpark.

 

Nach kurzer Zeit lief ich auf eine Gruppe auf, die ein gutes Tempo fuhr. Ich folgte mit etwas Abstand. Als sich dort aber die Vorfahrtverletzungen häuften, ließ ich die Gruppe ziehen. Das wollte und konnte ich nicht mitmachen. Einige haben immer noch nicht begriffen das eine RTF kein Rennen ist und das sie mit ihrem Verhalten nicht nur unter Umständen sich selber schaden (Unfallgefahr), sondern auch dem Veranstaltern. Wenn es immer mehr Beschwerden von Autofahrern gibt, werden auch die Auflagen für die Veranstalter seitens der Behörden immer aufwändiger. Einige RTF mussten deshalb in der Vergangenheit auch schon abgesagt werden.

 

Ich nahm etwas Tempo raus und genoss das sonnige Wetter. Über Dolberg ging es nördlich ins Münsterland Richtung Ahlen.

 

Mit 400 Höhenmeter war die Tour relativ flach. Aber die ein oder andere Steigung gab es natürlich trotzdem. Aber das war dann das Salz in der Suppe.

 

Manche finden die flache, weite Landschaft im Münsterland eher langweilig. Für mich ist das Erholung pur. Fast schon wie Meditation. Und ich mag Gegenwind. Den gab es natürlich auch wieder. Ralf, den ich etwas später auf der Tour traf, meinte das ich deshalb Psycho bin. Wie könne man Gegenwind mögen. Meine Devise ist, mach das was Du nicht magst zu Deinem Freund. Der Gegenwind ist mein Freund, genau wie die Steigungen. Mit dieser Einstellung verliert alles seinen Schrecken auf den langen Brevets die ich sonst fahre. Anders kommt man mental damit nicht wirklich zurecht. Es gibt keine wirklich schlechten Bedingungen, es gibt nur die falsche Einstellung dazu.

 

Den nördlichsten Punkt der Route erreichte ich dann auf einer Schleife um Drensteinfurt. Es ging auch ein Stück durch den Ort, aber leider blieb keine Zeit für einen kleinen Abstecher zum Eishaus auf der Dorfstraße. Außerdem war ich ja eh auf Diät.

 

Nun fuhr ich Richtung Westen und erreichte den Rand von Ascheberg. Hier zeigte sich das Münsterland wieder überaus typisch mit seiner Weite des Landes.

 

Ebenfalls typisch waren die rot geklinkerten Bauernhöfe. Landwirtschaft ist im Münsterland noch viel vorhanden. Irgendwo müssen unsere Lebensmittel ja herkommen. Ohne Bauernhöfe wären die Regale im Supermarkt leer.

 

An den drei Kontrollen hielt ich immer nur kurz zum Stempeln an. Verpflegung brauchte ich nicht, ich war ja auf Diät. Ich glaube das hatte ich schon erwähnt. Und der Anblick von Kuchen, Waffeln und Riegeln war für mich nur schwer zu ertragen. Wer schon mal versucht hat abzunehmen kennt das sicher. Was tut man nicht alles um den Winterspeck loszuwerden. Unterwegs begegnete ich immer wieder einzelnen Fahrern. Ich lag noch vernünftig in der Zeit und brauchte mir da keine Sorgen machen. Da störte auch das etwas langsamere Tempo durch Gegenwind nicht. Kurz vor Lüdinghausen erreichte ich den westlichen Wendepunkt. Jetzt ging es Richtung Osten, fast ständig gegen den Wind.

 

In Nordkirchen führte die Strecke fast direkt am Schloss Nordkirchen vorbei. Ich machte einen kleinen Abstecher durch den Schlosspark um ein paar Fotos zu schießen. Die Mücke machte sich gut vor dem schönen Barockschloss. Kaum war ich wieder auf der Strecke, sah ich Ralf vor mir. Er war wohl nach mir gestartet und hatte mich überholt als ich vor dem Schloss war. Ich trat ordentlich in die Pedale und hatte ihn bald eingeholt. Ihm machte der Gegenwind und seine bisher schnelle Fahrt zu schaffen. Ab hier fuhren wir zusammen.

 

Über kleine Landstraßen fuhren wir nach Capelle und weiter nach Herbern. Kurz vor Hövel kam dann die dritte Kontrolle, wo Ralf sich erst einmal stärkte. Zeit um ein bisschen zu quatschen.

 

Über Walstedde und vorbei an Heesen führte der Kurs schließlich wieder nach Süden.

 

Bei Schloss Oberwerries machten wir einen kleinen Schlenker und kamen über Wege durch viel grüne Landschaft wieder nach Hamm zurück. Nach 5 Stunden waren wir nach 107 km gegen 15 Uhr zurück im Ziel. Ich durfte mir dann an der Anmeldung anhören warum ich so spät reinkäme. Irgendetwas läuft da gründlich schief. Immer wieder wird betont das RTF keine Rennen sind und wir uns an die Straßenverkehrsordnung halten müssen, aber gleichzeitig wird offensichtlich erwartet das man mindestens einen 30er Schnitt fährt (ich hatte einen 24er Schnitt). Das passt echt nicht zusammen. RTF heißt Rad Touristik (oder wahlweise Touren) Fahrt. Schlusszeit war übrigens 16 Uhr.

 

Wenn ich da an die Brevets denke, wo selbst diejenigen die pünktlich zur Schlusszeit noch mit Applaus empfangen werden, ist mir das wesentlich sympathischer. Es ist schade das die Tourenfahrer bei RTF so einen schweren Stand haben. Das war kein einmaliges Erlebnis, sondern das habe ich so und so ähnlich schon öfters erlebt. Echt traurig. So schreckt man auf Dauer sicher viele ab. Die Zahlen bei den Teilnehmern sind jedenfalls rückläufig. Das hat sicher noch andere Ursachen, aber das ist eine davon.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Frühlings RTF Hamm

    1. Ich habe da in den letzten Jahren so einiges erlebt. Aber auch viel positives. Sonntag in Sölde war es z.B. richtig nett. Und da kam ich im Verhältnis zur kürzeren Strecke später rein. Es war sogar noch Zeit zum hinsetzen und quatschen.

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