Das Ardeygebirge

12.08.2017

Eigentlich wollte ich am Samstag eine RTF in Willich fahren. Doch als der Wecker um 5 Uhr Morgens klingelte und ein Blick aus dem Fenster und der Blick auf die Wetterapp Dauerregen versprach, sagte ich ab. Schnell wieder ins gemütliche Bett und schnell war ich wieder eingeschlafen und träumte von Sommer, Sonne und Strand. Als ich um 7:30 Uhr wieder aufwachte war es immer noch regnerisch trüb. Also erst einmal Kaffee mahlen und frisch aufbrühen. Das weckte die Lebensgeister. Dazu noch leckere Käsebrote und der Hunger war auch gestillt. Den Vormittag gammelte ich ein wenig, hörte Musik und schrieb noch den Bericht von der Tour letzten Sonntag. Am Nachmittag sah es dann doch etwas nach Wetterbesserung aus und ich machte das Koga Miyata fertig. Schnell noch eine kleine Route erstellt und aufs Navi geladen. Neulich war Stau auf der Autobahn als ich von der Arbeit kam und ich fuhr durch Wetter und Herdecke nach Dortmund. Dort fielen mir einige interessante Gebäude auf und ich fragte mich warum ich bisher so selten mit dem Rad dort war. Dem sollte also Abhilfe geschaffen werden. Gleichzeitig bedeutete eine Tour durchs Ardeygebirge auch viele Höhenmeter und steile Anstiege (wie steil wusste ich da noch nicht). Mein Ehrgeiz was die Geschwindigkeit anging war also nicht besonders groß. Durchhalten war die Devise.

Gegen 15 Uhr fuhr ich von Hörde zunächst hoch nach Wellinghofen. Dann ging es weiter durchs Olpketal und dann über die Schneiderstraße hoch nach Dortmund Schnee. Das war der leichteste Teil. Zum Glück war mir das nicht wirklich klar. Ich fuhr auf der Kammstraße nach Witten und dann ein Stück Richtung Ruhr. Doch schon ging es wieder berghoch.

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Immer wieder stieß ich unterwegs auf hübsche alte Häuschen. Das hatte schon was von Idylle.

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Schließlich erreichte ich die Ruhr und machte mich auf den Weg nach Wetter. Das Türkisblau der Brücke brachte wenigstens etwas Farbe bei dem grauen Wetter.

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In Wetter machte ich dann einen Abstecher zu dem schönen alten Bahnhof der jetzt als Bücherei und griechisches Restaurant genutzt wurde.

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Dann ging es zurück zum Kreisverkehr und ich machte mich auf den Weg nach oben. Gerade war ich so richtig schön im Rhytmus, als ich diese schöne Natursteinmauer erblickte. Klar musste ich da für ein Foto anhalten. Danach ging es weiter. Schließlich erreichte ich den Abzweig zum Harkortturm und bog links ab. Die Steigung schien gar kein Ende zu nehmen. Kein Wunder, wollten doch fast 200 Höhenmeter überwunden werden.

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Der Turm war leider geschlossen, aber auch so war der Ausblick auf den Harkortsee grandios. Hier oben war ich noch nie. Bisher war ich nur unten am See entlang gefahren.

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Das Koga Miyata wollte natürlich auch abgelichtet werden. Der Zwarte Zwaan war dem Geländer eindeutig an Eleganz überlegen.

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Der Harkortturm zum Gedenken an den Industriellen Friedrich Harkort wurde 1884 eingeweiht und kam schon sehr imposant daher.
Nun fuhr ich den ganzen Berg wieder herunter bis zur Straße etwas oberhalb der Ruhr, die mich nach Herdecke führte. Immer wieder erhaschte ich einen Blick auf den Stausee. Dann kam ich nach Herdecke.

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Hier fiel mir sofort ein Wegweiser auf. Ich wollte schon immer mal nach Panama. Da wäre der Sommer bestimmt sonniger und wärmer.

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Die Weltstadt Herdecke wurde geradezu von Touristen belagert. Überall blitzten die Kameras auf.
Bei mir war das natürlich etwas Anderes. Ich dokumentierte nur. *hüstel*

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Aber die kleine Altstadt von Herdecke war wirklich schön. Überall gab es etwas zu entdecken. Warum fuhr ich bisher eigentlich so achtlos daran vorbei?

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Auf einem Platz entdeckte ich eine echte Schweinerei. Hier wurde anscheinend früher so manche Sau durchs Dorf getrieben. Mein Koga Miyata fühlte sich jedenfalls sauwohl.

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Das Rathaus mit dem Zwiebelturm und den Blumenkästen war auch richtig putzig. Hier gab man sich anscheinend echt Mühe um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch trotz des guten Eindrucks hieß es für mich Abschied nehmen. Der Rückweg war langsam angesagt. Und was ich mir da als Route am PC zusammengebastelt hatte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Es ging auf einer richtig steilen Straße, nein eher ein schmaler Pfad mit über 20% Steigung durch den Wald aus der Stadt raus. Ich schaltete zwar rechtzeitig in den niedrigsten Gang und fasste den Unterlenker fest, kam aber nach 50 Metern so aus der Balance das ich gerade noch die Füße auf den Boden bekam. Anfahren unmöglich. Der Weg zog sich noch ein paar hundert Meter steil und gerade den Berg hoch. Keine Kurve entschärfte die Steigung. Selbst schieben ging extrem langsam und mühsam. Am oberen Ende wurden es dann noch ein paar Prozent mehr. Wie konnte mir das bei der Planung entgehen? Dann erreichte ich endlich wieder eine Straße und es ging weiter bergauf. Aber jetzt nur noch zwischen 12 und 15%. Das war wenigstens wieder für mich fahrbar. Jedes mal wenn ich jetzt dachte ich hätte die Steigungen weitestgehend hinter mir, kamen immer wieder steile Rampen mit bis ca. 17 %. Das Ardeygebirge hielt da so manche fiese Überraschung parat. Aber ich schaffte alle zu fahren. Doch der Weg durch den Wald nagte immer noch ein wenig an meinem Selbstbewusstsein. Dann lag das Ardeygebirge hinter mir. Jetzt lagen nur noch ein paar harmlose Steigungen vor mir.

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Schöne Aussichten gab es nach der Plackerei gratis als Belohnung. Dann bog ich auf einen Weg zu ein paar Ausflugslokalen ein. Hier wurde ich schon von einem kläffenden Dackel „begrüsst“ Der Kleine rannte neben mir her und ich fuhr langsam um ihn nicht in die Speichen zu bekommen. Er war offensichtlich etwas übermotiviert. Dann bog ich in einen Waldweg ein und der Hund blieb zurück. Jetzt wurde es etwas holprig. Teilweise grober Schotter erwartete mich. Zum Glück ist das Koga Miyata mit den 32er Reifen auch eine Art frühzeitliches Gravelbike. Alles schon mal dagewesen. So erreichte ich nach dem Durchfahren des Waldes die Wittbräucker Straße, die ich kurz darauf aber wieder verließ. Dann erreichte ich endlich Kirchhörde und damit Dortmunder Stadtgebiet.

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Über Wellinghofen kam ich dann nach 40 km zurück nach Hörde. Knapp 700 Höhenmeter hatte die kurze Tour. Der niedrige Schnitt von nur 15 km/h war den steilen Anstiegen geschuldet. Das war keine Tour für Rouleure, sondern eher für Bergziegen. Da war ich also eigentlich die totale Fehlbesetzung. Spaß gemacht hat es trotzdem. Und ich habe wieder ein paar Lücken in meiner relativ direkten Umgebung schließen können. Es blieb übrigens trocken, wenn es auch mit ca. 15 Grad nicht gerade warm war.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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