BRT 2017 in Hannover, Teil 3

28.07. – 30.07.2017

Freitag 28.07.2017

Das Wetter am vorletzten RTF-Tag war sonnig bis wolkig, aber trocken und bot Temperaturen bis 22 Grad. Dafür aber auch ordentlich Wind. Ich traf Morgens im Ziel ein und frühstückte erst einmal in der Kantine. Dort traf ich dann auch einen Teil der Gruppe. Kurz vor 9 Uhr reihten Franz und ich uns am Start ein, konnten die Anderen aber nicht entdecken. Ich ging davon aus das sie vor uns waren. So starteten Franz und ich in einem Pulk ohne den Rest der Gruppe. Die würden sich schon finden. Franz schickte schon mal eine Nachricht an Harald. Über Linde-Mitte und Linde-Süd ging es aus der Stadt hinaus. Das Highlight sollte das Steinhuder Meer, ein Binnensee sein.

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Viele Ampeln bremsten uns am Anfang. Hannover ist halt eine Großstadt. Doch schließlich wurde es ländlich und uns erwartete ein leicht welliges Profil und ordentlich Gegenwind. Ich gab Gas um die Anderen einzuholen. Doch schließlich musste ich meine Erfolglosigkeit einsehen.

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War dann alleine unterwegs bis ich Vera und Doris einholte, die mit dem Wind zu kämpfen hatten. Ich reduzierte mein Tempo und bot den Beiden bis zur ersten Kontrolle bei Kolenfeld Windschatten. Bis dahin fuhren wir noch am Kanal vorbei und überquerten so manche Brücke und erklommen so manchen Hügel.

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An der Kontrolle sah ich dann auch Harald und die Anderen, und auch Franz traf kurz danach ein. Die Gruppe war wieder komplett.
Wir fuhren nun gemeinsam weiter. Was aussah wie ein exotischer Berg mit Reisfeldern im Vordergrund irgendwo in Asien, war eine Halde in Niedersachsen. Ein interessanter Anblick. Leider fehlten plötzlich Richtungspfeile und wir fuhren nach Radwegschildern Richtung Steinhude, bis wir wieder auf Pfeile trafen.

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Nach 45 km erreichten wir dann die 2. Kontrolle direkt am Steinhuder Meer. Mir verschlug es die Sprache. So groß hatte ich mir den See nicht vorgestellt. Die Verpflegung war vor den malerischen Strandterassen mit Blick auf den See aufgebaut. Auch die Verpflegung war wieder vorzüglich. Es gab Schnittchen wie wir im Ruhrgebiet sagten. Alle Arten belegter Brote. Dazu jede Menge Obst, einschließlich Melonen und frischer Ananas und süßer Pfirsiche.

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Und dann der See. Nur zu gerne hätte ich in dem Augenblick mein Peugeot für eine Stunde mit einem der Segelboote getauscht. Als alte Seglerin hatte ich auch ein Faible für schöne Holzboote. Und bei dem Wind ließ es sich bestimmt gut segeln. Doch nach einer kurzen Pause musste ich mich wieder losreißen, denn es ging weiter.

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Bei km 68 erreichten wir dann bereits die 3. Kontrolle. Die war auf dem Hof eines Boccia-Vereins. Die hatten auf dem Hof eine Richtige Boccia-Bahn. Das fand ich äußerst interessant, hatten wir doch in den 70er Jahren gerne dieses Spiel an italienischen Stränden im Urlaub gespielt. Wir stärkten uns noch einmal und machten uns auf den Rückweg.

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Beinahe hätten wir noch einmal nasse Füße bekommen. Das Hochwasser war immer noch präsent. Dann führte uns die Route wieder nach Hannover rein. Hier trafen wir auf Günters Gruppe und fuhren nun als große Gruppe zusammen. Die Fahrt durch die Nebenstraßen der Stadt hatte für mich auch ihren Reiz. Die roten Häuser hatten etwas was mich ansprach. Mit dem klassischen Peugeot vorbei an klassischen Häusern. Das passte.

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Gute gelaunt kamen wir ins Ziel. Eine wunderschöne und erfolgreiche Tour. Das bei der Ausschilderung irgend etwas schief gegangen war, bzw. anscheinend einige Richtungspfeile abhanden kamen und wir dadurch auf unter 90 km kamen tat der Tour keinen Abbruch. Nur 200 Höhenmeter und ein Schnitt von knapp 24 km/h trotz Gegenwind waren ok. Landschaftlich hatte die Strecke für mich ihren Reiz. Und die Verpflegung war wirklich konstant sehr gut. In der Kantine gab es wieder eine warme Mahlzeit und dann fuhr ich zurück in mein Zelt. Füße hoch legen und lesen war Nachmittags meine Lieblingsbeschäftigung.

Samstag 29.07.2017

Der letzte Tourtag brach an. Das Wetter war wieder teilweise bewölkt aber trocken und halbwegs warm. Morgens wieder Frühstück in der Kantine und dann um 9 Uhr der Start mit der mittlerweile üblichen Gruppe. Nach Süd-Westen ging es aus der Stadt raus. Es war zunächst flach, ging dann aber nach knapp 20 km zur ersten Kontrolle den Berg hoch. Die Kontrolle war am Deister, aber an anderer Stelle wie bei einer der vorherigen RTF.

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Da mir die Kontrolle für eine Pause zu früh war ließ ich nur stempeln und informierte Harald und die Anderen das ich schon mal zur 2. Kontrolle vorfuhr. Es ging noch eine ganze Weile berghoch, aber ich kam immer mehr in Tritt und es war für mich keine Quälerei. Das Profil war jetzt sehr wellig und das Wetter wurde langsam freundlicher.

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Immer wieder traf ich auf andere Gruppen die mich überholten oder umgekehrt.

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Das wellige Profil, vor allem dann im Weserbergland, gefiel mir sehr gut.

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Ein kurzes Stück fuhr ich hinter einer größeren Gruppe her. Aber auf Dauer waren die mir etwas zu schnell. Ich wartete ja quasi noch darauf von meiner Gruppe eingeholt zu werden.

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Teilweise fühlte ich mich wirklich wie im Urlaub. Ok. genau genommen war ich im Urlaub. Mir gefiel die Landschaft richtig gut. Das Auf und Ab der sanften Hügel machte Spaß.

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Und immer wieder kam ich durch schmucke Dörfer. Einige Kilometer vor der 2. Kontrolle bemerkte ich einen Fahrer mit Problemen. Er war gerade gestürzt weil sein Hinterrad blockiert war. Ihm war zum Glück nicht viel passiert. Eine leichte Schürfwunde am Ellbogen. Wir schauten uns das Rad an, aber es drehte sich wieder. Er sagte mir das das bereits das dritte Blockieren war. Ich tippte auf Achse oder Freilauf. Aber das ließ sich vor Ort nicht feststellen. Er wollte unbedingt weiter fahren, da es bis zur Kontrolle nicht mehr so weit war. Ich riet ihm dann aber sehr vorsichtig zu sein. Noch ein Sturz lief vielleicht nicht so glimpflich ab. So fuhr ich dann weiter.

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Nach ca. 50 km erreichte ich Hameln. Es zeigte sich zunächst nicht von seiner schönsten Seite und sah irgendwie nach normaler Stadt mit typischem Industriegebiet aus. Nicht so wie man sich Hameln nach der Geschichte vom Rattenfänger von Hameln aus dem Mittelalter vorstellte. Dann erreichte ich die 2. Kontrolle, direkt über der Weser. Was für eine Aussicht. Ich geriet geradezu ins schwärmen. Auf der anderen Seite der Weser thronte ein Aussichtsturm auf einem bewaldeten Hügel. Direkt an der Weser lief auch eine beliebte Radroute entlang. Entsprechend viele Radler kamen vorbei. Ich hatte jetzt aber doch Hunger und stürzte mich auf das gute und reichhaltige Angebot der Verpflegungsstelle. Nach und nach traf meine Gruppe ein. Nur noch Harald fehlte. Wie ich erfuhr half er einem Fahrer der wieder gestürzt war weil sein Hinterrad blockiert war. Es war offensichtlich der Selbe wie bei mir. Er war dieses Mal so verletzt das er nicht weiter fahren konnte und musste am Knie verbunden werden. Als Harald eintraf schickte er Jemand mit dem Auto zurück um den armen Kerl abzuholen.

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Nach der Pause fuhren wir wieder als komplette Gruppe weiter. Wir hatten jetzt den Scheitelpunkt der Tour erreicht und es ging in einem Bogen nach Hannover zurück. Wir wechselten uns mit der Führungsarbeit ab. Wieder gab es teilweise Gegenwind und wir nahmen die kleineren Fahrer nach vorne im Windschatten der Spitze. Franz fuhr meistens weiter hinten. Aber wir hielten die Gruppe zusammen. So erreichten wir die dritte Kontrolle an der alten Kirche St. Alexandri und dem kleinen Friedhof in Eldagsen. Aber zum Glück waren wir alle noch munter. Wir labten uns an der Verpflegung und dann ging es weiter.

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In einem Bogen fuhren wir über Gestorf und Bennigsen Richtung Hannover. Es wurde noch einmal etwas wellig und ich bemerkte das Franz immer mehr zurück fiel. Ich gab Harald ein Zeichen und ließ mich ebenfalls zurück fallen damit Franz sah wo wir weiter fuhren. Die Gruppe hatte ich noch im Blick. An einem Abzweig warteten Harald und ich dann und nahmen Franz in unsere Mitte. Wir wechselten uns in der Führung ab und achteten darauf das Franz im Windschatten bleiben konnte. Am Rande von Hannover holten wir den größten Teil der Gruppe in einer Baustelle sogar wieder ein. Nur Stefan hatte zum Schluss so Gas geben das wir ihn erst im Ziel wieder sahen. Die letzten Kilometer hatten wir noch einmal Rückenwind. So kamen wir gut ins Ziel. 106 km und über 500 Höhenmeter war ich mit einem Schnitt von 25 km/h gefahren. Und ich fühlte mich richtig fit.

Treffpunkt war wieder die Kantine und danach noch etwas trinken. Auf der Bühne gab es Auszeichnungen für die Mannschaften mit den meisten Kilometern. Da die jeweils aus dem gleichen Verein kommen mussten, hatte unsere gemischte Gruppe keine Chance auf eine Teilnahme. Mich störte das nicht. Insgesamt waren es aber mehr Gruppen und Vereine als in den letzten Jahren und das trotz des Wetters.

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Dann kam etwas Wehmut auf. Es galt Abschied zu nehmen. Einige Teilnehmer würde ich sicher dieses Jahr noch auf RTF in NRW wieder sehen. Andere vielleicht erst nächstes Jahr bei dem BRT 2018 in Langenseibold bei Hanau. In Hessen werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.
Es war mein erstes Bundesradsporttreffen und ich frage mich warum eigentlich? So viel Spaß auf unbekannten Strecken mit alten und neuen Radsportfreunden hatte ich noch nie. Eine schöne Art den Urlaub zu verbringen. Auch die erholsamen Nachmittage im Zelt bei einem guten Buch habe ich genossen. 820 km bin ich in dieser Woche insgesamt gefahren. Da sind natürlich auch die Wege zum Start und zurück dabei.

Sonntag schlief ich aus, frühstückte in Ruhe und baute dann mein Zelt ab. Am späten Mittag traf ich bereits zu Hause ein. 220 km waren mit dem Auto ohne Stau schnell zurück gelegt. Doch so richtig verarbeite ich diese tolle Woche erst jetzt.

Ich möchte mich auch noch einmal ganz herzlich bei den Organisatoren und Helfern der Vereine aus Hannover und Umgebung bedanken. Was hier auf die Beine gestellt wurde mit viel Engagement und Zeit war toll. Die Strecken fand ich größtenteils sehr schön. Das war sicher auch nicht so einfach für so viele Tage zu planen und dann wegen dem Hochwasser wieder umzuplanen. Und ich habe selten eine so gute, vielfältige und reichhaltige Verpflegung bei RTF erlebt. Was mir auch sehr gefiel war die hohe Anzahl der Teilnehmer. Es waren nicht nur sehr viele RTF-Fahrer/innen dabei, sondern auch eine große Anzahl Wanderfahrer/innen. Bei den regionalen RTF trifft man Wanderfahrer leider eher seltener. Die Veranstaltung war auch eine tolle Reklame für Hannover und das Umland. Ich werde sicher mal wieder nach Hannover fahren. Es gibt dort noch viel zu entdecken.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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