Hitzefrei

27.08.2016

Ende August und der Sommer schlug spät, aber erbarmungslos zu. Freitag Temperaturen bei 35 Grad. Der Samstag versprach mit 35 Grad genau so heiß zu werden. Geplant hatte ich die 150 km RTF in Moers zu fahren. 150 km im flotten Tempo bei 35 Grad? Nein danke, nicht mit mir. Ich beschloss Hitzefrei zu nehmen. Statt dessen eine gemütliche 100 km Tour an Kanälen und Flüssen von Dortmund nach Hamm und zurück zu fahren. Das richtige Gefährt hierfür war das Hässliche Entlein. Packtasche hinten mit Getränken und ein wenig Verpflegung kam mit. Auf dem Navi eine geplante Route, die ich aber einfach ignorierte. Grob kannte ich die Stationen der Tour ja, der Rest wurde improvisiert. So lernte ich wieder einige neue, manchmal holprige Strecken kennen. Doch da war ich mit den 35 mm Cyclocross Race Reifen genau richtig ausgerüstet. Viel Steigungen gab es nicht. Ich wollte ja nicht unnötig ins Schwitzen geraten. Wenn das bei 35 Grad im Schatten überhaupt einen Unterschied gemacht hätte.

Zunächst fuhr ich von Hörde zum Preussenhafen nach Lünen. Unterwegs entdeckte ich in Dortmund einige interessante Pfade.

Kaum zu glauben das ich hier immer noch Mitten in Dortmund war. Da kam schon echtes Urlaubsfeeling auf. So machte das Radfahren selbst bei der Hitze richtig Spaß. Die Strecke fand ich zwischen Kirchderne und Scharnhorst.


Den armen Schafen bei Lanstrop war sicher auch ziemlich warm. Kein bisschen Schatten auf der Wiese. Da hatte ich es besser.

Schließlich erreichte ich Lünen und den Preussenhafen am Datteln-Hamm-Kanal. Fotos vom Hafen hatte ich schon so viele, die sparte ich mir dieses Mal. Nun ging es am Kanal entlang Richtung Hamm.


Viel los war auf dem Weg nicht. Die meisten Leute blieben bei der Hitze wohl lieber im Schatten. Dafür mussten die Schiffer schuften. Auf so einem Stahldampfer wurde es sicher ganz schön heiß. Bei mir kamen Erinnerungen an vergangene Sommerurlaube irgendwo tief im Süden auf. Einfach herrlich so ein Sommerwetter.

Bei Bergkamen musste ich den Kanal verlassen, da das Kraftwerk im Weg war.

Es soll ja noch Menschen geben die glauben der Strom kommt aus der Steckdose. Hier kann man je nach Wetter gut sehen was da so alles in die Luft geblasen wird. Der Mensch neigt leider dazu seinen Lebensraum immer mehr zu zerstören. Wenigstens ich war halbwegs umweltfreundlich unterwegs.


Wieder zurück am Kanal, erreichte ich bald die Marina Rünke. Maritimer ist es nicht mal am Mittelmeer. Hätte da auch gerne ein Segelboot liegen.


Wieder etwas abseits des Kanals wurde es ziemlich ländlich. Schon erstaunlich das ich immer noch im Ruhrgebiet war. Der Pott bot doch ganz schön Abwechslung.

Nach dem Asphalt kam wieder Schotter und der Kanal hatte mich wieder.

Hier fließen der Kanal und die Lippe parallel nicht weit voneinander entfernt. Ich liebe diese Wege, die am Horizont verschwinden.

Bald kamen die neuen Brücken über Kanal und Lippe, nicht weit vom Hammer Hafen in Sicht.

Der Brückenschlag dauerte sehr lange (Jahre) und verlangte von den Radlern viel Geduld.


Schöne neue Brückenwelt. Leider musste ich feststellen das die Brücken zwar befahrbar waren, aber nur auf eine weitere Baustelle führten, wo es kein Durchkommen gab. Also wieder zurück und einen anderen Weg suchen.


Vorher noch schnell ein Foto vom Hafen. Wie oft bin ich hier schon vorbei gekommen? Trotzdem finde ich es nie langweilig. Auch wenn bei der Hitze scheinbar die Arbeit im Hafen zum erliegen kam.

Schließlich erreichte ich die City von Hamm. In der Fußgängerzone suchte alles einen Platz im Schatten. Nur wenige Wagemutige spazierten durch die Sonne, die erbarmungslos vom Himmel knallte. Ich suchte mir erst mal eine Möglichkeit meine Flüssigkeitsvorräte aufzufüllen und gönnte mir ein Himbereis in einem kleinen Park auf einer Bank im Schatten. Unwillkürlich kam mir ein alter Schlager in den Sinn: „Himbeereis zum Frühstück….“ Keine Ahnung wie ich darauf kam. Hatte ich wohl meiner Mutter zu verdanken, die immer Schlagermusik hörte.


Nun fuhr ich Richtung Süd-Osten wieder aus Hamm raus. In Westtünnen schwenkte ich dann wieder Richtung Westen und hatte damit den östlichen Wendepunkt meiner Tour erreicht. In einem Supermarkt hinter Rhynern auf der grünen Wiese versorgte ich mich nochmal mit Proviant und Getränken.


Hier wurde es richtig ländlich. Nur ab und zu unterbrach eine kleine Ortschaft die Felder.


Auf holprigen Straßen führte der Weg an einzelnen Gehöften vorbei. Landidylle pur. Und so gut wie kein Verkehr. Das absolute Radlerparadies.


Die beiden Wassertürme am Hellweg in Hamm-Berge sind weithin sichtbar und stehen unter Denkmalschutz.

Weitere Stationen der Tour waren Selmigerheide und Pelkum.


In Pelkum traf ich dann an der Einfahrt zum Selbachpark die Elefantendame Elisa. Sie wartete schön geschmückt auf Besucher des Freibades und des Parkes. Viele parkende Autos zeugten von der Beliebtheit des Freibades an diesem heißen Augustsamstag.

Nächstes Ziel war Kamen das ich nach ein paar Kilometern erreichte.
Von dort fuhr ich über Südkamen nach Kaiserau. Schließlich erreichte ich hinter Wasserkurl den Körnebachweg, dem ich folgte.
Die Baustelle bei Körne war endlich beseitigt und ich konnte den Weg bis dort durchfahren. Allerdings bestand ein Teil aus sehr grobem Schotter. Da war ich echt froh nicht mit dem Renner unterwegs zu sein.

Von Körne fuhr ich dann Richtung Süden bis ich am Nachmittag wohlbehalten wieder in Hörde ankam. Eine schöne, gemütliche Tour ging zu Ende.
102 km mit ca. 350 Höhenmeter und einem Schnitt von knapp 17 km/h zeugten nicht von sportlichen Höchstleistungen. Aber dafür war es Genuss pur. Ich sollte öfters mal Hitzefrei nehmen. Viel Bekanntes, aber auch einige neue Streckenabschnitte prägten die Tour. Einfach mal ins Blaue fahren erweitert den radfahrerischen Horizont. Und Verkehr gab es an diesem heißen Samstag kaum. Ich hatte die meisten Straßen und Wege für mich alleine. Das war die Leichtigkeit des Seins auf dem Rad. Einfach nur schön.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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