Hertener Kreisel

14.08.2016

Sonntagmorgen um 5 Uhr klingelte der Wecker. Echt grausam. Am Abend zuvor war ich nach der Willicher RTF relativ früh vor dem Fernseher eingeschlafen. Und dann so früh wieder aus dem Bett quälen. Nicht mit mir, sagte mein Körper. Doch, sagte mein Kopf, die nächste RTF wartet. Noch einmal 150 km? Ohne mich, sagte mein Körper. Na gut, einigen wir uns auf 112 km, meinte mein Kopf. Während die Beiden sich stritten, frühstückte ich und erledigte meine Morgentoilette. Kann echt nervig sein wenn Kopf und Körper sich nicht einig sind. Mit dicken Augen stieg ich schließlich ins Auto und fuhr nach Herten.

Das Wetter war sehr bewölkt und anfangs etwas frisch. Es könnte Schauer geben. Na ja. Nach Erledigung der Anmeldeformalitäten machte ich mich auf die Strecke. Ich hab keinen Bock, maulte mein Körper. Ach halt die Klappe, entgegnete der Kopf. Wer jetzt meint ich wäre etwas schizzo, irrt sich (hoffe ich). Normalerweise verstehen Körper und Kopf sich besser. Keine Ahnung was da los war. Müdigkeit tut mir anscheinend nicht gut.

Schnell ging es raus aus Herten ins Ländliche.
Die Beine gewöhnten sich wieder an den runden Tritt und wurden lockerer. Die Pflanzen auf den Feldern links und rechts wachsen und gedeihen. Polsum wurde durchquert und ich stieß auf die Hürfeldhalde.

Eine kleine Asphaltstraße führte an der Halde vorbei. Nach der Halde überquerte ich den Wesel-Datteln-Kanal und danach die Lippe. Hinter Lippramsdorf ging es in einem großen Bogen am Galgenberg vorbei.

Zwischendurch versuchte die Sonne durch die Wolken zu kommen. In einem Arbeitszeugnis würde stehen, sie war bemüht. Was das heißt kann man sich denken. Selbst die Sonnenblumen drehten verschämt ihre Köpfe weg.

An der Kontrolle dann dieses Bild.
Armes Schwein, wenn man nicht auf der Gästeliste sondern der Speisekarte steht. Ich blieb da doch lieber bei Banane und Waffel. Mittlerweile hatte sich die Sonne sogar durchgesetzt und schien zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich musste das Arbeitszeugnis wohl noch mal überarbeiten.

Weiter ging es durchs schöne Münsterland. Ich passierte Maria Veen und langsam beschrieb die Route einen Bogen nach Osten. Bald war der Wendepunkt erreicht. Ab hier ging es auf den Rückweg. Bisher war die Strecke etwas wellig, aber gut zu fahren. Nur bei einigen kaputten Straßen wünschte ich mir dicke Reifen und eine Federung. Aber das gehört im Münsterland mittlerweile einfach dazu.

Nach Mertfeld passierte ich die Heubachwiesen. Eine kilometerlange gerade Straße führte durch den Wald.
Ich bin diese Straße schon mehrfach gefahren und sie hat für mich immer etwas meditatives. Es geht ganz leicht bergauf, so dass man es gerade in den Beinen spürt und es nicht so gut rollt. Dazu hat man das Gefühl kaum vom Fleck zu kommen, weil die Straße schier endlos scheint. Ich fahre sie trotzdem gerne. Wo kann man besser seinen Gedanken nachhängen?

Ab Lavesum wurde es dann fies. Eine längere Steigung begann, auf der man ca. 100 Höhenmeter erklomm. Die Steigung blieb im einstelligen Bereich, aber aufgrund des höheren Tempos tat es trotzdem richtig weh. Gerade im oberen Bereich, wo es wieder in den Wald ging, fuhr ich am Anschlag. Da soll mir mal einer sagen das Münsterland wäre flach.
Direkt oben auf der Hohe Mark, mitten im Wald, fand sich ganz idyllisch die letzte Kontroll- und Verpflegungsstation. Hier stärkte ich mich bevor ich mich die kilometerlange Abfahrt hinunter stürzte. Na gut, stürzen wäre vielleicht übertrieben. So steil war es nicht. Aber es rollte bergab doch ganz gut.

In Lippramsdorf querte ich die Strecke vom Hinweg und machte mich auf die letzten Kilometer ins Ziel. Durch Lenkerbeck ging es kurz vor Recklinghausen wieder rein nach Herten.
So wird man im Ruhrgebiet begrüßt. Gerade heraus, ohne Schnörkel und Verzierungen. So sind bei uns die Menschen.

Nach 112 km und 520 Höhenmeter meldete ich mich zurück. 430 Teilnehmer hatte die RTF, erfuhr ich. Nicht schlecht für eine RTF die nur im Radsportkalender steht, und für die es im Internet keine Seite gibt, wie es Heute eigentlich üblich ist.

Mein Fazit: Ich bin froh die RTF gefahren zu sein. Schöne Strecke, das Wetter hatte sich gehalten und die Temperaturen erreichten auch über 20 Grad. Aber ich bin auch froh nicht die 150er Strecke gefahren zu sein. Das wäre etwas zu viel gewesen und ich wäre nicht schon am frühen Nachmittag zu Hause gewesen. Auch so standen 270 km und 1250 Hm für das Wochenende auf der Habenseite. Dazu kam ein Schnitt von wieder über 24 km/h. Das muss dann auch mal reichen. Das Peugeot hat sich das ganze Wochenende gut geschlagen. Wir Beide passen echt gut zusammen. Und Körper und Kopf sind auch wieder versöhnt. Es war ein tolles Wochenende.

Jennifer aka Sonne_Wolken

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s