Grenzerfahrungen

13.08.2016

Eigentlich wollte ich am Samstag die 150er RTF beim Sauerland Extreme fahren. Leider musste die Veranstaltung wegen der sehr hohen Auflagen seitens der Behörden abgesagt werden. Eine Folge vieler Beschwerden über das Verhalten einzelner Teilnehmer letztes Jahr. Schade das Einige dem Breitensport so schaden.

Statt Aplerbeck war dann also Willich angesagt. Der Wetterbericht versprach Sonne und über 20 Grad. Immerhin ein Hauch von Sommer. Die Grenzfahrer RTF bot immerhin auch eine 150er Strecke und einen Ausflug in mein Lieblingsnachbarland,, die Niederlande. Mit über 700 Höhenmeter sollte es auch nicht ganz flach werden. Pünktlich um kurz nach 8 Uhr fand ich mich Morgens beim Start auf dem Gelände des alten Stahlwerks in Willich ein. Richtig viel war noch nicht los, aber es war ja auch noch früh.

Da noch etwas Zeit bis zum Start um 8:30 Uhr war, schaute ich mir noch etwas die Gegend an.

Interessant was da alles so rumstand. Offensichtlich auch ein echter Klassiker. Nur vielleicht etwas restaurierungsbedürftig.


Da war mein 89er Peugeot zum Glück in besserem Zustand.

Pünktlich fuhr ich auf die Strecke Richtung Neersen. Ziemlich schnell wurde es ländlich. Vorbei am Nierssee passierten wir den Rand von Viersen. Kleine, wenig befahrene Landstrassen führten uns durch die Felder des Nierderrheins. Am Rande von Mönchengladbach-Hardt vorbei blieb es ländlich. Allerdings war der Gegenwind der ständige Begleiter Richtung Westen. Felder und Wälder wechselten sich ab.

Schöne schmale Strassen führten ab und zu durch nette kleine Dörfer und brachten uns der Grenze immer näher. Hinter Oberkrüchten ging es dann ganz unspektakulär und ohne jeden Hinweis über die grüne Grenze in die Niederlande. Plötzlich sahen die Schilder und Strassenmarkierungen anders aus und ich fuhr wieder in einer meiner Lieblingsregionen.


Die Strecke führte mitten durch den Nationaal Park De Meinweg. Leicht hügelig (ja, auch das gibt es in NL) ging es kilometerlang auf gutem Asphalt durch den Wald. Nur Fussgänger und Radfahrer waren erlaubt. Wirklich eine der schönsten Abschnitte der Tour.


Weiter fuhr ich durch die nette kleine Stadt Herkenbosch. Kurz hinter der Stadt an der Roer kam der Wendepunkt der Tour. Ab hier ging es leider wieder Richtung deutscher Grenze. Wäre gerne noch ein wenig durch die NL gefahren. Am Effelder Waldsee hatte mich Deutschland dann wieder.


Kurz darauf übersah ich anscheinend einen Abbiegehinweis und landete geradeaus im Wald. Statt direkt umzukehren fuhr ich weiter. Eine grössere Gruppe folgte mir einfach. Erst als wir nach etlichen hundert Metern immer noch auf unebenen Waldboden fuhren und ich mir ein MTB wünschte, setzte sich mein Verstand durch und bewegte mich zur Umklehr. Komischerweise fand ich dann ohne Mühe die Stelle wo ich hätte abbiegen müssen. Wieder auf der Strecke gab ich mit Hilfe von Rückenwind Gas. Der Tacho bewegte sich immer öfter im Bereich um die 30 km/h. Vor mir lag ja noch die Schleife für die 150er Strecke. Über Birgelen und Gerderath ging es durch Schwanenberg.


Kurz vor der Schleife kam die vorletzte Kontrolle bei Schloss Dyk in der Nähe von Steinforth. Die Äpfel im Obstgarten des Schlosses sahen wirklich sehr verlockend aus, aber ich begnügte mich mit Bananen und Waffeln von der Verpflegungsstation. Danach ging es auf die Zusatzschleife für die lange Strecke Richtung Hemmerden.


In Allrath konnte ich schon sehen was da auf mich zukam. Die Route führte ein ganzes Stück auf die Vollrather Höhe. Quasi die Bergwertung der RTF. Gerade als ich schön meinen Rhytmus gefunden hatte, ging es aber schon wieder bergab. Nun ging es am Rande von Gevenbroich Richtung Jüchen. Hinter Aldenhoven kam ich dann wieder auf die alte Strecke und zur 5. Kontrolle ein zweites Mal zum Schloss Dyk.


Viele Ausflügler besuchten das Schloss und es fand sogar eine Bikerhochzeit (die mit den lauten Motoren) statt. Mich interessierte mehr das rostige Stahltor. Sozusagen Klassiker unter sich. Nur das mein Klassiker zum Glück nicht rostet, dank guter Pflege.

Die letzten 18 km bis ins Ziel fuhren sich recht flott. Leider ging es nun aber auch häufig an befahrenen Strassen entlang. Vorbei an Kleinenbroich und Schiefbahn erreichte ich das Ziel in Willich lange vor Zielschluss. Ein bisschen Kuchen hatten mir die Fahrer/innen der kürzeren Strecke noch übrig gelassen. 158 km und 720 Höhenmeter und ein Schnitt von über 24 km/h standen schliesslich auf dem Tacho. 836 Teilnehmer (dieses Mal habe ich daran gedacht zu fragen) genossen das Wetter und die diversen RTF-Strecken.

Mein Fazit: Sehr schöne Streckenführung mit einigen Highlights, die ich ohne den Ausfall des Sauerland Extreme wahrscheinlich nicht kennen gelernt hätte. Mit 720 Hm war die Strecke auch nicht ganz flach und durch den Gegenwind durchaus anspruchsvoll. Der Nationalpark in NL war einfach nur schön. Ich weiß schon warum ich so gerne bei unseren Nachbarn fahre. In letzter Zeit fahre ich meistens alleine und meide größere und kleinere Gruppen. Ich muss einfach meinen eigenen Rhytmus fahren, statt mich an anderen zu orientieren. Trotzdem schätze ich die Geselligkeit nach der RTF, wenn man noch zusammensitzt und ein bisschen quatscht.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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