Emschertour

23. und 24.07.2016

Samstag:

Morgens ging es von Dortmund zum Treffpunkt zur Emscherquelle in Holzwickede. Dazwischen ein kurzer Kaffeestop in einer Bäckerei, wo ich einige andere Teilnehmer beim Frühstück traf. Der Rest der Bande wartete bereits an der Quelle. Ich war mal wieder klassisch unterwegs.

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Vor der Fahrt bekam das Meral noch neue Räder und Reifen und einen Gepäckträger hinten. Die fast 30 Jahre alten Mavic Laufräder waren für solch lange Touren einfach nicht mehr geeignet. Jetzt tun es Extreme Felgen mit Tiagra-Naben und DT-Swiss Speichen. Bei den Reifen habe ich dieses Mal auf Schwalbe Lugano gesetzt. Da hält sich der finanzielle Verlust bei einem Defekt in Grenzen.

Nachdem der letzte Teilnehmer eingetroffen war, machten wir uns zu acht auf den Weg. Erstes Zwischenziel mit kurzer Pause war dann Haus Rodenberg.
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Das alte Wasserschloss in Aplerbeck ist immer wieder eine schöne Fotokulisse.
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Die meisten waren mit Trekkingrädern angereist. Nur Mr. Sakura pilotierte seinen Cyclocrosser.

Nun ging es die meiste Zeit an der Emscher entlang. Es war heiss und staubig auf den Strade Bianche (Schotterstrassen). Der Anteil von Schotter lag locker bei über 50 %. Meistens feiner Schotter, aber auch sehr grobe Abschnitte mit scharfkantigen Steinen.
Trotzdem blieben wir unterwegs größtenteils von Defekten verschont.

Am Phönixsee ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Hörder Burg, dann noch mal ein Stop auf Phönix West am alten Stahlwerk. Die Tour begann recht schleppend, da es allenthalben etwas zu sehen gab. Da ich hier heimisch bin, gab ich die Touriführerin.
Auch eine Ehrenrunde über die Dortmunder Niere, eine Radrennstrecke, ließ ich mir nicht nehmen. Doch dann mussten wir etwas Tempo machen, um wieder etwas Zeit aufzuholen. Wir wollten ja die Emschermündung erreichen.

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Kleine Pause am Aussichtsturm am Hochwasserrückhaltebecken in Mengede.

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Bloody Mary mal als Packesel.

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Auch Blackfoot mein kleiner Großstadtpanther war dieses Mal dabei.

Unterwegs stießen wir noch überraschend auf den Schönwetterfahrer, der schon auf uns gewartet hatte. Er begleitete uns bis zur Mündung. Anrados kam uns dann noch aus Duisburg entgegen. Jetzt waren wir schon zu zehnt.

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Etwas brückengrün für die Bianchi-Fahrer.

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Jede Menge Kunst in Gelsenkirchen. Im Nordsternpark steht weithin sichtbar die Herkules-Statue von Markus Lüpertz.

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Eine kurze Pause war angesagt, bevor es weiter Richtung Bottrop ging.

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Standschafe in der Nähe des Berneparks. Da konnte ich einfach nicht vorbeifahren.

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Der Zauberlehrling, ein tanzender Strommast in Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal.

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Schließlich erreichten wir Abends gegen 19 Uhr Dinslaken und die Mündung der Emscher in den Rhein kam in Sicht.

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Die Emscher stürzt sich in den Rhein. Schön ist anders, aber man baut bereits an einer neuen renaturierten Mündung.

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Alle zückten die Handys oder Fotoapparate. Die ersten Mitfahrer verabschiedeten sich und radelten zurück nach Duisburg.

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Auch das „alte“ Ruhrgebiet war noch zu sehen mit seinen rauchenden Schloten. Die dunkle Wolkenfront erreichte uns nicht. Es blieb die ganze Zeit warm, drückend und trocken. Ich trank bestimmt so an die 5 bis 6 Liter an dem Samstag.

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Das Emscherwasser probierte ich aber lieber nicht aus.

Von der Mündung ging es zum „nahegelegenen“ Hotel, das dann doch noch 10 km entfernt ausserhalb von Dinslaken war. 5 Mitfahrer checkten dort ein, bevor es dann zu einer nahe gelegenen Pizzeria ging. Dort gab es alkoholfreies Bier für die staubigen Kehlen und Pizza satt für den Magen. Spike und ich verabschiedeten uns dann und fuhren in der Dämmerung noch zu einer Waldhütte, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. Direkt neben der Wanderhütte gab es sogar einen See.

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Nachdem ich mir mit Feuchttüchern und Wasser den Schweiss und Staub abgewaschen hatte, ging es zur Nachtruhe. Ich schlief mit dem Summen der Mücken ein und die kleinen Blutsauger bekamen ihr Abendessen.

Sonntag:

Die Morgendämmerung brach an und ich wachte durchaus erholt auf. Kein Summen mehr zu hören. Die Mücken waren satt. Wie ich später feststellen musste, scheint Radfahrerinnenblut besonders gut zu schmecken. Bei zwölf Stichen hatte ich aufgehört zu zählen. Aber zum Glück bin ich da nicht so empfindlich und es juckte mich nicht. Schnell eine ausführliche Morgentoilette durchgeführt und natürlich auch etwas geschminkt. Wollte schließlich auf dem Rad eine gute Figur machen. In frischen Radklamotten fühlte ich mich dann direkt auch wieder wohler. Mit eintretender Helligkeit schaute ich mir den See an.
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Sehr mystisch wie der Morgennebel über dem See waberte. Aber für ein Bad war es zu frisch.

Das erste Frühstück bestand dann aus ein paar Müsliriegel und einer Dose Cola. Mittlerweile war auch Spike wach und erledigte seine Morgentoilette während ich die Gegend in der aufgehenden Sonne erkundete. Dann noch alles zusammen packen und es konnte losgehen. Den Müll hatten wir natürlich ordnungsgemäß in dem vor Ort vorhandenen Abfallbehälter entsorgt. Über einen etwas längeren aber schöneren Weg als am Vorabend ging es zurück zu den Anderen im Hotel.

Wirklich schön war der Rotbachweg bei Dinslaken in der Morgensonne.
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Da kam wirklich das Gefühl von Urlaub auf.

Schließlich erreichten wir das Hotel in Oberlohberg und trafen die Anderen beim Frühstück. In der Tür zum Hotel stand der Hausdrache die uns bei der Ankunft geringschätzig von oben bis unten musterte. Ich hätte am liebsten laut los gelacht bei dem Gesicht wie 7 Tage Regenwetter. Radfahrer schienen hier nicht wirklich beliebt zu sein. Aber das war ja nicht unser Problem. Mucki verabschiedete sich gegen 8 Uhr von uns, da er zu seiner Schicht musste. Zum Glück war es nicht so weit nach Recklinghausen. Auch Berger wollte nicht mit zurückfahren, sondern von Oberhausen mit dem Zug ins Münsterland. So machten sich Mr. Sakura, Spike, Toto, Highflyer und ich uns auf den Weg über kleine, verkehrsarme Landstraßen durch den Wald nach Schermbeck. Hier füllte ich erst einmal an einer Tankstelle meine Getränkevorräte auf. Es war bereits wieder recht warm. Den großen Flohmarkt ließ ich schweren Herzens links liegen. Die Zeit reichte einfach nicht.

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Dafür nahmen wir in einem netten Straßencafé ein zweites Frühstück ein. Danach war der Plan der Römer-Lippe Route zu folgen. Doch leider verfuhr ich mich, weil ich wahrscheinlich ein Zeichen übersah. Mr. Sakura erkundigte sich bei ein paar Anwohnern nach dem Weg und ergatterte eine Radfahrkarte von der Gegend. Mit deren Hilfe fanden wir zur Lippe zurück. Die Ausschnitte auf unseren Navis waren da einfach zu klein.

Bei Holsterhausen stießen wir dann auf die Lippe, die wir auf einer selbst zu bedienenden Fähre überqueren mussten.
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Mr. Sakura himself kurbelte trotz der Hitze wie ein Weltmeister um die Fähre an Land zu ziehen. Und ihm schien es auch noch Spaß zu machen. So viel Motivation wollten wir natürlich nicht stoppen.

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So stachen wir mit unserem Käptn in See. Schon nach kurzer Zeit hieß es „Land in Sicht“

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Für Bloody Mary und Blackfoot war es die erste Schiffspassage. Beide wurden nicht seekrank.

Das Ganze dauerte natürlich etwas, zumal vor uns noch eine andere Gruppe übersetzte. Aber es hat auch Spaß gemacht und war eine willkommene Pause. Weiter fuhren wir mal am Kanal, mal an der Lippe entlang nach Dorsten.
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Hier war unter einer ähm „malerischen“ Brücke im Schatten eine kurze Pause angesagt. Wir beschlossen der Lippe und dem Kanal nicht weiter zu folgen, sondern über Marl abzukürzen. Auch wenn die Strecken jetzt nicht mehr ganz so schön waren, kamen wir besser voran. Allerdings merkte ich das mir immer mehr die Kraft fehlte der Geschwindigkeit der Jungs zu folgen. Sowohl die Hitze als auch die nun fast 200 km in den Beinen machten sich bei mir bemerkbar.

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Am Ende von Marl auf einer alten Bahntrasse machten wir dann Mittagspause im Schatten eines Baumes. Highflyer entdeckte auf seinem Navi eine Pizzeria direkt um die Ecke. Hier versorgten wir uns mit kalten Getränken und leckerer Pizza, die wir dann auf der Trasse zu uns nahmen.

Aber auch die Stärkung ließ meine Kräfte weiter schwinden. In Hüls verabschiedete ich mich dann von der Gruppe. Ich musste jetzt einfach mein eigenes Tempo fahren und wollte die Anderen nicht aufhalten. Nach der Verabschiedung fütterte ich mein Navi mit den entsprechende Daten. Es waren noch gut 40 km bis nach Hause. Aber da es noch Nachmittag war, wäre ich am frühen Abend zu Hause. Nach einer ausführlichen Trinkpause setzte ich meinen Weg fort. Durch Lenkerbeck und Sinsen erreichte ich Oer-Erkenschwick. Mit einem Schnitt von knapp 16 km/h war ich selbst für meine Verhältnisse langsam unterwegs. Aber ich kam voran. In Henrichenburg erreichte ich den Dortmund-Ems-Kanal und gönnte mir in einem Biergarten nahe dem Schiffshebewerk ein alkoholfreies Weizenbier. Frisch gestärkt fuhr ich nun Richtung Mengede, wo ich über den Emscherweg den Dortmunder Hafen erreichte. Von hier ging es in die City und weiter nach Hörde. Kurz vor 19 Uhr traf ich dann glücklich zu Hause ein. Die folgende Dusche war eine Wohltat.

Fazit: Bei dem warmen, drückenden Wetter verbrauchte ich so ca. 12 Liter Flüssigkeit am Wochenende. Es war eine tolle Tour mit einigen neuen Eindrücken und klasse Mitfahrer. Mit den meisten war ich ja schon öfters auf Tour. Mein Meral hat sich als gut für solche Touren geeignet erwiesen. Nicht ein Defekt ereilte mich. Allerdings haben die Reifen aufgrund der teilweise spitzen Steine einige kleine Schnitte erhalten. Keiner ging jedoch durch. Das Ruhrgebiet ist nicht nur groß, sondern auch sehr vielseitig und abwechslungsreich. 240 km hatte ich am Schluss auf dem Tacho.
Übernachten in einer Waldhütte ist für eine Nacht durchaus eine Alternative. So unkomfortabel war es nicht und Mücken haben auch Hunger.
So ein Wochenende ist wie ein kleiner Radurlaub.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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