De Enschede Fietstocht

17. und 18.09.2016

Zaterdag:

Ein Wochenende Mitte September. Der Wetterbericht sagte etwas wechselhaftes Wetter bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad voraus. Am Dortmunder Hauptbahnhof trafen sich Morgens um 7 Uhr vier Gestalten mit unterschiedlichen Rädern. Ziel sollte Enschede in den Niederlanden sein.


Mit dabei auch Toto mit MTB und seinem Kampfpinguin als Begleitschutz. Der kann echt gefährlich gucken, der Pinguin. Ich hatte meine Bloody Mary noch mit Licht ausgestattet und versucht das Gepäck dieses Mal etwas kleiner zu halten. So kam ich mit der Lenkertasche und einer Packtasche hinten aus.

Zunächst warteten wir noch auf zwei weitere Mitfahrer, Spike und Jacqueline, die kurzfristig mitkam. Dazu muss man sagen das Jacqueline Niederländerin ist und auch Ortskenntnis in der Gegend von Enschede hat. Leider hatten die Beiden den Zug verpasst und wir mussten noch etwas warten. Doch dann kamen die Beiden mit ihren ungewöhnlichen Rädern. Jacqueline pilotierte eines ihrer Ratbikes ganz ohne Schaltung und Spike eines seiner Eigenbauten auf Basis eines alten Peugeot Renners. Gegen 7:30 Uhr ging es dann endlich los. Toto führte uns mit seinem Garmin, aber fuhr leider etwas umständlich im großen Bogen um den HBF herum. Das hätten wir kürzer haben können. Aber machte nichts, wir hatten es ja nicht eilig. Durch die Nordstadt ging es aus der Stadt heraus, zum Dortmund-Ems-Kanal.


Leichter Nebel waberte über das Wasser und erzeugte zusammen mit dem noch dämmerigen Licht eine interessante Stimmung. Wir fuhren weiter Richtung Waltrop.


Nun wurde es sehr ländlich. Immer wieder passierten wir Felder, Bauernhöfe und Waldstücke. Hinter Datteln stießen wir dann auf den Datteln-Hamm-Kanal.


Hier legten wir eine erste kleine Pause ein. Vor allem die Raucher freuten sich. Außer ein paar Joggern war hier noch nicht viel los. Weiter ging es über staubige Pisten eine Weile am Kanal entlang. Auch das Wetter hielt sich und es wurde langsam wärmer, auch wenn die Sonne sich nicht blicken ließ.


Auch meine Bloody Mary kam trotz der 25er Reifen gut mit Gravelroads zurecht. Im Verlaufe der Tour sollte sie noch zeigen was wirklich in ihr steckt. Schließlich verließen wir den Kanal und passierten den Haltener Stausse östlich Richtung Sythen. Zwischen den Silberseen ging es dann am Rand von Dülmen Richtung Coesfeld.


Die Wege wurden nicht wirklich besser, aber wir kamen gut voran. Im Flachen konnte unsere Niederländerin noch gut mithalten. Leider wurden wir dann von diversen Bäckereien in den Ortschaften ausgebremst. Der Kaffeedurst war bei meinen Mitstreitern und mir einfach zu groß. So war dann immer mal wieder eine Pause angesagt. Aber wir waren ja nicht auf der Flucht. Hinter Legden machten wir dann noch mal einen Stop in Ahaus, der letzten Stadt vor der Grenze. Von hier aus ging es dann unaufhaltsam Richtung Grenze, die wir am Nachmittag erreichten.


Von hier war es nicht mehr weit bis Enschede. Wir fuhren zunächst zum Markt, ohne uns aber mit Rädern und Gepäck ins Getümmel zu stürzen. Da ich mir eine kleine Karte ausgedruckt hatte, führte ich uns zur Emmastraat, wo meine drei Mitstreiter in einer Pension unterkamen.

Ein nettes kleines Bed and Breakfast. Ich durfte noch einen Kilometer weiter fahren bis zum Parkweg.


Im Hotel Rodenbach am Volkspark war mein Domizil. Auch für meine Bloody Mary fand sich ein Platz in der Garage. Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht und umgezogen hatte, ging es zu Fuß in die Emmastraat zurück. Da kam mir der Kilometer schon deutlich länger vor, als vorher mit dem Rad. Nachdem anscheinend die Dusche für einen der Mitreisenden länger in Betrieb war als üblich, konnte es nach einiger Wartezeit endlich zum Oude Markt gehen, wo wir noch Berger treffen wollten. Er war mit seinem Gravelbike aus dem Münsterland direkt nach Enschede gereist und wartete am Brunnen. Auf dem Weg dorthin stießen wir auf moderne Architektur.

Häuser im Haus sind ja auch mal eine Idee, auch wenn der Blick nach draußen etwas getrübt sein dürfte. Schließlich fanden wir Berger mit Bierdose am Brunnen des Oude Markt. Der hatte schon einiges vorgeglüht. Unterwegs stießen wir noch auf einen Frikandel-Automaten, den wir mit Heißhunger plündern. Zum Glück für mich, gab es auch vegetarisch Fritiertes. Mit dieser Grundlage im Magen konnten wir endlich ein Lokal suchen wo wir, immer noch bei 20 Grad, gemütlich draußen sitzen konnten.


Die breite Sitzbank war allerdings schon besetzt. Als sich Toto neben die Taube setzte guckte die schon arg ängstlich. Toto sah anscheinend noch hungrig aus und die Taube suchte ihr Heil in der Flucht.


Natürlich bestellten wir Grolsch, das Bier einer Brauerei direkt in der Nachbarschaft, aus Boekelo. Mir reichte schon ein Glas, aber die Jungs zogen sich ein paar Bier rein. Der gemütliche Teil des Tages begann. Es wurde viel geredet und gab viel zu lachen. Als es schon dunkel war, machten wir uns langsam auf den Weg zu unseren Schlafstätten. Noch ein kurzer Stop in einem Supermarkt der wohl die ganze Nacht offen hatte. Während die Jungs sich mit Bier eindeckten, kaufte ich Anisstreusel. Ich liebe Anisstreusel, also legte ich mir einen kleinen Vorrat zu. Dazu noch zwei Gläser Schokocreme. Die schmeckt mir einfach besser wie die bei uns.

Ein langer schöner Tag ging zu Ende. Ich war mal wieder in meinem Lieblingsnachbarland und schlief schnell in meinem Hotelbett ein. Das Wetter hatte sich gehalten, wir bekamen keinen Tropfen ab, aber die Sonne ließ sich kaum blicken. Die Temperaturen waren mit ca. 20 Grad zum Radfahren ideal. Am Samstag hatte ich 118 km auf dem Tacho mit einem Schnitt von über 17 km/h. Wir hatten unterwegs keine Defekte und alle sind gesund geblieben. Ein toller erster Teil einer Tour mit coolen Leuten.

Zondag:

Nach einer geruhsamen Nacht und einem ausführlichen Frühstück ging es kurz nach 10 Uhr wieder auf den Heimweg. Noch kurz ein paar Fotos in der Stadt, dann fuhren wir Richtung Grenze.


Bunte Kunst am Mooienhof.


Ratatoille, das Ratbike von Jacqueline. Im Hintergrund Bloody Mary. Ein Rad braucht einen Namen.

Kurz vor der Grenze verabschiedeten wir uns von Jacqueline und Spike, die einen anderen Weg ins westliche Ruhrgebiet nahmen. Toto, Berger und ich fuhren alleine weiter Richtung Münsterland. Nach der Grenze passierten wir Alstätte und Ahaus. Da wir spät gestartet waren, fuhren wir ein bisschen flotter als auf dem Hinweg.


Nicht nur an der Küste gibt es Deichschafe.


Wieder jede Menge Gravelroads. Aber es sollte noch unwegsamer werden.


Über Waldpfade erreichten wir das Wasserschloss Egelborg bei Legden mit seiner alten Wassermühle, die schon etwas baufällig wirkte.


In Legden gab es dann Ortsfest. Das nutzten wir für eine Pause um uns vor Ort zu verpflegen. Für die Jungs gab es Bratwurst und anschließend Kartoffelpuffer mit selbstgemachten Apfelkompott. Ich begnügte mich mit den Kartoffelpuffern, die frisch waren und gut mundeten.


In Coesfeld gab es dann richtige Kirmes, die wir jedoch umfuhren. Nach bunten Fahrgeschäften war uns nicht.

Hinter Coesfeld wurde es dann zum Glück wieder ländlicher.

Am Rande von Lette stießen wir auf eine alte Windmühle. Diese hatte ihre besten Zeiten bereits hinter sich. Anders als mein Meral.


Die Äpfel im Obstgarten sahen zum anbeißen aus. Schade das da ein Zaun im Wege war.

Weiter ging es an einer Bahnlinie entlang wieder über Gravelroads, oder wie die Italiener sagen würden Strade Bianche.


In der Nähe von Merfeld kam dann die Krönung. Es ging über einen Singletrail mitten durch den Wald. Vor mir Berger mit seinem Gravelbike und hinter mir Toto mit seinem MTB. Dazwischen ich mit meinem Meral mit 25 mm Reifchen. Es ging über kleine Felsbrocken und reichlich Wurzelwerk. Und es ging erstaunlich gut. Hier machte sich das Wintertraining auf dem MTB im Gelände bemerkbar. Irgendwie machte es auch richtig Spaß und ich war fast enttäuscht als der Trail auf einem breiteren Waldweg endete.

Von Merfeld ging es nach Lavesum, vorbei an den Heubachwiesen. Am Rande von Haltern fuhren wir zum Halterner Stausee.


Hier war schon mehr los. Die Sonne ließ sich auch blicken. Noch über die Hängebrücke und dann machten wir uns auf die Suche nach einer Verpflegungsstation.


Die fanden wir dann in Form eines bayrischen Biergartens an der Hüllemer Straße. Für mich gab es Radler und Kartoffelgratin. Die Jungs orderten Bier und Brezeln. Nach der Stärkung verabschiedeten wir uns von Berger, der von hier seine Heimreise antrat. Toto und ich fuhren weiter Richtung Dortmund. Nach Hullern machten wir einen Schwenk Richtung Olfen.


Über kleine Landstraßen mit Sonnenschein fuhren wir über Vinnum Richtung Waltrop.


Zwischendurch nahm der Himmel mal bedrohliche Farben an, doch es blieb trocken und wurde wieder sonnig. Zum Glück Fehlalarm.

Kurz vor Waltrop verabschiedete ich mich von Toto. Er musste in den Osten von Dortmund, ich in den Süden. Ich programmierte mein Navi neu und über Brambauer und Brechten ging es direkt durch die City nach Süden. Am frühen Abend, noch im Hellen, kam ich dann zu Hause an.

Ein tolles Wochenende neigte sich dem Ende zu. Während der Fahrt entstanden dann in unserer kleinen Gruppe auch schon Ideen für neue Touren. Ein bisschen wäre ich gerne noch in Enschede geblieben. Aber Montag war dann wieder Arbeitstag. 122 km mit einem Schnitt von knapp 20 km/h standen Sonntag auf dem Tacho. Das machte 240 km für das Wochenende. Mit dem Wetter hatten wir trotz der Vorhersagen absolut Glück. Und ich fand heraus das meine Bloody Mary nicht nur Asphalt fahren kann.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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