200 km Brevet am Niederrhein/Twisteden

16.04.2016

Samstag den 16. April 2016 machte ich mich auf den Weg von Dortmund nach Twisteden am Niederrhein. Während ich meinen erst zweiten Brevet starten wollte, wurde ein anderer Teilnehmer für seine bereits 100. Teilnahme gefeiert. Hoffe das schaffe ich irgendwann auch einmal. Nachdem das Rad ausgeladen und vorbereitet war, begab ich mich zur Anmeldung und landete beinahe in der Männerumkleide. Doch dann fand ich doch noch zur Anmeldung, die nach Buchstaben gestaffelt war. In dem Raum waren Tische schön gedeckt und es gab Kaffee, Tee und von Moni selbst gebackenen Kuchen. Hier traf ich auch einige Mitglieder hier aus dem Forum. Große Begrüßung und dann setzte ich mich mit einem Tee dazu.

Um 8:45 Uhr versammelten wir uns draußen und es gab noch eine kleine Ansprache von Michael.

Leider wird der 200er dieses Jahr der einzige Brevet bleiben der von Moni und Michael organisiert wurde. Es ist wirklich Wahnsinn wieviel Mühe die Beiden sich gaben. Vielen Dank dafür!

Schließlich ging es in Gruppen zu 30 Leuten auf die Strecke. Wir waren in der letzten (vierten) Gruppe. Es waren also ca. 120 Fahrer/innen auf der Strecke. Mit einem Schnitt von ca. 27 km/h kam unsere Gruppe ganz gut voran, bis mich nach 14 km in Kapellen ein Plattfuß hinten stoppte. Zu dem Zeitpunkt fuhr ich mit Agathe hinten in der Gruppe und wir waren dann schlagartig raus. Es war nach ca. 3000 km mein erster Platten. Da war ich wohl mal wieder fällig. Während ich mich an das Wechseln des Schlauches machte, kam von hinten noch Peter, der Jubilar. Er war als Letzter hinter den Gruppen gestartet.
Er hielt an und half mir ein bisschen. Das fand ich sehr nett. Als ich bereits das Hinterrad wieder einbaute, verabschiedete er sich. Noch alles wieder verstauen und dann fuhren Agathe und ich alleine weiter.

Für Agathe war es der erste Brevet und so machte ich die Tempoarbeit. Mit einem 25er Schnitt kamen wir einigermaßen voran und Agathe konnte das Tempo auch halten. Auf dem Bergweg (wie kommt man am Niederrhein auf so einen Namen?) dann ein Hinweis auf Tulpen. Die Niederlande waren nicht weit. Aber wir waren ja nicht zum Blumen kaufen unterwegs.

Schließlich erreichten wir Alpen (noch so eine Ungereimtheit, denn die Landschaft ist am Niederrhein bekanntlich eher flach).

Hinter Wallach ging es rheinabwärts mit ordentlich Gegenwind bis zur Niederrheinbrücke Wesel. Die noch relativ neue Brücke ist mit ihrem einzelnen riesigen Pylon sehr eindrucksvoll. Ich genoss die Überquerung jedenfalls.

So erreichten wir Wesel auf der anderen Rheinseite, nachdem wir auch die Lippe überquert hatten. Bei der Navigation gingen Agathe und ich etwas unterschiedliche Wege. Agathe benutzte ein Garmin Edge mit Abbiegeinformationen, während ich mit einer Handyapp und Powebank (um den Akku nachzuladen) einem durch eine blaue Linie gezeichnetem Track folgte. Beide Systeme hatten ihre Nachteile. Bei dem Edge kamen die Abbiegeinformationen manchmal deutlich zu spät. Während meine Linie manchmal Probleme hatte, wenn zwei Wege dicht beieinander lagen. Aber im Großen und Ganzen funktionierte die Navigation gut.

Hinter Wesel erreichten wir bei Friedrichsfeld den Wesel-Datteln-Kanal.

Wir lagen immer noch gut in der Zeit, auch wenn uns meine Fotostopps etwas aufhielten. Aber es gab einfach zu viel zu sehen, wo ich nicht einfach dran vorbei fahren konnte.

Über Hünxe und Gahlen erreichten wir Dorsten. Immer wieder wechselte sich die Strecke mit der Durchfahrt kleiner Orte und dann wieder mit ländlichem Gebiet ab. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Wolken. Kurz vor Polsum dann der Blick auf die Halden Scholver Feld und Oberscholven bei Gelsenkirchen.

Schließlich durchfuhren wir Recklinghausen, eine typische Ruhrgebietsstadt. Immer wieder sichteten wir alte Fördertürme am Horizont., die von der Vergangenheit des „Potts“ kündeten. Weiter ging es nach Henrichenburg, wo wir an dem über 100 Jahre alten Schiffshebewerk vorbei kamen. Mich beeindruckt dieses Baudenkmal immer wieder. So schön kann Technik sein.

Kurze Zeit später erreichten wir den Kontrollpunkt beim Cafe-Restaurant Kortmann an den Schleusen des Dortmund-Ems-Kanals in der Zeit. Natürlich legten wir erst einmal eine Pause ein und verpflegten uns mit Bandnudeln mit Spinat und Sahnesauce. Dazu gab es alkoholfreies Weizenbier.

Nach der Pause mussten wir uns etwas sputen und ich verzichtete auf weitere Fotos. Leider brach Agathes Leistung nach der Pause rapide ein und nach 20 km war es klar das sie es nicht schaffen würde. Hinterher stellte sich heraus das sie Milch nicht vertrug und nicht daran gedacht hatte das Sahne auch ein Milchprodukt ist. Sie wollte das ich alleine weiter fuhr um rechtzeitig ins Ziel zu kommen, aber ich wich von der Strecke ab und brachte Agathe zum Bahnhof nach Haltern am See. Wir informierten die Organisatoren das Agathe abbrach und ich vermutlich aus der Zeit zurück kehrte.

Von Halten fand ich mit meinem Navi zurück auf die Strecke und kämpfte nun alleine gegen den Wind. Mir war klar das ich auf jeden Fall ins Dunkle kam. Aber es half ja nichts. Kurz vor Einbruch der Dämmerung dann ein kurzer Stop irgendwo im Münsterland um das Licht einzuschalten, die hellen Brillengläser einzusetzen und die Warnweste anzuziehen und ein letztes Foto zu machen.

Von nun an schaltete ich auf Automatik. Kopf leer und einfach stoisch immer weiter kurbeln. Bei Einbruch der Dunkelheit stellte sich dann heraus das die schwere Lenkertasche genau auf die Lampe drückte. Der Lichtkegel kam gerade mal 5 Meter weit. Das war dann bei völliger Dunkelheit echt anstrengend und reduzierte das Tempo. Schließlich erreichte ich bei Wesel die schön beleuchtete Niederrheinbrücke. Dann ging es teilweise auf der gleichen Strecke wie beim Hinweg zurück nach Twisteden. Dort traf ich um 23:45 Uhr ein (Zielzeit bis 22:30 Uhr). Michael und Moni luden gerade alles in ihre Kombis ein. Wir quatschten noch ein bisschen und verabschiedeten uns dann. Ich lud mein Rad ins Auto und zog mich um. Auf der Autobahn dann ein kurzes Nickerchen auf einem Rastplatz und in Bochum noch einen Veggieburger und Pommes gegen den Hunger. Um 3:15 Uhr war ich dann zu Hause. Die RTF am Sonntag sagte ich dann ab. Etwas Schlaf brauchte ich schon noch.

Mein Fazit: es war ein toller Brevet mit netten und sehr engagierten Organisatoren. Danke dafür an Michael und Moni. Die Strecke war abwechslungsreich und schön, wenn auch sehr flach (was ja auch ok war). Das ich aus der Zeit zurück kehrte, stört mich gar nicht. Ich bin die Strecke ja gefahren. Hatte am Ende 224 km auf dem Tacho. Einen 200er Brevet habe ich dieses Jahr in Münster schon bestanden. Ich möchte auf jeden Fall noch im Frühjahr einen 300er fahren. Mir liegen die Langstrecken irgendwie. Ich habe weder körperliche Probleme, noch mentale Probleme am Ende gehabt. Denke mal das es ein gutes Zeichen ist. Und es macht einfach Spaß.

 

Jennifer aka Sonne_Wolken

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