Tour de Ruhr II

03.05.2014

Dortmund-Duisburg

Letztes Jahr erfüllte ich mir einen langgehegten Traum und fuhr die Ruhr entlang von Dortmund bis zur Mündung nach Duisburg. Damals kamen mit einigen Verfahrern gut 130 km zusammen.
Dieses Jahr möchte ich die Tour gerne wiederholen und fahre die Tour an einem Samstag Anfang Mai bei trockenem Wetter mit einem Mix aus Wolken und Sonne. Die Temperaturen liegen ganz angenehm bei knapp 20 Grad.

Im Gegensatz zum letzten Jahr stoße ich erst in Witten auf die Ruhr, welches ich über den Rheinischen Esel erreiche. Kurz vor der Wittener City biege ich links Richtung Ruhr ab, auf die ich kurz vor der Zeche Nachtigall stoße.

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Zur Besichtigung des dortigen Museums bleibt leider keine Zeit, da ich die Ruhrfähre erreichen muss. Als ich an den Anleger komme, ist diese bereits in Sicht.

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Gegen einen freiwilligen Obolus werde ich auf die andere Seite zum Schleusenwärterhaus übergesetzt und kann von dort meine Fahrt fortsetzen, da es für eine Pause noch zu früh ist. Jetzt lacht die Sonne von einem nahezu wolkenfreien Himmel und es wird warm. Am Kemnader See fahre ich an einer Schafherde vorbei, die sich auch über das gute Wetter und das grüne Gras zu freuen scheint.

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Nachdem ich den See ein gutes Stück umrundet habe, geht es weiter an der Ruhr. Eine Burgruine lässt erahnen das sich die Ruhr bereits in früheren Zeiten großer Beliebtheit erfreute.

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Alte Fabrikanlagen geben Zeugnis von den Anfängen der Industrialisierung an dem Fluß, während die Ruhr heute eher touristische Bedeutung hat.

Vorbei an Hattingen und Bochum führt mich die Strecke durch abwechslungsreiche Landschaft nach Essen. Am Anfang des Baldeneysees fällt mir in Kupferdreh ein historischer Zug am alten Bahnhof auf. Vor dem Bahnhof sitzen die Leute im Straßencafé und genießen das gute Wetter und den fast wolkenfreien Himmel.

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Doch ich muss leider weiter, wenn ich heute noch Duisburg erreichen möchte. So fahre ich am Südufer des Baldeneysees entlang und mache dann doch noch eine kleine Rast auf einer Bank, um die Segelschiffe und Ruderboote beobachten zu können. Im Hintergrund erhebt sich am anderen Ufer die Villa Hügel über dem See.

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Dem See folgend passiere ich Haus Scheppen, mit seinem kleinen Yachthafen. Der dortige Imbiss ist ein beliebter Treffpunkt für Motorrad- und Radfahrer. Am Ende des Sees fahre ich an der Schleuse Neukirchen vorbei.

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Durch Werden und Kettwig erreiche ich schließlich Mülheim an der Ruhr.

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Schloss Broich darf zwar besichtigt werden, aber leider finde ich nirgends einen Fahrradständer, wo ich mein Rad abstellen und sichern kann. Und das obwohl das Schloss an einem der meist gefahrenen Radwege in der Region liegt. So begnüge ich mich mit einer kurzen Besichtigung des Schlosshofes.

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Der nächste markante Punkt an der Strecke ist dann das Wassermuseum Aquarius, rund um einen alten Wasserturm. Hier versammelt sich gerade eine hochfeine Hochzeitsgesellschaft und ich komme mir in meinem Raddress etwas deplatziert vor. Während ich mir am dortigen Imbiss eine Currywurst mit Pommes und ein alkoholfreies Weizenbier gönne, beobachte ich das Treiben der Gesellschaft. Vielleicht hätte ich mich für meine Tour doch etwas mehr herausputzen sollen? Wobei ich mein rotes Radtrikot eigentlich ganz schick finde.

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Nach der Stärkung fahre ich weiter. Während der Fahrt durch Oberhausen bewölkt es sich wieder stärker, bleibt aber trocken.

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In Duisburg erreiche ich die Schleuse zum Duisburger Hafen, dem größten Binnenhafen der Welt. So manche Hafenrundfahrt habe ich dort, zusammen mit meinem Großvater, als Kind unternommen. Die Hafenrundfahrt kam damals auf der Beliebtheitsskala direkt hinter einem Zoobesuch.

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Über ein Sperrwerk geht es auf die andere Seite der Ruhr.

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Nach einem großen Kreisverkehr kommt bereits die Rheinorange, das Ende der Ruhr, in Sicht.

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Noch einen etwas holprigen Weg entlang, erreiche ich die Mündung der Ruhr in den Rhein.

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Der Rhein! Für mich ist mein Heimatfluss immer wieder ein erhebender Anblick. Da ich in Duisburg geboren und in Düsseldorf aufgewachsen bin, verbindet mich mit diesem Fluss ein besonderes Heimatgefühl. Und so sitze ich nach ein paar obligatorischen Fotos ca. eine halbe Stunde am Rhein und beobachte die vorbei ziehenden Schiffe. Für mich gibt es nichts entspannenderes, ja geradezu meditatives.

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Doch obwohl es erst Nachmittags ist, muss ich mich vom Rhein losreißen und an den Heimweg denken. Die gleiche Strecke zurück zu fahren scheint mir doch etwas viel und so beschließe ich vom Duisburger Hauptbahnhof mit dem Zug zurück nach Dortmund zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof mache ich noch einen kleinen Abstecher zum Innenhafen. Ich kann mich noch gut an das beladen der Frachtschiffe in meiner Kindheit dort erinnern. Doch das Bild hat sich gründlich gewandelt. Moderne Architektur steht jetzt neben alten Lastkränen und umfunktionierten Speichergebäuden. Auf dem Wasser schaukeln Yachten statt der Frachtschiffe.

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Auch das hat irgendwie etwas. Die Dinge ändern sich halt.

Nun geht es über kleine Nebenstraßen zum Bahnhof, wo ich nach Erwerb der Fahrkarten für Bully und mich auf dem Bahnsteig auf meinen Zug warte. In dem Radabteil wird es dann schließlich etwas eng, da ich nicht alleine unterwegs bin. Aber wir schaffen es uns so zu arrangieren das alle Räder, einschließlich einem Kinderanhänger passen. Nach einer Fahrt durchs ganze Ruhrgebiet erreiche ich den Dortmunder Hauptbahnhof, von wo es wieder per Rad die letzten Kilometer zurück nach Hörde geht.

Entspannt lehne ich mich zu Hause zurück und ziehe Fazit. Das Wetter war trotz zeitweiliger Bewölkung gut. Die Route an der Ruhr entlang begeistert mich immer wieder, denn es gibt jedes mal etwas Neues zu entdecken. Und ich war mal wieder am Rhein, dem tollsten Fluss der Welt, jedenfalls für mich.

Insgesamt fuhr ich 113 km mit einem Schnitt von 19,9 km/h.

Jennifer aka Sonne_Wolken

 

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