Der Hellweg von Dortmund nach Soest

19.04.2014

Zunächst einmal etwas Geschichte über den Hellweg. Der Hellweg war im Mittelalter ein sehr wichtiger Handelsweg der von Duisburg bis Paderborn verlief.
Noch immer weisen viele Straßennamen auf diesen Handelsweg hin. Berühmtes Beispiel sind in Dortmund der Westenhellweg und der Ostenhellweg, die mitten durch die Stadt verlaufen und heute eine wichtige Einkaufsstraße darstellen.
Da ich noch nie in Soest war, reifte in mir der Entschluß genau über diesen Hellweg mit dem Rad nach Soest zu fahren.

Los ging es wie meistens in Hörde. Ich fuhr Richtung Norden und dort auf die Semmerteichstraße bis zur Kreuzung Westfalendamm. Schräg rechts gegenüber befindet sich eine Aral Tankstelle, vor der es direkt schräg rechts entgegen der Einbahnstraße (für Radfahrer frei gegeben) rein geht. Nun immer der Wegweisung für Radfahrer folgen und dann nach ein paar hundert Metern nach einem Rewe rechts Richtung Unna fahren. Jetzt ist man auf dem Hellweg, der zunächst auf wenig befahrenen Straßen durch Wohnsiedlungen Richtung Rennbahn führt.

Man kann aber auch aus der City kommend die Verlängerung des Ostenhellwegs, die Kaiserstraße nehmen und dann an der Nordseite des Ostfriedhofs vorbei fahren und stößt ebenfalls auf die Strecke zur Rennbahn.

Nun geht es zwischen Rennbahn und Bahnlinie hindurch Richtung Osten. Hier spürte ich den teilweise starken Wind aus Nord-Ost ganz deutlich. Irgendwie hatte ich das Gefühl es bremst mich jemand aus.

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So geht es immer weiter auf der Strecke, vorbei am Hauptfriedhof. Immer der Radwegweisung und dem Schild Unna folgen. Einmal wird kurz auf die linke Seite der Bahnlinie gewechselt, bevor es wieder auf die rechte Seite geht. In Wickede zweigt die Strecke auf Höhe der S-Bahnstation nach rechts ab. Zunächst geht es durch ein kleines Industriegebiet, dann durch einen kleinen Wald, bevor man freies Feld erreicht.

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Anschließend geht es nach Massen hinein. Hier bitte aufpassen. auf der Hinfahrt habe ich mich verfahren und bin der Straße gefolgt, was mich fast nach Holzwickede gebracht hätte und einen Umweg von ca. 7 km machen ließ.

Hier die bewusste Stelle (Foto habe ich auf dem Rückweg gemacht):

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Der Weg nach Unna geht auf dem schmalen Schotterweg zwischen Straße und Parkplatz weiter.

Schließlich erreiche ich Unna, wo es über Mühlenstraße und Mozartstraße zum Katharinenplatz in der Innenstadt geht.

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Auf dem Platz stehen auch Radwegweiser, die in Richtung Werl führen. Hier taucht auch zum ersten Mal das Radsymbol für den Hellweg auf.

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Weiter geht es ein Stück um die Altstadt herum, mit Blick auf die alte Stadtmauer, bevor dann eine Straße aus Unna heraus führt.
Irgendwann kommt dann ein Radzeichen das man links abbiegen soll. Bitte nicht auf die Straße nach dem Zeichen abbiegen, sonst steht man auf der B1.
Unmittelbar am Zeichen geht links eine kleine Sackgasse hinein, wo es anscheinend eine Art Schrotthandel oder Autohandel gibt. Direkt nach dem Schrotthandel befindet man sich mitten im Grünen, mit einer Bahnstrecke auf der linken Seite.

Jetzt geht es fast nur noch über das „platte“ Land, wo man den nun starken Gegenwind deutlich spürte. Hatte das Gefühl die ganze Zeit bergauf zu radeln.
Aber landschaftlich ist dieser Abschnitt einfach grandios. Der Weitblick entschädigt locker für die Mühen.

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Es geht an Feldern und Wiesen vorbei. Rapsfelder verbreiten einen angenehmen Duft und ab und zu bietet eine Ortschaft etwas Abwechslung.
Durch Stockum geht es nach Hemmerde, wo es nicht nur ein liebevoll restauriertes Spritzenhaus gibt, sondern wo man den Schulkindern von Hemmerde ein Denkmal gesetzt hat. Ich war wohl zu schlecht in der Schule, mir hat man in meiner Heimatstadt Düsseldorf kein Denkmal gesetzt.

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Weiter geht es über Holtum und Büderich nach Werl. Ab hier folgt man dann den Radhinweisen nach Soest.
Zunächst wird an einer großen Kreuzung schräg links in den Kurfürstenring gefahren. Für Autos ist die Einfahrt von dieser Seite aufgrund einer Sperrkette nicht möglich, mit dem Fahrrad kommt man aber knapp vorbei. Sonst den Weg über den Bürgersteig an der Kette vorbei nehmen. Jetzt auf dem Kurfürstenring immer geradeaus. Nach einigen hundert Metern muss man links in Am Alten Schloß. Das Problem ist das hier sowohl der Radwegweiser als auch der Straßenname fehlen. Aber auf der rechten Seite befindet sich vor der Kreuzung ein Gebäude des roten Kreuzes und dahinter eine Moschee mit Minarett. An dieser Kreuzung links abbiegen. Dann wieder den Wegweisern folgen.
Auf teilweise sehr holprigen Kopsteinpflasterstücken wird nun Werl durchquert. Danach weiß man ob etwas am Rad lose ist.

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Jetzt geht es wieder aufs Land, wo sich Felder und alte Bauerndörfer abwechseln. Teilweise scheinen die Bauernhöfe schon mehrere hundert Jahre alt zu sein. Komme mir manchmal wie auf einer Zeitreise vor. Hundert Jahre früher kann es hier nicht viel anders ausgesehen haben.
Durch Westönnen geht es nach Mawicke, wo ich auf dem Dorfplatz an einer Kreuzung Pause mache und etwas esse und trinke. Hier habe ich die Aussicht auf ein altes, ebenfalls renoviertes Spritzenhaus.

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Nach der Pause folge ich der Straße nach links bis zum Dorf Ostönnen, wo ein malerischer Bach direkt neben der Straße fließt.

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Jetzt ist Soest nicht mehr weit. Von Enkesen geht es geradewegs ins Paradies. Zumindest wenn man dem Ortsschild glauben darf, befindet sich das Paradies unmittelbar vor Soest. Oder sind es sogar mehrere, wie das Schild suggeriert?

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Anscheinend gehen die Meinungen der Menschen bezüglich Paradies doch arg weit auseinander.
Vielleicht ist es da gar nicht schlecht wenn es mehrere gibt.
Jetzt geht es jedenfalls immer geradeaus, bis man dann Soest erreicht.

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Hier geht es einfach immer geradeaus immer den Paradieser Weg folgen. Nach etlichen hundert Metern kommt links eine Arbeitsvermittlung Hellweg (steht groß dran), an der folgenden Kreuzung dann rechts abbiegen, Richtung Altstadt, die man nach wenigen hundert Metern erreicht hat.

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Jetzt einfach immer geradeaus. Nur bei der Einbahnstraße muss man schieben oder sie rechts über eine andere Gasse umfahren.
Auf jeden Fall kommt man dann auf dem Marktplatz an.

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Da es Samstag-Nachmittag ist, haben noch viele Geschäfte auf und die Menschen shoppen und bummeln durch die Altstadt.
Ich betätige mich erst einmal als Touristin und mache etwas Sightseeing. Die Soester haben wirklich eine hübsche Altstadt.
Nach der Besichtigungstour habe ich Hunger und suche mir auf dem Marktplatz einer Brasserie wo ich draußen die sonne genießen kann.
Die überbackenen Tortellini lasse ich mir scmecken und bestelle entgegen sonstigen Gepflogenheiten ein alkoholfreies Weizen.
Eigentlich mag ich kein Bier, aber nach einer längeren Radtour ist es ein sehr erfrischendes isotonisches Getränk.

Jede Pause ist irgend wann mal vorbei, es gilt ja schließlich noch den Rückweg zu bewältigen. Also zahle ich und mache mein Fahrrad und mich startklar.
Auf eines freue ich mich jetzt schon, auf den Rückenwind.

Und so geht es recht flott auf der gleichen Strecke zurück. Dieses Mal ist es natürlich einfacher, da ich die Strecke schon kenne.Trotzdem sieht man einiges aus der anderen Richtung kommend völlig neu. Also von Langeweile keine Spur.

Auf dem Rückweg fehlen auch wieder einige Schilder, aber meistens sieht man die Rückseite der Schilder aus der anderen Richtung und weiss so, wo man abbiegen muss. Nur einmal wird man fehlgeleitet, wenn man nicht aufpasst. Auf freiem Feld möchte einen das Schild nach rechts über einen Bahnübergang schicken. Hier aber bitte links Richtung des großen Bauernhofs abbiegen. Dann geht es dort laut Beschilderung nach rechts, obwohl dort ein Schild „Durchfahrt verboten“ steht. Aber das gilt wohl nur für KFZ. Als Radfahrer kann man durchfahren und kommt auch an der folgenden Schranke ohne Probleme vorbei.

Während der ganzen Fahrt habe ich das Gefühl jemand schiebt von hinten. Dementsprechend flott geht es voran. Längere Pausen spare ich mir. In Unna fällt mir dann noch etwas auf dem Dach einer ehemaligen Tankstelle auf, was mich angrinst.

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Zwischen Unna und Dortmund mache ich dann doch noch mal Pause mit Sicht auf ein Rapsfeld.

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Nach der Pause werden die letzten Kilometer nach Dortmund in Angriff genommen, wo ich schließlich wohlbehalten wieder zu Hause ankomme.

War ganz geflasht von der Tour. Bin schon in den schönsten Gebieten Deutschlands und Europas unterwegs gewesen, aber diese Tour braucht sich absolut nicht zu verstecken. Von der Streckenführung und Landschaft her ist die Tour sehr reizvoll und durchaus abwechslungsreich. Sie führt fast ausschließlich über kleinste, verkehrsarme Straßen und asphaltierte Feldwege. Denke mal das sie durchaus auch mit dem Rennrad fahrbar ist, wenn man an den wenigen holprigen Stellen ein wenig vorsichtig fährt. Meistens ist der Straßenbelag aber von guter Qualität und die Feldwege asphaltiert. Die B1 kann man manchmal hören oder in der Ferne sehen, wird aber nicht als störend empfunden. Der Hellweg bleibt in Richtung Soest immer links von der B1.

Die Gesamtstrecke mit verfahren betrug 113 km. Ohne wären es ca. 106 km. Die gesamte Durchnittsgeschwindigkeit mit Gegenwind auf der Hinfahrt und Rückenwind auf der Rückfahrt betrug 17,4 km/h.

Jennifer aka Sonne_Wolken

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